Montag, 11. September 2017

[Rezension] "Der Schwarze Thron - Die Schwestern" von Kendra Blake

Erschienen bei penhaligon am 9.5.2017 | Übersetzt von Charlotte Lungstrass-Kapfer
Klappenbroschur | 448 Seiten | ISBN: 978-3-7645-3144-7 | 14,99 € | Kaufen

"Der schwarze Thron" | 1. Die Schwestern | 2. Die Königin (25.9.2017) 

Sie sind Schwestern. Sie sind Drillinge, die Töchter der Königin. Jede von ihnen hat das Recht auf den Thron des Inselreichs Fennbirn, aber nur eine wird ihn besteigen können. Mirabella, Katharine und Arsinoe wurden mit verschiedenen magischen Talenten geboren — doch nur, wer diese auch beherrscht, kann die anderen Schwestern besiegen und die Herrschaft antreten. Vorher aber müssen sie ein grausames Ritual bestehen. Es ist ein Kampf um Leben und Tod — er beginnt in der Nacht ihres sechzehnten Geburtstages …
(Quelle: penhaligon)
Natürlich ist das Thema des Wettkampfes um den Thron kein neues Konzept und momentan sind Bücher, die sich dessen bedienen keine Seltenheit. Doch der erste Teil der Reihe „Der schwarze Thron“ konnte mich überzeugen. Es ist nicht nur die düstere und außergewöhnliche Welt, deren Weiten zu entdecken sehr viel Spaß gemacht hat, sondern auch die drei Schwestern sind interessante Protagonistinnen, von denen jede einen ganz eigenen Charakter hat. Da das erste Kapitel mit der „Giftmischer“-Schwester beginnt, dachte ich auch zunächst, dass dies wohl die Favoritin des Lesers werden soll, doch Kendra Blake lässt die Perspektive jedes Kapitel wechseln, sodass man von allen drei Schwestern die hellen und dunklen Seiten kennenlernt. Zum Ende hin hatte mich die Autorin so weit, dass ich Sympathien zu jeder Protagonistin entwickelt habe und tatsächlich keine bestimmte Schwester als Favoritin herausstach.

Umso gespannter bin ich auf die Fortsetzung, die ganz bald erscheint.

Wer sich also an den Wettkampf-um-die-Krone-Plot noch nicht sattgelesen hat, sollte diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben. Zudem ist es düster, sarkastisch und die Schwestern alles andere als verwöhnte Königinnen – immerhin wurden sie seit der Kindheit zum Töten erzogen. 
Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Mittwoch, 6. September 2017

[Rezension] "Der Brief" von Carolin Hagebölling

Erschienen beim dtv am 1.9.2017 | Broschur/eBook | 224 Seiten 
ISBN: 978-3-423-26146-3 | 14,90/12,99 € | Kaufen

Als Marie eines Tages einen Brief von ihrer alten Schulfreundin Christine bekommt ist sie höchst verwirrt. Diese schreibt nämlich über Maries Leben in Paris und ihrem Mann Victor, einem erfolgreichen Galeristen. Doch Marie ist Journalistin, arbeitet in Hamburg und führt eine Beziehung mit Johanna. Was Marie zunächst als seltsamen Scherz abtut wird ganz bald äußerst seltsam und sehr persönlich. Sie beschließt herauszufinden, was es mit diesem Brief auf sich hat und wer hinter der Sache steckt...

Zu Beginn dachte ich, dass „Der Brief“ auf eine eher seichte, liebevolle Literatur hinausläuft. Letztendlich wurde mir ein spannender Roman geboten, der Thriller-Elemente aufweist und gekonnt auf philosophischer Ebene zum Nachdenken anregt.

Da der Roman sehr kurz ist, konnte ich ihn schon nach einem Tag beenden. Die Handlung konnte mich direkt packen und die mysteriösen Briefe ließen mir manchmal sogar einen kleinen Schauer über den Rücken laufen. Leider waren einige Passagen aber auch wirr, da die Gedankengänge und Handlungen Maries nicht ganz nachvollziehbar waren. Doch im Großen und Ganzen überwiegt am Ende die originelle Handlung.

