Mittwoch, 16. August 2017

[Rezension] "Das Mondmalheur" von Anette Kannenberg

Erschienen bei CreateSpace im Juli 2014 | Ebook/Taschenbuch | 460 Seiten 
ISBN: 978-1500176044 | 2,99/13,90 € | Kaufen

"Das Dododilemma" | 1. Das Mondmalheur | 2. Der Sterbeschlamassel  | 3. Das Dododilemma (noch nicht erschienen)


Das Leben von Cornelius Wichgreve, Gra­vi­ta­tions­ex­per­te und Er­fin­der der hoch­ge­ju­bel­ten Sky­le­vi­tys, wird kom­plett durch­ein­an­der­ge­wor­fen, als der welt­weit füh­ren­de Mi­ne­ral­öl­konzern CosmOre Industries ihm ei­nen Job auf dem Mond an­bie­tet. Zu­sam­men mit dem so­zio­pho­ben Bak­te­rio­lo­gen Murray und dem selbst­er­nann­ten Luna­lo­gen Vladimir soll er dort den Ab­bau des neu ent­deck­ten Super­ele­ment­es Tutto­farium ver­ein­fa­chen. Doch als Murray plötz­lich nach Peru ver­setzt wird und ein Prakti­kant des­sen Auf­ga­ben über­nimmt, pas­siert das Un­glaub­li­che, und Cornelius wird in eine Ver­schwö­rung hin­ein­ge­zo­gen, die in eine welt­um­span­nen­de Ka­ta­strophe mün­det ...
(Quelle: Knaur)
Dieses Buch ist etwas Besonderes, da "Das Mondmalheur" sich von den Büchern des Mainstream abhebt und tolle Unterhaltung bietet. In einer leicht skurrilen und verrückten Art wird hier die Geschichte des Mondmalheurs erzählt.
Die Handlung ist wirklich ungewöhnlich und mit viel Humor und Sarkasmus präsentiert. Die Dialoge sind toll geschrieben und die Charaktere hatte ich sofort bildlich vor Augen und ins Herz geschlossen.

Die erste Hälfte des Buches hat mich voll und ganz überzeugt. Für diesen Teil würde ich sofort eine 5-Sterne-Bewertung abgeben. Die Handlung ist spannend und hat unvorhergesehene Wendungen.
Bei der zweiten Hälfte hat mich allerdings zeitweise die Begeisterung verlassen. Es blieb zwar weiterhin spannend und interessant, doch ich hatte das Gefühl, dass irgendwie die Luft raus war. Manche Passagen kamen mir recht langatmig vor.
Weiterhin bleibt die Ereignisdichte ziemlich hoch, doch mich erinnerte es eher an eine Aufzählung. In dem Buch gibt es so einige Protagonisten und meines Erachtens waren es einfach zu viele.
Nichtsdestotrotz habe ich weiterhin an den Seiten geklebt, da ich wissen wollte wie es weitergeht.

Sprache

Anette Kannenberg verwendet gut gewählte Formulierungen und Ausdrücke. Was mir besonders gefallen hat, war die präzise Beschreibung von wissenschaftlichen Vorgängen, die sehr authentisch wirkten.
Ich mag den Schreibstil gerne, da er sich gut lesen lässt und mich sofort in die Szenen eintauchen lassen hat. Gerade die Dialoge sind meiner Meinung nach eine große Stärke dieses Buches. Sie kommen witzig und authentisch daher, sodass ich mehr als einmal loslachen musste.

Cover

Das Cover ist interessant und aufmerksamkeitserregend. Tatsächlich war es auch der Grund, warum ich mir dieses Buch überhaupt näher angeschaut habe. Der Dodo vor dem Sternenhimmel hatte direkt meine Neugier geweckt. Welches Buch hat schon einen Dodo auf dem Cover?
Es sei noch kurz angemerkt, dass es mich etwas enttäuscht hat, dass der Dodo nur sehr kurz im Buch vorkam. Das wurde durch das Cover und die Beschreibung anders suggeriert. Aber auch dazu hat Annette Kannenberg schon eine Antwort: In Band drei wird es für alle Dodofans eine große Schar Dodos geben.

Meine negative Kritik mag zwar sehr ausgeprägt klingen, doch letztendlich hatte ich eine schöne Zeit mit dem Buch und würde es auf jeden Fall weiterempfehlen. Für fünf Sterne reicht es nur bedingt: Ich vergebe 4,5 Sterne, doch wegen der unterhaltsamen und kreativen Geschichte runde ich diese auf.

