Donnerstag, 10. Dezember 2015

★Rezension★ "Good Morning, Mr. Mandela" von Zelda La Grange



Titel: Good Morning, Mr. Mandela
Autor: Zelda La Grange
Verlag: btb
Erschienen am: 24. April 2015
Übersetzer: Ute Brammertz
Format: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Seiten: 480
ISBN: 978-3-442-75607-0
Preis: € 22,99 [D] | € 23,70 [A] | CHF 30,90
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Zelda la Grange war fast zwanzig Jahre lang die persönliche Assistentin von Nelson Mandela. Eine junge weiße Frau, geprägt von der rassistischen Politik des südafrikanischen Apartheidregime. Die zunächst als Sekretärin für Mandela arbeitete und schließlich zu einer der engsten Vertrauten jenes Mannes wurde, der ihr jahrzehntelang als Feindbild gegolten hatte. Aus der Schreibkraft wurde eine Frau, die mit Nelson Mandela um die Welt reiste, bei Treffen mit Bill Clinton, Johannes Paul II, Yassir Arafat, Morgan Freeman und Gaddafi dabei war und die ihn bis zu seinem Tod begleitete. Und die wie keine andere den wahren Nelson Mandela kennenlernte. Jene außergewöhnliche Persönlichkeit, die niemanden unbeeindruckt ließ und zugleich überraschend humorvoll war. Eine Hommage an Mandelas inspirierendes Vermächtnis und ein Aufruf, dass es nie zu spät ist, ein besserer Mensch zu werden.
(Quelle: btb)


 „Good Morning, Mr. Mandela“ ist keine Biografie des ehemaligen Präsidenten, sondern die seiner Assistentin Zelda La Grange. Eindrücklich und offen erzählt sie über ihre Kindheit als weißes Mädchen in einem von der Apartheid bestimmten Südafrika. Sie berichtet, wie ihre Vorurteile sie zunächst in ihrer Arbeit eingeschränkt haben, als sie anfing als Schreibkraft für Nelson Mandela zu arbeiten. Doch dieser hat einen Zugang zu ihr gefunden und seit dem nachhaltig ihr Leben verändert und beeinflusst. 

Mit Humor und Respekt erzählt sie von der Zeit, die sie mit Nelson Mandela verbracht hat. Sie schmückt ihre Berichte mit Anekdoten über sich, als auch den ehemaligen Präsidenten aus. Ebenso zeigt sie aber auch den Mann, der Freiheit und eine bessere Welt für alle anstrebte. Liebevoll beschreibt sie seine Reden, Gesten und Gedanken, zeigt aber auch, dass Nelson Mandela ein strenger Mann mit vielen Prinzipien war. Sie zeigt einen menschlichen und nicht unfehlbaren Mann, der viel Verantwortung und Macht hatte.

Die vielen Details, mit denen Zelda La Grange ihr Leben beschreibt, ist Fluch und Segen des Buches. Einerseits ist es spannend, mehr über das Leben des Nelson Mandela zu erfahren, egal wie klein und unwichtig die Details wirken, doch ab der Hälfte des Buches wiederholen sich einige Passagen. Zwar erzählt sie nie von gleichen Ereignissen, doch einige Anekdoten sind dem Leser bekannt und müssten nicht immer wiederholt werden (wie zum Beispiel Nelson Mandelas Unkenntnis von bekannten Sängern und Schauspielern). Auch die vielen Reisen verschwimmen zu einer reinen Aufzählung. Oftmals fragte ich mich, warum Zelda La Grange diesen oder jenen Abstecher in die eine oder andere Stadt eingebracht hat, da dort nichts Wichtiges passierte. 

Deshalb fiel es mir in zweiten Hälfte des Buches zunehmend schwerer, Interesse für den Fortgang der Geschichte aufzubringen. Dies ist schade, da die zweite Hälfte die letzten Jahre Nelson Mandelas enthält, die traurig und berührend sind und für sich selbst stehen sollten. Durch die scheinbaren Wiederholungen nimmt die Autorin ihrer Biografie eine gewisse Tiefe.

Was mir beim Lesen allerdings die größten Schwierigkeiten machte, war, dass die Autorin immer wieder Zeitsprünge macht, die nicht immer als solche erkennbar sind. Natürlich ist es beizeiten sinnvoll, eine Geschichte zu Ende zu erzählen, obwohl die Biographie noch nicht soweit in der Zeit ist, doch ich hätte mir für das Verständnis gewünscht, dass solche Passagen, bzw. die Rückkehr zur eigentlichen Zeitlinie deutlicher als solche erkennbar wären.

Sprache


Mir sind einige Formulierungen im Buch etwas seltsam vorgekommen, wobei ich nicht direkt sagen kann, ob es an der Übersetzung oder am Original liegt. Dies fällt zwar auf, stört beim Lesen aber nicht weiter.


Trotz des interessanten Themas und der eindrücklich beschrieben Wandlung von La Granges Weltsicht und ihrer Beziehung zu Nelson Mandela, bleibt das Buch eher mittelmäßig. Berührend stellt sie Nelson Mandela als Mensch dar, der nicht fehlerfrei war, aber an seine Ziele geglaubt hat. Leider durchziehen das Buch zu viele nebensächliche Dinge, von denen mir nicht immer klar war, weshalb die Autorin dies erzählen wollte.

Ich bin der Meinung, dass das Thema und Zelda La Granges Geschichte spannender und interessanter zu lesen wären, hätte sie auf die vielen ähnlichen Situationen, die nicht zwingend für das Verständnis relevant waren, verzichtet.

Dieses Buch ist trotzdem einen Blick wert, da man in diesem Buch einen etwas anderen Blickwinkel auf die beindruckende Person, die Nelson Mandela war bekommt. 

Nach dieser Biografie bin ich nun sehr gespannt auf Nelson Mandelas eigene Werke.

Ich bedanke mich beim Verlag für das kostenlose Exemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

(Coverrechte liegen beim Verlag)

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