Zwischenzeitlich hatte ich die Befürchtung, das Buch würde zu esoterisch oder zu abstrus werden, doch Carolin Hagebölling hat ein Ende geschrieben, das mich zufrieden stellen konnte und darüber hinaus sogar eine interessante philosophische Note hatte.

Trotz der ab und zu etwas wirren Stellen ist „Der Brief“ eine kurzweilige, aber einnehmende und vor allem lesenswerte Geschichte. Carolin Hagebölling beweist mit ihrem Debüt, dass sie nicht nur spannende Ideen hat, sondern diese auch gut umsetzen kann und macht Lust auf mehr.


Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Donnerstag, 31. August 2017

[Rezension + Buchgeplauder] Poes Entdecker und die Arbeit des Übersetzers


Heute ist der 150. Todestag des Franzosen Charles Baudelaire. 
Doch wer war Charles Baudelaire eigentlich? 

Er war Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber und wird als Wegbereiter der literarischen Moderne in Europa gesehen. Eines seiner eigenen Werke „Die Blumen des Bösen“ ist in den 90ern im dtv erschienen (*hier geht's zur Buchseite*).

Doch der Nachwelt ist er vor allem dafür bekannt, dass er die Werke des amerikanischen Autors Edgar Allan Poe ins Französische übersetzte und somit den Weg für den Ruhm Poes in Europa geebnet hat. Nun werden Poes Werke neu übersetzt und als fünfteilige Schmuckausgabe nach und nach veröffentlicht. Das Besondere daran ist, dass die Aufteilung der Geschichten den Ausgaben Baudelaires nachempfunden ist. 

Doch wieso sollte man Poes Werke neu übersetzen und wieso sollte man diese lesen? 


Übersetzt wurde die neue Ausgabe, die im März 2017 beim dtv erschienen ist, von Andreas Nohl, der bereits für seine Übersetzungen ausgezeichnet wurde. Ich hatte im Frühjahr die Möglichkeit, Andreas Nohl persönlich bei einer Lesung zu dem neu übersetzen Poe-Werk zu treffen. Dort hat er auch über Übersetzungen an sich geredet. Sein Ansatz war und ist, Poe möglichst naturgetreu ins Deutsche zu übertragen. Denn, so seine Worte, wirken einige alte Übersetzungen gezwungen altmodisch oder verstaubt. Dabei ist Poe erstaunlich schlicht. Eine Herausforderung für ihn war, diese Sprache so zu übersetzen, dass diese im Deutschen weder zu anspruchsvoll noch zu banal klingt. 
Meines Erachtens ist ihm dies ausgezeichnet gelungen. Die Stücke in „Unheimliche Geschichten“ lassen sich sehr flüssig lesen und übertragen trotzdem die vergangene Zeit authentisch. Andreas Nohl hatte bei der Lesung auch einige Vergleiche zum Original und zu anderen Übersetzungen dabei und ich kann bestätigen: Seine Übersetzung kommt am dichtesten an das Original heran. Als Poe-Neuling ist mir der Einstieg in seine Werke mit Andreas Nohls Übersetzung sehr gut gelungen und somit kann ich auch anderen, die Edgar Allan Poe noch nicht kennen, diese Ausgabe sehr empfehlen. Doch ich denke, dass auch Poe-Kenner diese Ausgabe schätzen werden, da sie einen frischen Wind in die Klassiker bringt.




"Unheimliche Geschichten" von Edgar Allan Poe
Erschienen beim dtv im März 2017
Übersetzt von Andreas Nohl
Hardcover mit transparentem Schutzumschlag | 424 Seiten 
ISBN: 978-3-423-28118-8 | 28,00 € | Kaufen

Mittwoch, 30. August 2017

[Rezension] "Der Sterbeschlamassel" von Anette Kannenberg

Erschienen bei CreateSpace im März 2016 | eBook/Taschenbuch| 310 Seiten
 ISBN: 978-1514262177 | 3,99/11,90 € | Kaufen

"Das Dododilemma" | 1. Das Mondmalheur | 2. Der Sterbeschlamassel  | 3. Das Dododilemma (noch nicht erschienen)