Wer sich für skurrile Sci-Fi-Literatur mit großem Unterhaltungswert begeistern kann, ist mit dem Mondmalheur auf jeden Fall gut beraten. Man muss jedoch kein Science-Fiction-Fan sein, um dieses Buch zu genießen.
Ich finde das Buch sprachlich sehr gut, lediglich die Handlung könnte noch etwas ausgereifter und besser präsentiert werden. Da Anette Kannenberg schon angekündigt hat, dass es Band 2 und 3 geben wird, habe ich Hoffnung auf Verbesserung in der Hinsicht.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Sonntag, 13. August 2017

[Rezension] "Hexenherz" von Monika Loerchner

Erschienen beim Acabus Verlag im März 2017 | Taschenbuch | 440 Seiten 
ISBN: 9783862824564 | 15,00 € | Kaufen

Europa, 1466: Als die Hexenverfolgung immer weiter um sich greift, schreitet die bisher geheime Elite der Hexen ein und offenbart: Jede Frau ist der Magie fähig!

550 Jahre später wächst die junge Hexe und staatstreue Gardistin Helena in einer Gesellschaft heran, in der die Vorherrschaft der Frauen unumstößlich scheint. Sie träumt davon, weiter im Dienst der höchsten Hexe, der Goldenen Frau, aufzusteigen. Doch als sie Opfer einer Intrige wird und fliehen muss, gerät sie in die Fänge von Rebellen. Denn auch das stärkste Regime hat seine Fehler – und seine Feinde …
(Quelle: acabus Verlag)
Fangen wir bei den positiven Aspekten des Buches an. Zu einem ist dort die sehr einfallsreiche, alternative Welt, die Monika Loerchner für „Hexenherz“ entworfen hat. Es spielt, wie sie selbst sagte, „nicht irgendwo, sondern hier, mitten in Deutschland“. Die Entwicklung hat eine ganz andere genommen, als wir sie kennen, da die Frauen Magie erlangten. Die Welt selbst erinnert stark an das Mittelalter, jedoch mit ganz anderen Werten und Strukturen. Besonders interessant ist der historische Aspekt, den Monika Loerchner zu Beginn jedes Kapitels einführt, wo bekannte historische Persönlichkeiten und Ereignisse ihren Gastauftritt bekommen.

Auch Werte wie Freundlichkeit, Güte und Anstand haben in „Hexenherz – Eisiger Zorn“ einen hohen Stellenwert. Eine weitere Besonderheit, die das Buch lesenswert macht, ist der Aspekt, ein Buch zu lesen, in dem es um eine herrschende Klasse von Frauen geht, die jedoch nicht weniger fehlerhaft als eine männliche ist.

Die Handlung des Buches konnte mich weitestgehend ebenfalls überzeugen. Recht schnell wird die Protagonistin Helena, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist, vor Probleme gestellt und die Handlung nimmt an Fahrt auf. Sie durchläuft auch eine starke Charakterwandlung, die jedoch ziemlich vorhersehbar und eher flach ablief. Und damit wären wir schon bei meinem ersten Kritikpunkt: Viele Entwicklungen gehen zu schnell und sind zu oberflächlich. Wie schnell Loyalität und Vertrautheit entstanden, erschien mir nicht realistisch und ich hätte mir an dieser Stelle mehr Tiefe und Emotionen gewünscht.

Sprache

Mein größter Kritikpunkt ist der Schreibstil des Buches. Wie bereits erwähnt ist das ganze Buch aus der ersten Person und zusätzlich noch bis auf wenige Ausnahmen durchgängig im Präsens geschrieben. Ich persönlich finde eine Präsens-Erzählform schwierig - gerade auch, weil es in der Kombination mit der Ich-Perspektive speziell in diesem Buch zu einer sehr hektischen, abrupten und springenden Sprache führte. Hier hat es mir so einige Male den Einstieg in das Buch erschwert.

Trotz des sehr guten und neuen Weltenentwurfs, der moralischen Werte und der spannenden Handlung, kann ich dem Buch nicht mehr als 3,5 Sterne geben. Zu sehr hat mich der Erzählstil gestört und mir den Einstieg in die Geschichte erschwert.
Monika Loerchner besitzt Potenzial und Kreativität. Ich denke, dass sie gute Chancen hat, eine gute Autorin zu werden, doch mit „Hexenherz – Eisiger Zorn“ konnte sie mich nur eingeschränkt überzeugen. Eine Empfehlung dieses Buches ist meinerseits deshalb nur bedingt möglich.


Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Donnerstag, 10. August 2017

{Monatsrückblick} Eine Reise in den Norden


Hallo liebe Waldbesucher,

heute gibt es hier einen Monatsrückblick der etwas anderen Art. Die Idee ist aber nicht meine eigene, sondern von Anka von Ankas Geblubber (*Hier* seht ihr ihr erstes Video mit diesem Format). Da ich keine Videos drehe, werde ich die vorgegebenen 10 Fragen nicht alle beantworten, sondern etwas reduzieren.

Aber warum mache ich diesen Monatsrückblick ausgerechnet jetzt? Nun, ein Grund ist, dass es seit Jahresanfang keine Monatsrückblicke hier im Bücherwald bei TinyHedgehog gab. Ein anderer ist, dass ich im Juli zwei Wochen auf Reisen war und Ankas Monatsrückblick genau dies für die gelesenen Bücher thematisiert. "Warum also nicht beides verbinden?", habe ich mir gedacht.

Kurz möchte ich euch aber auch von meinen Reisen erzählen. Ich war nämlich zwei Wochen in Schottland. Dort hab ich aber nicht nur Urlaub gemacht, sondern war mit meinem Uni-Kurs dort auf Exkursion. Ich studiere Geowissenschaften und im Rahmen unseres Studiums muss ein geologischer Kartierkurs absolviert werden. Deshalb war ich 10 Tage lang im Norden Schottlands unterwegs und hab mir verschiedene Gesteine angeguckt ;) Wir hatten unglaublich gutes Wetter, was für Schottland schon recht ungewöhnlich ist und uns allen stets gute Laune bereitet hat. Natürlich war es auch anstrengend, aber der Ausblick auf die Landschaft dort belohnte einen für die Mühen. Es ist wunderschön dort und ich würde jederzeit gerne wieder dorthin reisen!
Nach diesen 10 Tagen Exkursion bin ich noch ein paar Tage in Edinburgh geblieben, um mir die Stadt anzugucken und einen Freund aus England zu treffen. Und auch die Stadt konnte mich verzaubern! Sie ist zwar nicht unbedingt sauber und restauriert, aber mit ihren kleinen Gassen und engen Häusern hat sie einen ganz eigenen gemütlichen Charme. Während meiner Zeit dort bin ich natürlich auch an den Orten vorbeigekommen, die die Harry Potter-Reihe inspiriert haben. Und tatsächlich fühlte es sich ein bisschen so an, als würde man durch die Winkelgasse laufen!

Doch kommen wir nun zu meinem Monatsrückblick:

Bevor ich mit der ersten Frage beginne, möchte ich euch gerne zum Mitraten auffordern, welche Bücher ich wohl gelesen habe. Die Hinweise für die Bücher sind in verschiedenen Farben dargestellt. Schreibt mir doch gerne in die Kommentare, ob ihr Bücher erkannt habt!

Wohin bin ich in meinen Büchern gereist?


Zunächst einmal bin ich auf eine abenteuerliche Reise nach Irland aufgebrochen. Dabei handelt es sich um ein zukünftiges Irland! Und ich habe sogar Zeit im Jenseits verbracht. Nach diesem etwas gruseligen, aber sehr unterhaltsamen Trip auf die Insel hat es mich nach London in England verschlagen. Das ist zwar nicht weit weg, aber es könnte unterschiedlicher nicht sein. Auch London zeigte sich mir von einer zukünftigen Seite mit einem sehr zweifelhaften Justizsystem. Doch bevor ich meinen Aufenthalt dort beendete, habe ich mir eine kurze Auszeit genommen. In dieser Auszeit habe ich mich dann in ein neues Abenteuer gestürzt und bin von England aus zunächst in die Vergangenheit und dann in eine weit, weit entfernte Zukunft gereist, wo sich seltsame Gestalten herumtrieben. Auch den Untergang der Erde habe ich so miterlebt. Nach dieser atemberaubenden Reise bin ich wieder nach London zurückgekehrt und habe die dortigen Ereignisse bis zum Schluss mitverfolgt. Ohne großen Zwischenstop ging es dann direkt weiter - diesmal in ein völlig fremdes Land mit dem Namen Fennbirn.

