Montag, 15. Februar 2016

[Rezension] "Humboldts letzte Reise" von Vincent Froissard und Étienne Le Roux


Erschienen bei Knesebeck am 12.03.2015 | Übersetzt von Anja Kootz
Hardcover | farbig illustriert | 160 Seiten | ISBN: 978-3-86873-826-1 | 24,95 € | Kaufen

Der mittlerweile zur Ruhe gekommene Alexander von Humboldt erhält eine Nachricht seines Kollegen Aimé Bonpland, der im Dschungel Amazoniens verschollen ist. Begleitet von Bonplands Tochter bricht Humboldt auf, um sich auf die Spur seines engen Freundes zu begeben. Seine plötzliche Abreise sorgt für großes Aufsehen – wohin will der Mann auf seine alten Tage? Geht er auf eine neue Expedition? Um das herauszufinden, heftet sich sein Rivale Carl Ritter an Humboldts Fersen… 
(Quelle: Knesebeck Verlag)

Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten, in die Graphic Novel hineinzufinden. Es war nicht immer ganz ersichtlich, wer die Geschichte gerade erzählt und zu wem die Gedanken gehören. Man muss sich zunächst mit dem Erzählstil und den Zeichnungen vertraut machen, da diese recht eigen sind. Zudem verschwimmt sowohl textlich als auch bildlich oft Realität und Traum, was für das erste Verständnis nicht sehr einfach war. Doch letztendlich macht genau diese verschwommene Grenze einen großen Teil des Charmes der Graphic Novel aus. 


Man sollte sich bei „Humboldts letzte Reise“ wirklich die Zeit nehmen, die Illustrationen aufmerksam zu betrachten und auf sich wirken zu lassen. Ein schnelles Durchlesen der Geschichte bringt nichts und kann ich auch nicht empfehlen. Mir half es auch manchmal, Passagen mehrmals zu lesen, um die Stimmung besser zu spüren und die Geschichte zu verstehen.

Illustrationen


Die Zeichnungen in dieser Graphic Novel sind sehr speziell und außergewöhnlich. Der Stil ist eher düster und seltsam, was den Eindruck verstärkt zwischen Traum und Realität zu wandeln. Dieses Buch lebt sehr von seinen Illustrationen und man merkt, dass sich die Autoren viel Mühe damit gegeben haben. Mir gefallen die tollen Zeichnungen sehr, da mir die Art und auch die Detaildichte sehr zusagen. Auch nach Beenden des Buches bin ich zu manchen Stellen zurückgekehrt um sie mir erneut anzusehen. 

„Humboldts letzte Reise“ ist ein spektakuläres Leseerlebnis. Je länger man sich damit befasst, desto mehr Details und Zusammenhänge offenbaren sich. Auch hält die Geschichte interessante Wendungen bereit, sodass eine Spannung entsteht. Nicht nur durch die Illustrationen also, sondern auch durch die geschriebene Geschichte kann das Buch bei mir punkten. 

Ich kann mir vorstellen, dass diese Graphic Novel nicht jedem zusagen wird, da die Art doch recht speziell ist. Doch solltet ihr euch für eine außergewöhnliche Reise zwischen Fantasie und Wirklichkeit interessieren, ist diese Graphic Novel eine eindeutige Empfehlung! Es ist etwas, was man auch nachdem man die Geschichte kennt, wieder aus dem Buchregal zieht, um sich einfach noch einmal bestimmte Seiten und Szenen erneuert anzugucken. Da es etwas anspruchsvoller ist, würde ich das Buch einem eher erwachsenen Publikum empfehlen. 

Die Graphic Novel bekommt von mir 5 Sterne, auch wenn ich anfangs etwas Schwierigkeiten damit hatte. Denn es ist eine spannende und fantastische Geschichte mit besonderen und außergewöhnlichen Illustrationen.
Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

(Coverrechte liegen beim Verlag)

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