Mittwoch, 28. September 2016

[Rezension] "Seidenkrieger I - Die Schwerter von Dara" von Ken Liu

Erschienen bei Knaur  am 1.9.2016 | Übersetzt von Katharina Neumann
Hardcover | 736 Seiten | ISBN: 978-3-426-65399-9 | 19,99 € | Kaufen

"Seidenkrieger" | 1. Die Schwerter von Dara | 2. The Wall of Storms (engl. Ausgabe)  | 3. Titel noch nicht bekannt


Zwei Männer höchst unterschiedlicher Herkunft steigen gemeinsam zu Anführern einer Rebellion gegen den tyrannischen Kaiser auf. Sie sind sich näher als Brüder – und werden zu Todfeinden, als ein erbittertes Ringen um die Nachfolge des Herrschers beginnt.
(Quelle: Knaur)
Die ersten 100 Seiten beschreiben zunächst die Schicksale und Hintergründe der Protagonisten bis hin zur eigentlichen Handlung. Dabei sind die Kapitel jeweils einem Protagonisten gewidmet. Es tauchen dabei viele Namen, Orte und Wesen auf und ich musste auf den ersten Seiten recht aufmerksam lesen, um den Überblick zu behalten.

Zwar ist „Die Schwerter von Dara“ ein Fantasy-Buch, doch der größte Teil kommt ohne Fantasy-Elemente aus. Es werden dafür intensiv Kriegsführung, Rebellion und Diplomatie behandelt. Das mag für einige Leser etwas ernüchternd klingen, doch es ist sehr abwechslungsreich und abenteuerlich geschrieben. Die vorhandenen Fantasy-Elemente beschränken sich auf die Götter der Welt. Sie sind tatsächlich real und greifen in die Geschehnisse oder Handlungen der Menschen ein. Es scheint, als würde das noch eine größere Rolle in den folgenden Büchern spielen.

Die Welt, die lose an chinesische Legenden und an das asiatische Mittelalter angelehnt ist, ist ein bisher nicht oft anzutreffendes Setting in der Fantasyliteratur. Mir hat es viel Spaß gemacht, in diese Welt einzutauchen, und die vielen Facetten zu erkunden.

Zusätzliche Inhalte

Zwar sind im Text viele Beschreibungen der Inseln von Dara, ihren Städten und Umweltbedingungen enthalten, doch zwischendurch hätte ich mir eine Karte gewünscht, die ich kurz zu Rate ziehen könnte. Denn oftmals gibt es Wechsel der Schauplätze, da die Protagonisten über das gesamte Reich verteilt sind. Eine Karte hätte mir für ein schnelleres Zurechtfinden sehr geholfen.
Es gibt jedoch am Anfang des Buches ein Namensverzeichnis der wichtigsten Personen und der Götter. Dies ist besonders hilfreich, da die Namen zum Teil sehr ungewöhnlich sind und ich sie mir deshalb nicht so gut merken konnte. Zudem gibt es viele handelnde Gesichter, sodass die Liste half, den Überblick zu behalten.

Sprache

Der Schreibstil, bzw. die Art und Weise, wie ausführlich der Autor Ken Liu die Protagonisten dem Leser vorstellt, ist zunächst ungewöhnlich. Doch so bekommt man als Leser einen umfassenden Eindruck von der Welt und ihren Bewohnern. Das Buch lebt sehr von der Vielschichtigkeit seiner Charaktere.


Cover

Das Cover hat mich sofort neugierig gemacht, da es schlicht und doch aussagekräftig ist. Der Löwenzahn hat zudem einen direkten Bezug zum Inhalt. Wie wichtig das Symbol des Löwenzahns ist, wird auch bei dem englischen Reihentitel klar: „The Dandelion Dynasty“ (Die Löwenzahn-Dynastie). Der deutsche Reihentitel zeigt diesen Bezug nicht, deshalb finde ich es sehr gut, dass er sich auf dem Cover wiederfindet. 
„Die Schwerter von Dara“ ist zwar erst der Auftakt einer Reihe und doch erzählt es bereits eine lange und epische Geschichte. Obwohl es erst der erste Band ist, ist die Geschichte zunächst abgeschlossen. Zwar ist am Ende klar, dass es wohl weitergehen wird, doch die Grundhandlung ist in diesem Buch beendet. Mir ist das meist sehr wichtig, da ich die Freiheit haben möchte selbst zu entscheiden, ob ich eine Reihe weiter verfolgen möchte oder nicht. Ken Liu hat dies wunderbar umsetzten können: Die Grundhandlung ist abgeschlossen aber es wurden auch bereits Pfade für eine Fortsetzung gelegt.

Das Buch ist mit seinen 736 Seiten ziemlich lang und doch kam bei mir keine Langeweile auf. Besonders die Protagonisten haben das Buch Lebendigkeit und Vielseitigkeit verliehen und ich war sehr interessiert zu erfahren, wie es ihnen im Laufe der Geschichte ergehen würde.

Ich empfehle dieses Buch gerne weiter, jedoch mit der zusätzlichen Empfehlung, dass man mit dem High-Fantasy-Genre vertraut sein sollte und auch vor längeren Geschichten, mit vielen Protagonisten und Orten, die große Zeiträume umfassen, nicht zurückschrecken. Für Fantasyleser sollte „Die Schwerter von Dara“ aber ein ‚Muss‘ sein. 
Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

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