Donnerstag, 4. Februar 2016

★Rezension★ "Der Wanderer" von Trudi Canavan

Erschienen bei Penhaligon am 23.11.2015 | Übersetzt von Michaela Link
Hardcover | 704 Seiten | ISBN: 978-3-7645-3106-5 | 19,99 € | Kaufen

"Die Magie der Tausend Welten" | 1. Die Begabte (Rezension) | 2. Der Wanderer | 3. Titel noch nicht bekannt


Der junge Magier Tyen hat seine Heimat verlassen und durchstreift die tausend Welten auf der Suche nach einer Möglichkeit, das magische Buch Pergama zurück in einen Menschen zu verwandeln. Er bittet Valhan, den mächtigsten Magier, den er finden kann, um Hilfe. Doch dieser verlangt eine Gegenleistung: Tyen soll eine Rebellengruppe ausspionieren, die Valhans Herrschaft bekämpft. Dann gelingt es den Widerständlern, Valhan zu töten. Tyen kann nicht glauben, dass all seine Anstrengungen umsonst gewesen sein sollen – und als er einen Hinweis entdeckt, dass Valhan noch lebt, nimmt er dessen Fährte auf …
(Quelle: Penhaligon)


Wieder einmal bekommt der Leser mit „Der Wanderer“ Fantasy in schöner „Trudi Canavan“-Art geliefert: Die Magie, die Welten und die Charaktere sind sehr fantasie- und liebevoll ausgearbeitet, sodass ich beim Lesen viel Spaß hatte und mich mit dem Buch wohlgefühlt habe. Vor meinem inneren Auge entstanden detaillierte Bilder und ich konnte mich gut in die Charaktere hineinversetzten.   

Da es nun schon ein Jahr her ist, seit ich das erste Buch gelesen habe, hätte ich mir vom zweiten Teil gewünscht, dass dort am Anfang Rückblenden eingebaut worden wären, die den Einstieg in den neuen Teil der Trilogie erleichtert hätten. Ausführlich hätten diese gar nicht sein müssen - die beiläufige Erwähnung von Ereignissen oder Charakteren hätte mir schon genügt. Im Laufe des Buches waren zwar kurze Einblicke in die bisherige Handlung zu finden, allerdings kamen diese für mich bereits zu einem Zeitpunkt, wo ich sie nicht mehr gebraucht habe. Denn wie ich beim Weiterlesen feststellte, waren die Kenntnisse aus dem Vorgänger gar nicht notwendig um der Handlung zu folgen. Dies ist für Quereinsteiger recht praktisch. Ich hätte mir allerdings etwas mehr Bezug zwischen den Teilen gewünscht.   

„Der Wanderer“ geht mit seiner Handlung in eine etwas andere Richtung als sein Vorgänger „Die Begabte“. Dieses Mal geht es nicht mehr nur um die Einzelschicksale, sondern auch um die vielen Welten und die darin lebenden Völker. So wird die Handlung etwas weltenumspannender und man bekommt mehr von der toll konstruierten Welt und Geschichte mit. Natürlich waren die Haupthandlungen wieder auf die zwei Protagonisten Rielle und Tyen bezogen, deren Entwicklung ich gerne verfolgt habe.  

Das Buch ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, die jeweils einen der Hauptcharaktere begleiten. Die Abschnitte sind ziemlich lang, was mich zunächst etwas gestört hat. Denn die ersten 140 Seiten begleitet der Leser Rielle, deren Geschichte im ersten Teil für mich eher die uninteressantere Handlung war. Ich hätte mir gerade am Anfang mehr Perspektivenwechsel gewünscht, denn ich denke, dass nicht nur ich zunächst mehr über Tyen erfahren wollte. Im Laufe des Buches freundete ich mich aber immer mehr mit der Länge der Abschnitte an. So hat die Autorin nämlich Zeit, den einzelnen Teilen einen Spannungsbogen zu verleihen und als Leser hat man Zeit, sich auf den Protagonisten einzustellen- ohne, dass man sich sofort wieder umgewöhnen muss.  


Trudi Canavan verzichtet außerdem zwischen den Abschnitten auf starke Cliffhanger. Das wirkt zunächst etwas seltsam, doch sie schafft es trotzdem, eine Spannung aufrecht zu erhalten und dabei nicht künstlich reißerisch zu wirken. Ohne die Cliffhanger konnte ich mich viel mehr auf die neuen Abschnitte und den Perspektivenwechsel freuen und ärgerte mich nicht um den „unpassenden“ Schnitt in der Handlung.  


„Der Wanderer“ ist ein solides Fantasywerk aus der Feder der australischen Autorin Trudi Canavan. Mit gewohnt gutem Schreibstil, spannenden Charakteren und einem fantastischen Weltenentwurf bietet das Buch Fantasy auf gutem Niveau. Da das Buch allerdings nicht sehr rasant oder actionlastig ist, wirkt es recht gemächlich, was bei einer Seitenanzahl von 704 Seiten etwas abschreckend ist. Ich bin auch der Meinung, dass dem Buch (einige) hundert Seiten weniger gut getan hätten, wenn so die Handlung etwas schneller vorangekommen wäre. Dennoch kann ich dieses Buch empfehlen. Man sollte sich aber auf eine eher ruhigere und durchdachte Geschichte einstellen.    

Solltet ihr Trudi Canavan noch nicht kennen, möchte ich euch ihre erste Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“ nahelegen, da sie meiner Meinung nach etwas besser zeigt, wozu die Autorin in der Lage ist. „Die Magie der tausend Welten“ ist eher für Leser, die die Autorin schon kennen und auch mögen. 

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

(Coverrechte liegen beim Verlag)


Kommentare:

  1. hey :)
    Wie du ja schon weißt, fand ich den zweiten Teil der Reihe auch ziemlich gut. Im großen und ganzen kann ich dir bei der Rezi auch zustimmen, jedoch hat mich die Geschichte doch noch mehr fesseln können und ich fand sie gar nicht zu lang.
    Mich hat mehr gestört, dass die Abschnitte von Rielle und Tyen so lang waren, ich hätte mir häufigere Wechsel gewünscht.
    Ansonsten fand ich die Idee mit den Welten einfach nur genial und freu mich jetzt schon drauf, im nächsten Band noch mehr neue Welten kennen zu lernen.

    Liebe Grüße
    Lena

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    1. Hey,

      naja zu lang ist sie ja auch nicht. Aber weniger Seiten wären auch nicht schlimm gewesen. Also ich als Canavan-Fan mag das ja, wenn ich noch mehr Zeit in der tollen Welt verbringen kann, aber massentauglich ist das wahrscheinlich nicht ;)

      Ich bin auch schon ganz gespannt. Der dritte Teil soll ja auf englisch Ende 2016 erscheinen... Ich hoffe die deutsche Übersetzung erscheint dann auch zeitnah. Hat ja aber bei "Die Begabte" und "Der Wanderer" gut funktioniert :D

      Liebe Grüße

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