Knapp drei Monate nach dem Tod seines Vaters beschließt der junge Séamus, das Medizinstudium hinzuschmeißen, um Schriftsteller zu werden. Er zieht aufs Land in das verlassene Haus seiner Großeltern, wo er, abgeschnitten von der Außenwelt und mutterseelenallein mit sich und dem gespenstischen Charme der alten Villa, schnell Opfer seiner eigenen Fantasie wird. Doch schon bald sind es nicht mehr nur Hirngespinste, die ihn begeistert zu verfolgen scheinen.
(Quelle: Amazon)

„Der Sterbeschlamassel“ ist eine Fortsetzung, die ich schon seit einiger Zeit lesen wollte und endlich bin ich dazu gekommen. Vom Stil bleibt der zweite Teil ganz seinem Vorgänger treu: Voll mit quirligem und absurdem Humor. Wieder einmal nimmt auch die Wissenschaft einen nicht unwichtigen Teil des Geschehens ein, doch es bleibt alles gut verständlich und einfach. 

Diesmal begleitet der Leser Séamus, einen jungen Studenten, der gleichzeitig der Klon des bereits aus dem ersten Buch bekannten schrulligen Wissenschaftlers ist. Im Gegensatz zum ersten Buch, ist „Der Sterbeschlamassel“ kein Science-Fiction-Roman, sondern konzentriert sich eher auf das Genre des Grusels, Horrors und der Schauergeschichten. Doch wer bereits den ersten Teil gelesen hat weiß, dass man hier aber keinen klassischen Horror zu erwarten hat, sondern eine ironische Version, die sich selbst nicht ernst nimmt. Mit einem Augenzwinkern nimmt Anette Kannenberg die Klischees auf die Schippe. 
Wieder einmal konnte mich die Autorin mit ihrem ausgesprochen leichtem und sehr humorvollen Schreibstil überzeugen. Auch die Geschichte ist wieder sehr kreativ und bietet viele Facetten an. Tatsächlich ist „Der Sterbeschlamassel“ eine Fortsetzung, die keinerseits im Schatten des Mondmalheurs steht, sondern genauso ein herausragendes Werk ist. Ich bin sehr gespannt, was sich Anette Kannenberg für das dritte und letzte Buch „Das Dododilemma“ ausgedacht hat. Nun heißt es warten, bis endlich der dritte Band erscheint!

Ich kann die Bücher der Reihe wirklich nur wärmstens empfehlen. Sie sind skurril, lustig, kreativ und sehr liebevoll. Greift zu und lasst euch begeistern!


Ich bedanke mich bei Anette Kannenberg für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Samstag, 19. August 2017

[Rezension] "Rebellion" von Michael J. Sullivan

Erschienen bei Knaur am 3.4.2017 | Übersetzt von Marcel Aubron-Bülles
Taschenbuch | 528 Seiten | ISBN: 978-3-426-52033-8 | 9,99 € | Kaufen

"The first Empire" | 1. Rebellion | 2. Zeitenfeuer (1.3.18)  | 3.-6. bisher nur auf englisch angekündigt


Was geschieht, wenn du herausfindest, dass die Götter sterblich sind?


Seit Anbeginn der Zeit leben die Menschen im Schatten der Fhrey, ewig junger Wesen, die sie als Götter verehren. Die glanzvollen Städte der Fhrey und ihre Magie bleiben den Menschen jedoch verschlossen, ihre Clans fristen ein erbärmliches Dasein.

Als der junge Raithe mit seinem Vater in einem verbotenen Waldstück jagen und von einem Fhrey angegriffen wird, tut er das Undenkbare: Er schlägt zurück -  und tötet das Wesen, das er für einen Gott gehalten hat. Raithe flieht, doch dem Ruf eines Mannes, der einen Gott getötet hat, kann er nicht entkommen...
(Quelle: Knaur)
Mit „Rebellion“ hat Michael J. Sullivan eine spannende Fantasy-Welt erschaffen, die mit verschiedenen Völkern und Ideologien besetzt ist. Der Weltenentwurf und auch die Menschen und die anderen Wesen, die in der Welt umherstreifen, haben mir äußerst gut gefallen.

