Samstag, 17. Oktober 2015

★Rezension★ "Schwarz und Silber" von Paolo Giordano



Titel: Schwarz und Silber
Autor: Paolo Giordano
Verlag: Rowohlt
Erschienen am: 25. August 2015
Übersetzer: Barbara Kleiner
Format: Hardcover
Seiten: 167
ISBN: 978-3-498-02531-1
Preis: 17,95 € (HC) | 15,99 € (eBook)
Kaufen: bei rowohlt 


Nora und ihr Mann leben mit ihrem kleinen Sohn in Turin. Sie ist Architektin, er ist Physiker. Im Alltag werden sie unterstützt von der wunderbaren Babette – sie ist die Frau für alles, sie betreut das Kind, sie kocht, sie schmeißt den Haushalt. Und sie bildet den ruhenden Pol für das junge Paar. Eigentlich heißt sie Anna, aber sie wird Babette genannt, in Hommage an das Hausmädchen Babette in Tania Blixens berühmter Novelle «Babettes Fest».
Babette gehört zur Familie. Doch eines Tages kann sie nicht mehr kommen, sie ist an Krebs erkrankt. 
Was passiert, wenn plötzlich jemand fehlt, der immer da war? Ohne Babettes schützenden Blick verliert das Ehepaar seinen Halt, jeder zieht sich in sich selbst zurück, Gefühle, deren man sich sicher war, verschwinden.
Quelle: Rowohlt Verlag

Was tun die Menschen, wenn jemand fehlt, der bisher immer da war?  Das Buch gibt einen Einblick wie Nora und ihr Mann mit dem Fehlen ihrer Kinderfrau Babette zurechtkommen. Für das Ehepaar erweist sich das schwieriger als gedacht, da sie bereits vor dem Fehlen viel Verantwortung an sie übertragen haben. 
Das Buch analysiert das Leben und die Handlungen des Ehepaars aus der Sicht des Mannes. Seine Handlungen waren für mich nicht immer nachvollziehbar und an einigen Stellen sogar unverständlich, doch ich konnte mit ihm mitfühlen und verstand seine Verletzbarkeit und seine Unentschlossenheit. 

„Schwarz und Silber“ regt zum Nachdenken ein – über das Leben des Ehepaares, aber auch über das Zusammenleben generell und unsere Gesellschaft. 

Paolo Giordano beschreibt interessante Charaktere mit all ihren Eigenheiten, doch mir fehlte ein wenig der Zugang zu den anderen Personen außer dem Erzähler. Dies kann aber auch ein gekonnter stilistischer Trick sein, an dem deutlich wird, dass auch dem Mann der Zugang zu den anderen Personen in seinem Leben fehlt. 

Nachdem man im Buch die Entwicklung des Paares beobachtet hat, gipfelt das Ende in einer Entscheidung, die sich das ganze Buch lang angebahnt hat. Und der Ausgang des Buches erschien mir leider unpassend. Aufgrund der Probleme, die das Paar hatte, hoffte ich auf eine komplexere und realistischere Lösung als die, die mir das Buch bieten konnte. 

…zur Sprache: 

Paolo Giordano schreibt in einer wunderschönen und poetischen Sprache. Es machte Spaß, die eleganten Formulierungen und die bildhaften Beschreibungen zu lesen und zu genießen. Trotz der schwächelnden Handlung, punktet das Buch wegen seines schönen Schreibstils. 


Alles in allem lohnt es sich in das Buch hineinzulesen. Da es mit 198 Seiten recht kurz ist, kann man die etwas schwache Handlung und das unrealistische Ende verschmerzen. Das Buch lebt von der eleganten und bemerkenswerten Schreibweise des Autors.

Dieses Buch mag allerdings nicht jeden Geschmack treffen. Wer sich Action oder großes Drama erhofft, sollte lieber die Finger von diesem Buch lassen. Freunde der schönen, poetischen Sprache und schlichten literarischen Gesellschaftsanalysen, sollten allerdings in dieses Buch hineinschnuppern, um einen Eindruck von dem italienischen Autor zu bekommen. 

Der Autor: 

Paolo Giordano wurde 1982 in Turin geboren, wo er Physik studierte und mit einer Promotion in Theoretischer Physik abschloss. 
Sein erster Roman «Die Einsamkeit der Primzahlen» war ein internationaler Bestseller. Er wurde in über vierzig Sprachen übersetzt und verfilmt. Giordano erhielt dafür mehrere Auszeichnungen, darunter den angesehensten italienischen Literaturpreis, den Premio Strega. 
Quelle: Rowohlt Verlag

Ich bedanke mich beim Verlag und Lovelybooks für das kostenlose Exemplar.

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