Wen habe ich auf meinen Reisen kennengelernt?


Bei meiner Reise in das zukünftige Irland habe ich einen Studenten getroffen, der aus der wuseligen Stadt raus auf's Land gezogen ist, um ein wenig den Kopf freizubekommen. Das besondere an ihm: er ist ein genetischer Klon eines sehr wichtigen Wissenschaftlers, der (in der Geschichte) die Zerstörung der Erde verhindert hat! Zusammen mit ihm habe ich auch ein etwas esoterisches Mädchen kennengelernt, dass einen Dodo als Haustier hat. Während die Ereignisse, bei denen ich sie begleitete, zwar recht schaurig und gruslig waren,  war es doch auch sehr unterhaltsam und lustig. Im Gegensatz dazu waren die Umstände, unter denen ich ein anderes junges Mädchen traf alles andere als lustig. Denn als ich sie kennenlernte, hatte sie nur noch 7 Tage zu leben, bevor sie höchstwahrscheinlich hingerichtet werden würde. Trotz ihrer Angst, hat sie mich mit ihrem Mut und ihrem Willen, etwas zu verändern, beeindruckt. Anschließend traf ich auf einen Mann, der nur Der Zeitreisende genannt wurde. Auch ihn traf ich in London, allerdings in der Vergangenheit. Und wie sein Name schon verrät, hat er mich auf eine wahnsinnig spannende Reise durch die Zeit mitgenommen. Dabei sind wir in die Zukunft gereist und haben sogar das Ende der Erde gesehen. Zu guter Letzt begegnete ich drei Mädchen, die gerade erst 16 geworden sind. Die drei Schwestern könnten aber unterschiedlicher nicht sein, da ihr Leben bisher nur daraus bestand, sie zu den Stärksten zu machen, da sie nach ihrem 16. Geburtstag zwei Morde begehen müssen. Mit diesem sehr außergewöhnlichen und vielfältigen Trio endete meine Reise durch den Juli. 

Wo hat es mir am meisten gefallen?


Diese Frage ist nicht gerade einfach zu beantworten, da es mir tatsächlich überall sehr gut gefallen hat. Doch müsste ich mich für ein Buch entscheiden, so würde ich die drei Schwestern wählen. Ihre Geschichte konnte mich vollkommen begeistern und da ihre Geschichte noch nicht zu Ende erzählt wurde, warte ich gespannt darauf, was sie wohl noch alles zu bewältigen haben. 


Auflösung


Hier nun die Auflösung zu meinen gelesenen Büchern. 




"Der Sterbeschlamassel" von Anette Kannenberg 
"Marthas Widerstand" von Kelly Drewery
"Die Zeitmaschine" von H.G. Wells
"Der Schwarze Thron - Die Schwestern" von Kendra Blake




Nun würde ich gerne noch von euch wissen, was ihr von dieser Art von Monatsrückblick haltet? Gerne würde ich nämlich auch in den nächsten Monaten versuchen, dieses Format beizubehalten, wobei es natürlich etwas kürzer ausfallen würde, da mein persönlicher Reisebericht ja dann wegfällt. 

Sonntag, 18. Juni 2017

[Gastrezension] "Dark Side" von Anthony O'Neill

Erschienen bei Knaur am 1.3.2017 | Übersetzt von Gerd Rottenecker
Klappenbroschur | 416 Seiten | ISBN: 978-3-426-51865-6 | 14,99 € | Kaufen

Diese Rezension wurde von Archer (auf Lovelybooks) geschrieben, 
die von mir das Buch im Austausch für eine Rezension erhalten hat.


Fletcher Brass ist der heimliche (unheimliche) König der dunklen Seite des Mondes. In dieser Region regiert die Gesetzlosigkeit, die Polizisten tun wenig mehr als wegzuschauen. Ausgerechnet dorthin kommt der aufrechte Cop Damien Justus, den die Bewohner dort Justice nennen. Er lernt schnell, dass kaum jemand die Wahrheit sagt, dass Brass sich nur an seine eigenen Regeln hält, welche unter anderem so nett klingen wie “Es ist gut, einen Rivalen zu haben. Noch besser ist es, ihm den Schädel einzuschlagen” und dass alle, die hier etwas zu sagen haben, versuchen, ihn an der Aufklärung von Morden zu hindern. Dabei sind nicht einmal die geringere Schwerkraft oder ein mordender Android das größte Problem. Doch Justus wäre nicht er, wenn er sich in irgendeiner Form aufhalten lassen würde.