Leider sind Vergleiche zu bereits bekannten und sehr berühmten Werken nicht von der Hand zu weisen. In den Rezensionen auf goodreads.com finden sich sehr häufig Vergleich zu „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin. Da ich nur die Serie kenne, kann ich da kein tatsächliches Statement zu abgeben, doch mir fielen viel stärkere Vergleich zu einem anderen, noch älteren und noch berühmteren Werk auf: „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien.

Viele verschiedene Personen unterschiedlicher Rassen finden alle ihren Weg in den gleichen Ort. Alle aus eigenen Gründen und Absichten. Gerade die Mischung der Völker kommt einem äußerst bekannt vor. Auch, dass der Held der Geschichte gar kein Held sein will und seinen Platz als dieser nicht einnehmen will, erinnert an Aragon aus „Der Herr der Ringe“. Auch die Fhrey, die Elben Michael J. Sullivans, zeigen mehr als große Ähnlichkeit zu denen von Tolkien.

Die vielen Fremdinspirationen könnte man dem amerikanischen Autor, der seine ersten Werke zunächst im Eigenverlag veröffentlichte, zwar vorwerfen, doch ich muss zugeben, dass mir diese Ähnlichkeiten nichts ausgemacht haben. Besonders die Passagen, wo die Protagonisten auf ihrem Weg begleitet werden, erinnerten mich stark an „Die Gefährten“, wo die Hobbits aus dem Auenland fliehen. Die Stimmung hat mich ähnlich stark mitgenommen und in die Handlung eintauchen lassen.

Sprache

Der Schreibstil des Buches ist sehr angenehm und ich habe oft gar nicht gemerkt, wie die Seiten nur dahinflogen. Am Ende des Buches findet sich auch ein Glossar, das die wichtigsten Fremdwörter erklärt. Dieses musste ich recht oft zu Rate ziehen, da teilweise zu wenig Erklärungen im Text zu finden waren. Doch das Glossar ist sehr hilfreich, sodass es mich nicht stark beim Lesen behindert hat (wie ich auch zuvor schon angemerkt habe).

Quelle: goodreads.com

Cover

Das deutsche Cover gefällt mir ziemlich gut. Es ist sehr klassisch gehalten, so wie viele High-Fantasy-Romane in Deutschland eben aussehen. Auch das Buch an sich liegt gut in der Hand und hat eine angenehme Größe.
Als ich allerdings das englische Cover gesehen habe, habe ich mich schon gewundert, warum dieses nicht auch für die deutsche Ausgabe genutzt wurde. Ich finde es deutlich ansprechender, kreativer und auch passender zum Inhalt.


„Rebellion“ ist ein spannender Auftakt von Michael J. Sullivans „The First Empire“-Saga, die auf goodreads.com derzeit mit 6 Bücher insgesamt angegeben ist.

Leider sind starke Anlehnungen an Tolkien und andere große Autoren der Fantasy zu finden. Das hat auf die Spannung des Buches und die Atmosphäre der Welt keinen Einfluss, doch 5 Sterne kann ich diesem Buch aufgrund dieser starken Ähnlichkeiten nicht geben.

Doch trotz dieser Ähnlichkeiten hatte ich viel Spaß an dem Buch und kann es kaum erwarten, die Geschichte weiterzulesen. Wer sich nicht an Ähnlichkeiten zu anderen Werken stört, sollte unbedingt in dieses Buch reinlesen. Meiner Meinung nach lohnt es sich dies zu tun, da man mit einer abenteuerlichen Geschichte belohnt wird.


Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Mittwoch, 16. August 2017

[Rezension] "Das Mondmalheur" von Anette Kannenberg

Erschienen bei CreateSpace im Juli 2014 | Ebook/Taschenbuch | 460 Seiten 
ISBN: 978-1500176044 | 2,99/13,90 € | Kaufen

"Das Dododilemma" | 1. Das Mondmalheur | 2. Der Sterbeschlamassel  | 3. Das Dododilemma (noch nicht erschienen)


