Montag, 18. Mai 2015

★Rezension★ "Die Begabte" von Trudi Canavan


Tyen ist Zaubereistudent und angehender Archäologe. Bei Ausgrabungen mit seinem Professor und anderen Studenten findet er ein Buch ohne Inhalt in einem Grab. Schnell entdeckt er, dass dieses Buch magisch ist und auf seine Gedanken antworten kann.

Das Buch ist Pergama, die einst eine lebende Frau war und von einem Magier zu einem Buch gefertigt wurde, um das Wissen der Welt in sich zu sammeln. Seine Entdeckung verbirgt Tyen zunächst vor seinem Professor und der Akademie in Angst, sie würden den wahren Wert des Buches unterschätzen oder sie vernichten wollen. Diese Befürchtungen bewahrheiten sich, als die Akademie das Buch in die Hände bekommt, als gefährlich einstuft und zur Vernichtung freigibt. Bevor Pergama vernichtet werden kann, fällt sie Tyen wieder in die Hände. Doch nun wird er als Dieb durch das ganze Land gejagt und Tyen steht eine abenteuerliche Flucht bevor…


Rielle lebt in einer Welt, in der Magie verboten ist. Denn diese gehört den Engeln und darf ihnen nicht genommen werden. Lediglich die Priester, die im Auftrag der Engel handeln, dürfen sie verwenden. In der Stadt werden aber immer öfter „Befleckte“ entdeckt – Menschen, die verbotenerweise Magie erlernt und benutzt haben. Diese wurden von der gesuchten Verführerin in Magie unterwiesen. Rielle, die einen Kontakt zur Verführerin entdeckt, versucht sie nun auf eigene Faust zu finden, um den Priestern bei ihren Nachforschungen zu helfen. Es gelingt Rielle auch die Frau zu finden, aber die Begegnung endet anders als Rielle erwartet hätte…

Die zwei Handlungstränge sind in verschiedenen Welten angesiedelt und werden klar getrennt geführt. Sowohl Tyens als auch Rielles Geschichte nehmen unvorhergesehene Wendung, die die Beiden an ihre Grenzen treiben und sie vor schwierige Entscheidungen stellen.

Trudi Canavan lässt sich Zeit die Charaktere und ihre Welten ausführlich zu beschreiben und dem Leser näher zu bringen. Trotzdem ist ein Spannungsbogen zu finden, sodass diese Erklärungen nicht langweilig oder zu ausführlich sind. Wie auch in „Die Gilde der schwarzen Magier“ finde ich die Beschreibung der Magie und deren Anwendung ungewöhnlich und kreativ. Sie wirkt authentisch und realistisch, sodass ich mir gut vorstellen konnte, wie es sich anfühlen würde, Magie zu fühlen und zu benutzen.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es in diesem Buch jedoch: Während die beiden Geschichten jeweils einen roten Faden aufweisen, so ist dieser in dem Buch als Gesamtes schwer zu finden. Erst zum Schluss bekommt man eine Idee, wie die Geschichten in Verbindung stehen könnten. Doch schließlich ist dies der Auftakt zu einer neuen Trilogie und mich persönlich hat es nicht gestört. Ich kann mir aber vorstellen, dass es einigen Lesern schwer fallen könnte, solch ein Buch zu lesen.

…zur Sprache:

Obwohl Trudi Canavan sich keiner besonderen Sprache bedient, hat sie einen eigenen Schreibstil. In ihren Büchern bekommt man ein ganz besonderes Leseerlebnis, da man ganz und gar in die erfundenen Welten eintauchen kann und möglichst viel Zeit dort verbringen will.

...zum Cover:

Anhand des Cover sieht man ganz klar: Dies ist ein Canavan-Buch. So sehr ich die Frauen in ihren Roben mag, umso mehr habe ich mich langsam an ihnen sattgesehen. Auch die englischen Cover weisen das altbekannte Muster auf, doch finde ich das Cover zu „Die Begabte“ interessanter und neuer. Schade, dass diese neue Idee in Deutschland nicht übernommen wurde.

Mit dem „Die Begabte“ hat Trudi Canavan einen tollen neuen Auftakt zu einer neuen Trilogie geschaffen.

Für Canavan-Fans ist dieses Buch ein Must-Read, denn sie zeigt wieder einmal, dass die ihr die Ideen nicht ausgehen und sie sich trotzdem treu bleiben kann. Auch Fans von High- und All-Age-Fantasy können ohne Probleme zu diesem Buch greifen. „Neulingen“ würde ich jedoch empfehlen zunächst die Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“ zu lesen. Denn „Die Begabte“ umfasst 672 Seiten und ist somit ein ziemlicher Brocken, den man wohl erst genießen kann, wenn man sich für den Schreibstil der Autorin begeistern kann.

Ich vergebe dem Buch trotzdem 5 Sterne, da es mich total überzeugt hat und ich mich sehr auf den nächsten Band freue!



Das Buch ist 2014 im Penhaligon Verlag erschienen
ISBN: 978-3-7645-3105-8
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A]

Hier kommt ihr auf die Verlagsseite, wo ihr das Buch auch käuflich erwerben könnt.
Die Bildrechte der benutzten Abbildung liegen beim Penhaligon-Verlag.

Kommentare:

  1. Hey :)

    Ich hab das Buch auch als E-Book auf meinem SuB liegen, aber ich denke, ich werde damit noch eine Weile warten :). Lieber warte ich, bis Teil 3 erscheint und lese die Geschichte dann am Stück :D.

    Liebe Grüße
    Ascari vom Leseratz Blog

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  2. Huhu! :)

    Eine sehr schöne Rezension! Ich habe leider noch kein Buch der Autorin gelesen, obwohl ich es mir schon länger vornehme. Die Gilde der schwarzen Magier steht zum Beispiel schon eine gefühlte Ewigkeit auf meiner WuLi. Mal sehen was zuerst einziehen wird. ;)

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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    1. Hey!
      Vielen Dank :*
      Wie ich auch schon in der Rezension erwähne, empfehle ich "Die Gilde der schwarzen Magier" zuerst zu lesen. Ich habe auch damit angefangen und seit dem schon mehrmals wieder gelesen!

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  3. Hi!

    Die 2. Sonea-Trilogie hat mir Trudi Canavan ein wenig madig gemacht aber das klingt ja wieder besser.

    LG,
    André
    Bibliothek von Imre

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  4. Hallöchen Lena :)

    Eine richtig tolle Rezension ♥ Obwohl ich das Buch eigentlich nicht unbedingt lesen wollte, hast du es mir nun richtig schmackhaft gemacht, dass ich mir es am liebsten sofort kaufen würde. Ich denke aber, dass ich noch ein wenig warten werde, bis zumindest Band 2 erschienen ist :)

    Liebe Grüße,
    Corina

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    1. Huhu Corina,
      Na da hab ich ja was angerichtet ;)
      Der zweite Band ist sogar schon erschienen! Seit Ende November gibt's den auf dem Markt. Im Juli kommt, soweit ich das in Erinnerung habe, der erste Band als Taschenbuch raus, falls du so lange warten wilst/kannst.

      Liebe Grüße!

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