O'Neill hat sich wirklich Mühe gegeben, so viel über Zukunftsvisionen zu recherchieren wie möglich. Zum großen Teil gelingt es ihm auch, das gut rüberzubringen, wobei mich persönlich seine Abschnitte, in denen er sich als Reisekaufmann betätigte und in diesem Ton einiges vom Mond beschrieb, eher genervt haben. Auch finde ich, hätte es nicht gebraucht, wirklich jeden einzelnen der meist kriminellen Opfer so ausgiebig zu beschreiben, besser wäre es gewesen, sich weiterhin auf die Dynamik zwischen Justus und den Rest des Mondes zu konzentrieren. Großartig fand ich jedoch, dass er es wirklich schaffte, mir Purgatory - die gesetzlose Stadt - nahezubringen und alles, was auf dem Mond mit der geringen Schwerkraft und den möglichen politischen und technischen Verwicklungen zu tun hat. Auch Justus ist ein interessanter Protagonist in seiner aufrechten, geradezu altmodischen Art, so dass ich eine Weile vermutete, er könne ebenfalls ein Android sein. Was mich allerdings wirklich (zynisch) amüsierte, war die Ähnlichkeit Fletcher Brass' mit all seinem Größenwahn, ja seinem Aussehen, seiner Art von Aussagen mit einem gewissen Herrn, der gerade sehr viel Macht in Amerika besitzt. Gegen ein Sequel hätte ich grundsätzlich nichts einzuwenden.
Wir bedanken uns beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Die Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Samstag, 17. Juni 2017

[Rezension] "Transition - Das Programm" von Luke Kennard

Erschienen bei Droemer am 3.4.2017 | Übersetzt von Karl-Heinz Ebnet
Hardcover | 336 Seiten | ISBN: 978-3-426-28167-3 | 19,99 € | Kaufen

„Verbessere dich selbst, und du verbesserst die Welt.“

Karl und Genevieve, beide Anfang 30, sind überqualifiziert und hoch verschuldet, wissen nicht weiter. Überraschend bekommt das junge Paar das verlockende Angebot, an einem Pilotprogramm namens Transition teilzunehmen. Dahinter steckt eine wohltätige Organisation, die desillusionierten Großstädtern wieder auf die Füße helfen will. Einzige Bedingung: Die Testpersonen müssen sechs Monate bei ihren Mentoren wohnen und sämtliche Anweisungen befolgen.
Während sich Genevieve voller Begeisterung in das Coaching stürzt, steht Karl dem ganzen Vorhaben skeptisch gegenüber. Was steckt wirklich hinter dieser ominösen Organisation, die jede Öffentlichkeit meidet? Und führt die permanente Selbstoptimierung tatsächlich zu etwas Gutem?
(Quelle: Droemer)
Die leichte dystopische Note des Buches hat mir gut gefallen und mir das Buch zu Beginn schmackhaft gemacht. Es bringt ein zusätzliches Element in die Geschichte, das sie für mich interessanter gemacht hat. „Transition“ kann allerdings auch ohne dieses Element funktionieren – und gerade das macht den Charme der Geschichte aus. Denn schnell wird die Aufmerksamkeit des Lesers auf das Projekt „Transition“ gelenkt, an dem der Protagonist Karl teilnimmt. Gemeinsam mit Karl erfährt man immer mehr darüber und fängt an zu zweifeln, ob „Transition“ tatsächlich so gut ist, wie es vorgibt zu sein.

Luke Kennards Schreibstil ist sehr leicht und angenehm. Mir konnte er Karls Gefühle gut vermitteln und hat mich so in die Geschichte mitnehmen können.

„Sie wohnten mit ihrem elektrischen Heizgerät und Multifunktions-Tischbackofen im ehemaligen Wintergarten einer viktorianischen Doppelhausvilla, teilten sich mit den übrigen Bewohnern auf ihrem Stockwerk Badezimmer und Küche, sowie das Gefühl, an einer wichtigen Abzweigung im Leben die falsche Entscheidung getroffen zu haben.“ – Seite 16

Ohne übermäßiges Drumherum und in einer recht nüchternen, manchmal auch etwas bildhaften Sprache, schaffte Kennard es, in mir ein Interesse an der Geschichte zu wecken, sodass ich gespannt Karls Leben und „Ermittlungen“ gegen das Programm verfolgt habe.