Das Leben von Cornelius Wichgreve, Gra­vi­ta­tions­ex­per­te und Er­fin­der der hoch­ge­ju­bel­ten Sky­le­vi­tys, wird kom­plett durch­ein­an­der­ge­wor­fen, als der welt­weit füh­ren­de Mi­ne­ral­öl­konzern CosmOre Industries ihm ei­nen Job auf dem Mond an­bie­tet. Zu­sam­men mit dem so­zio­pho­ben Bak­te­rio­lo­gen Murray und dem selbst­er­nann­ten Luna­lo­gen Vladimir soll er dort den Ab­bau des neu ent­deck­ten Super­ele­ment­es Tutto­farium ver­ein­fa­chen. Doch als Murray plötz­lich nach Peru ver­setzt wird und ein Prakti­kant des­sen Auf­ga­ben über­nimmt, pas­siert das Un­glaub­li­che, und Cornelius wird in eine Ver­schwö­rung hin­ein­ge­zo­gen, die in eine welt­um­span­nen­de Ka­ta­strophe mün­det ...
(Quelle: Amazon)
Dieses Buch ist etwas Besonderes, da "Das Mondmalheur" sich von den Büchern des Mainstream abhebt und tolle Unterhaltung bietet. In einer leicht skurrilen und verrückten Art wird hier die Geschichte des Mondmalheurs erzählt.
Die Handlung ist wirklich ungewöhnlich und mit viel Humor und Sarkasmus präsentiert. Die Dialoge sind toll geschrieben und die Charaktere hatte ich sofort bildlich vor Augen und ins Herz geschlossen.

Die erste Hälfte des Buches hat mich voll und ganz überzeugt. Für diesen Teil würde ich sofort eine 5-Sterne-Bewertung abgeben. Die Handlung ist spannend und hat unvorhergesehene Wendungen.
Bei der zweiten Hälfte hat mich allerdings zeitweise die Begeisterung verlassen. Es blieb zwar weiterhin spannend und interessant, doch ich hatte das Gefühl, dass irgendwie die Luft raus war. Manche Passagen kamen mir recht langatmig vor.
Weiterhin bleibt die Ereignisdichte ziemlich hoch, doch mich erinnerte es eher an eine Aufzählung. In dem Buch gibt es so einige Protagonisten und meines Erachtens waren es einfach zu viele.
Nichtsdestotrotz habe ich weiterhin an den Seiten geklebt, da ich wissen wollte wie es weitergeht.

Sprache

Anette Kannenberg verwendet gut gewählte Formulierungen und Ausdrücke. Was mir besonders gefallen hat, war die präzise Beschreibung von wissenschaftlichen Vorgängen, die sehr authentisch wirkten.
Ich mag den Schreibstil gerne, da er sich gut lesen lässt und mich sofort in die Szenen eintauchen lassen hat. Gerade die Dialoge sind meiner Meinung nach eine große Stärke dieses Buches. Sie kommen witzig und authentisch daher, sodass ich mehr als einmal loslachen musste.

Cover

Das Cover ist interessant und aufmerksamkeitserregend. Tatsächlich war es auch der Grund, warum ich mir dieses Buch überhaupt näher angeschaut habe. Der Dodo vor dem Sternenhimmel hatte direkt meine Neugier geweckt. Welches Buch hat schon einen Dodo auf dem Cover?
Es sei noch kurz angemerkt, dass es mich etwas enttäuscht hat, dass der Dodo nur sehr kurz im Buch vorkam. Das wurde durch das Cover und die Beschreibung anders suggeriert. Aber auch dazu hat Annette Kannenberg schon eine Antwort: In Band drei wird es für alle Dodofans eine große Schar Dodos geben.

Meine negative Kritik mag zwar sehr ausgeprägt klingen, doch letztendlich hatte ich eine schöne Zeit mit dem Buch und würde es auf jeden Fall weiterempfehlen. Für fünf Sterne reicht es nur bedingt: Ich vergebe 4,5 Sterne, doch wegen der unterhaltsamen und kreativen Geschichte runde ich diese auf.

