Mittwoch, 16. September 2015

★Rezension★ "Runa" von Vera Buck



Titel: Runa
Autor: Vera Buck
Verlag: Limes
Erschienen am: 24. Aug. 2015
Format: Hardcover
Seiten: 608
ISBN: 978-3-8090-2652-5
Preis: € 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90
Kaufen: bei Limes



"Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben."
Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fortschneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis … 
(Klappentext des Verlages)


Zur Geschichte:
Runa ist ein historischer Roman, der die Anfänge der Neurologie während des späten 19. Jahrhunderts in der Salpêtrière in Paris thematisiert. Vera Buck hat hier sehr aufwändig recherchiert und auf 600 Seiten umfassende Fakten zu diesem Thema zusammengestellt und in eine fiktive Geschichte eingebettet. Des Weiteren werden auch viele Persönlichkeiten in die Handlung eingeflochten, die tatsächlich existiert haben.

Meiner Meinung nach kommt die Handlung in dem Buch aber leider viel zu kurz, da die erste Hälfte des Buches lediglich der Beschreibung und Einführung der Protagonisten und des Handlungsortes dient. Zwar ist dies interessant und liest sich gut, doch durch die fehlende Handlung wirkt die erste Hälfte eher wie ein Bericht als ein Roman. Zwar werden dem Leser hin und wieder kleinere Einblicke in Geschichte gegeben, doch erst in der zweiten Hälfte wird immer mehr aufgedeckt und die Handlung nimmt ihren Lauf. Die letzten 200 Seiten haben mir dann geboten, was ich mir von dem Buch erhofft hatte: Eine spannende Handlung mit mysteriösen Elementen und einer Suche nach der Wahrheit hinter dem Ganzen.

Zum Thema:
Ich habe dieses Buch gerade wegen der interessanten Thematik und der mysteriösen Spannung ausgewählt, die mir im Klappentext versprochen wurden. Die im Buch erwähnten wissenschaftlichen Vorgänge haben mich sogar motiviert, mich im Internet über das Buch hinaus mit dem Thema zu beschäftigen und die realen Hintergründe des Buches zu recherchieren.
Vera Buck hat zusätzlich im Nachwort eine umfassende Literaturliste erstellt mit Büchern, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und die Wahrheit hinter der Geschichte in „Runa“ liefern.

Zur Sprache:
Vera Buck bedient sich einer einfachen und dem Buch angemessener Sprache. Oftmals werden französische Begriffe und Sätze eingestreut, die aber im Rahmen des Textes passend erläutert werden. Eine Besonderheit dieses Buches ist, dass einer der Protagonisten aus der Ich-Perspektive erzählt, während der Rest von einem Erzähler begleitet wird.


"Runa" erzählt von den Anfängen der Psychiatrie und hat somit ein für mich grundsätzlich interessantes Thema zum Inhalt. Leider bleibt es nur bei der interessanten Hintergrundgeschichte. Die vor sich hinplätschernde, nur zum Ende vorhandene Handlung, hat mich sehr enttäuscht.
Der Klappentext verspricht eine mysteriöse und spannende Geschichte, die leider nur auf den letzten 200 Seiten zu Tage kommt.
Es war zwar interessant die Hintergrüde des mysteriösen Mädchens Runa, der Salpêtrière und der Protagonisten zu erfahren, doch meiner Meinung nach hätten dem Buch 200 Seiten weniger nicht geschadet. Mir war es um die verlorene Zeit schade.

Letztendlich ist "Runa" ein Buch mit viel Potential und einem interessanten Hintergrund, nutzt diesen aber nicht und wird so eher zu einem fiktiven Tatsachenbericht.


Kommentare:

  1. hey :)

    Nach einer ereignisreichen Woche hab ich jetzt endlich wieder Zeit für Blogarbeit, Kommentieren und Besuchen.

    Nachdem ich ja nun das Buch fertig gelsen habe, traue ich mich auch, deine Rezi zu lesen. Beim Lesen mach ich so was eher ungerne, weil ich nicht beeinflusst werden möchte.

    Ich verstehe auf jeden Fall was du meinst mit der ersten Hälfte des Buches. Es dauert ja schon ewig, bis Runa überhaupt auftaucht und dann wird sie erst mal mehr oder weniger ignoriert. Trotz allem hab ich mich nicht so sehr gelangweilt, weil ich das Setting so toll fand.
    Und ich hab auch gegoogelt und gerade Charcot mit seinen Hypnosevorführungen war wohl echt ein toller Zeitgenosse... Da kann man heute nur den Kopf schütteln.

    Liebe Grüße
    Lena

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    1. Huhu,
      Ja, was ich ganz toll fand, war die Dichte zu realen Ereignissen. Ich hab schon während des Lesens immer mal wieder im Internet gesurft und gesucht.

      Ich war einfach enttäuscht, da es so vielversprechend klang, aber dann irgendwie doch anders war.
      Liebe Grüße,
      Lena :D

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