Das Einzige, was einen etwas faden Beigeschmack hinterlässt, ist das recht offene Ende. Doch es passt zum Buch, weshalb ich es kaum als Kritik äußern kann. Es führte nämlich dazu, dass auch noch einige Tage später meine Gedanken immer wieder um die Geschichte kreisten und diese Revue passieren ließen. 
Bei der Bewertung dieses Buches tue ich mich ein wenig schwer. Einerseits ist keine wirklich abgeschlossene Geschichte und sorgt somit ein wenig für Unzufriedenheit, andererseits habe ich die Handlung mit Spannung verfolgt und sie hat mich auch noch einige Tage später beschäftigt.

Da ich aber nicht wirklich etwas zu bemängeln habe, entscheide ich mich für 4 Sterne. „Transition – Das Programm“ ist kein Buch, was man unbedingt gelesen haben muss, doch ich bereue nicht, es gelesen zu haben. Deshalb kann ich es auch gerne weiterempfehlen.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Dienstag, 6. Juni 2017

[Rezension] "Papershape - DIY Wohndesigns aus Papier" von Anastasia Baron

Erschienen bei Knaur am 1.3.2017 | Hardcover | 160 Seiten 
ISBN: 9978-3-426-64667-0 | 19,99 € | Kaufen

Anastasia Baron zeigt in ihrem Buch, was sich mit Papier gestalten lässt, wenn man Fläche in Form verwandelt. Sie stellt 30 außergewöhnliche Papierplastiken vor, die sich perfekt zum Verschenken oder Dekorieren der Wohnung eignen. Durch intelligentes Schneiden, Falten und Verkleben entstehen farbenfrohe Blumen, Früchte und Tiere, stilvolle Wandbilder und prächtige Tischdekorationen im Low-Poly-Stil.
(gekürzt; Quelle: Knaur)
In diesem Buch sind 30 im Papierdesign entworfene Modelle zum Nachbasteln enthalten. Mehr als die Hälfte der Seiten dieses Hardcoverbuches sind die Druckvorlagen, die anderen sind Beispiele der fertigen Modelle und die Anleitung.

Die Anleitung ist sehr übersichtlich, einfach und verständlich gehalten. Gerade die dazugehörigen Bilder helfen zu verstehen, was genau gemacht werden muss. Auch die Informationen zu Materialien und den verschiedenen Papierstärken sind sehr hilfreich.

Bei den Druckvorlagen sind zusätzlich zum Namen auch die fertigen Maße und das Schwierigkeitslevel angegeben. Meiner Meinung nach wäre dies auch bei den Beispielbildern sinnvoll gewesen, damit man bereits dort eine Abschätzung treffen kann, wie groß und schwierig das Modell zu basteln ist.


Kritik

So sehr ich das Hardcoverformat grundsätzlich mag - hier ist es leider etwas fehl am Platz, denn die Druckvorlagen sind nicht zum Herausnehmen, wie man es vielleicht von manch anderen Bastelbüchern kennt, sondern im Einband eingefasst. Durch die recht kräftige Bindung ist es somit schwer, die Seiten gerade auf den Scanner aufzulegen. Zwar reichen die für den Druck relevanten Bereiche nie bis ganz ins Innere, aber unbequem ist es trotzdem.

In dem Buch wird empfohlen, die Seiten abzuscannen, auszudrucken und dann auf das gewünschte Papier abzupausen. Ich finde dies etwas aufwändig. Da wäre eine herausnehmbare Druck-/Abpausvorlage praktischer gewesen. Deshalb habe ich mir einen Schritt gespart und die Vorlagen direkt auf farbiges Papier gedruckt. Grundsätzlich kann ich das so empfehlen, allerdings habe ich mit farbigen Druckerpapier gearbeitet, welches nicht sehr viel g/m2 hat und deshalb sieht man bei den Figuren, die ich gebastelt habe, den Druck durch das Papier durchscheinen. Das Problem könnte man auch umgehen, indem man die Druckfarbe auf ein helleres Grau anpasst.