Wer sich für skurrile Sci-Fi-Literatur mit großem Unterhaltungswert begeistern kann, ist mit dem Mondmalheur auf jeden Fall gut beraten. Man muss jedoch kein Science-Fiction-Fan sein, um dieses Buch zu genießen.
Ich finde das Buch sprachlich sehr gut, lediglich die Handlung könnte noch etwas ausgereifter und besser präsentiert werden. Da Anette Kannenberg schon angekündigt hat, dass es Band 2 und 3 geben wird, habe ich Hoffnung auf Verbesserung in der Hinsicht.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Sonntag, 13. August 2017

[Rezension] "Hexenherz" von Monika Loerchner

Erschienen beim Acabus Verlag im März 2017 | Taschenbuch | 440 Seiten 
ISBN: 9783862824564 | 15,00 € | Kaufen

Europa, 1466: Als die Hexenverfolgung immer weiter um sich greift, schreitet die bisher geheime Elite der Hexen ein und offenbart: Jede Frau ist der Magie fähig!

550 Jahre später wächst die junge Hexe und staatstreue Gardistin Helena in einer Gesellschaft heran, in der die Vorherrschaft der Frauen unumstößlich scheint. Sie träumt davon, weiter im Dienst der höchsten Hexe, der Goldenen Frau, aufzusteigen. Doch als sie Opfer einer Intrige wird und fliehen muss, gerät sie in die Fänge von Rebellen. Denn auch das stärkste Regime hat seine Fehler – und seine Feinde …
(Quelle: acabus Verlag)
Fangen wir bei den positiven Aspekten des Buches an. Zu einem ist dort die sehr einfallsreiche, alternative Welt, die Monika Loerchner für „Hexenherz“ entworfen hat. Es spielt, wie sie selbst sagte, „nicht irgendwo, sondern hier, mitten in Deutschland“. Die Entwicklung hat eine ganz andere genommen, als wir sie kennen, da die Frauen Magie erlangten. Die Welt selbst erinnert stark an das Mittelalter, jedoch mit ganz anderen Werten und Strukturen. Besonders interessant ist der historische Aspekt, den Monika Loerchner zu Beginn jedes Kapitels einführt, wo bekannte historische Persönlichkeiten und Ereignisse ihren Gastauftritt bekommen.

Auch Werte wie Freundlichkeit, Güte und Anstand haben in „Hexenherz – Eisiger Zorn“ einen hohen Stellenwert. Eine weitere Besonderheit, die das Buch lesenswert macht, ist der Aspekt, ein Buch zu lesen, in dem es um eine herrschende Klasse von Frauen geht, die jedoch nicht weniger fehlerhaft als eine männliche ist.

Die Handlung des Buches konnte mich weitestgehend ebenfalls überzeugen. Recht schnell wird die Protagonistin Helena, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist, vor Probleme gestellt und die Handlung nimmt an Fahrt auf. Sie durchläuft auch eine starke Charakterwandlung, die jedoch ziemlich vorhersehbar und eher flach ablief. Und damit wären wir schon bei meinem ersten Kritikpunkt: Viele Entwicklungen gehen zu schnell und sind zu oberflächlich. Wie schnell Loyalität und Vertrautheit entstanden, erschien mir nicht realistisch und ich hätte mir an dieser Stelle mehr Tiefe und Emotionen gewünscht.

Sprache

Mein größter Kritikpunkt ist der Schreibstil des Buches. Wie bereits erwähnt ist das ganze Buch aus der ersten Person und zusätzlich noch bis auf wenige Ausnahmen durchgängig im Präsens geschrieben. Ich persönlich finde eine Präsens-Erzählform schwierig - gerade auch, weil es in der Kombination mit der Ich-Perspektive speziell in diesem Buch zu einer sehr hektischen, abrupten und springenden Sprache führte. Hier hat es mir so einige Male den Einstieg in das Buch erschwert.

Trotz des sehr guten und neuen Weltenentwurfs, der moralischen Werte und der spannenden Handlung, kann ich dem Buch nicht mehr als 3,5 Sterne geben. Zu sehr hat mich der Erzählstil gestört und mir den Einstieg in die Geschichte erschwert.
Monika Loerchner besitzt Potenzial und Kreativität. Ich denke, dass sie gute Chancen hat, eine gute Autorin zu werden, doch mit „Hexenherz – Eisiger Zorn“ konnte sie mich nur eingeschränkt überzeugen. Eine Empfehlung dieses Buches ist meinerseits deshalb nur bedingt möglich.


Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.