Das Buch ist schön gestaltet und die Anleitung ist übersichtlich und verständlich. Doch ich kann das Buch nur begrenzt empfehlen, weshalb es auch nur schwache 3 Sterne von mir erhält. Die Handhabung des Buches ist nämlich nicht sehr bastelfreundlich, da die Druckvorlagen nicht herausnehmbar und fest im Einband verarbeitet sind. Zudem sind 30 Modelle für ein Buch, dass 19,99 € kostet aus meiner Sicht etwas wenig. Man hätte das Preis-Leistungs-Verhältnis besser gestalten können.

Vor dem Kauf würde ich also dringend empfehlen hereinzuschauen und zu gucken, ob genug Modelle enthalten sind, die einem zusagen.
Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 


Sonntag, 4. Juni 2017

[Rezension] "Ana und Zak" von Brian Katcher

Erschienen bei dtv am 7.4.2017 | Übersetzt von Ute Mihr
Klappenbroschur/Ebook | 320 Seiten | ISBN: 978-3-423-65025-0 | 14,95/12,99 € | Kaufen


Ana und ihr jüngerer Bruder Clayton nehmen an derselben Quiz-Meisterschaft in Seattle teil wie Zak. Alles könnte gut sein, doch Mastergenie Clayton entwickelt sich zum kleinen Aas und haut heimlich abends vom Turnier ab, um sich auf der nahe stattfindenden großen Science-Fiction-Comic-Convention zu amüsieren. Für Ana und Zak, die ihn finden müssen, bevor der Morgen graut (alles andere hätte furchtbare Konsequenzen) beginnt eine Nacht zwischen Orks, Bogen schießenden Amazonen und wild gewordenen Wikingern. Eine verrückte Nacht, in der beide über sich hinauswachsen, ihre Masken fallen lassen sich zum ersten Mal so sehen, wie sie sind: verletzlich, wütend, voller Leben und randvoll mit Gefühlen füreinander.
(Quelle: dtv)
In diesem Buch begegnen sich zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Jugendliche: Ana, die Schulstreberin mit strengen Eltern und einem vorgeplanten Leben und ihr gegenüber: Zak, ein legerer Nerd, der es mit seiner Schullaufbahn eher nicht so ernst nimmt.
Obwohl das Buch recht klischeehaft beginnt, waren mir die Charaktere sofort sympathisch. Das liegt besonders daran, dass die Dialoge oft sehr lustig und unterhaltsam sind. Meist sind sogar die inneren Monologe, die man dank wechselnder Erzählperspektive als Leser mitbekommt, besonders mit Witz und Ironie bestückt.

Die Handlung konnte mich auch sehr schnell überzeugen. Die wahnwitzige Suche nach dem Bruder von Ana bei der Washingcon ist genau so, wie man sie sich vorstellt: Super unterhaltsam und faszinierend! Das Buch macht Spaß und zwar so richtig. Nicht nur die rasante Jagd und die auch manchmal etwas kitschige Liebesgeschichte sind toll, sondern auch die Action konnten mich total begeistern.

Sprache

Brian Katchers Buch liest sich sehr leicht und schnell, was gut zur Handlung passt. Besonders die lustigen Metaphern haben mir sehr gut gefallen. Sie sind so gekonnt mit Witz versehen, dass ich bei den Vergleichen, die Brian Katcher manchmal mit diesen Metaphern anstellte, herzhaft lachen musste.

"Man kann Zak zwar leichter folgen als dem Plot eines Vampirromans, aber ich hole nicht auf."  

Gut zu wissen

Die Idee zu diesem Roman beruht auf einem anderen Buch, wie Brian Katcher in einem Interview auf der Website des dtv verrät.

„Die Idee habe ich meiner Lektorin, Claudia Gabel, zu verdanken. Sie hat mich gefragt, ob ich ein ähnliches Buch wie ›Nick and Nora’s Infinite Playlist‹ von David Levithan [dt. „Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht“], schreiben könnte, nur dass meine Charaktere nicht cool wären, sondern Nerds.“

Dieses Jugendbuch macht Spaß und zeigt die schillernde und fröhliche Welt der Nerds und Geeks. Ich kann das Buch sehr empfehlen, vor allem jedem, der gerne Liebesgeschichten liest und auf kreative Settings steht.

Ich bin gespannt, ob Brian Katchers andere Werke ebenfalls ins Deutsche übersetzt werden. Für seine Bücher „Almost Perfect“ und „Playing with Matches“ wurde er sogar in den USA ausgezeichnet.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.