Mittwoch, 9. März 2016

[Rezension] "Das Buch ohne Namen" von Anonymus

Erschienen bei luebbe in 2009 | Übersetzt von Axel Merz
Broschur | 447 Seiten | ISBN: 978-3-7857-6010-9 | 16,95 € | Kaufen (TB: 8,99€)

"The Bourbon Kid" | 1. Das Buch ohne Namen | 2. Das Buch ohne Staben | 3. Das Buch ohne Gnade | 
4. Das Buch des Todes

Das „Auge des Mondes“ wurde gestohlen – Ein wertvoller Stein, dem magische Kräfte nachgesagt werden. In Santa Mondega tauchen Mönche auf, ein Ermittler für Übernatürliches wird dorthin versetzt und die skrupellosesten Kriminellen kommen in die Stadt. Es geschehen brutale und grausame Morde, die alle die gleiche Handschrift tragen. Zudem kommen Gerüchte auf, dass ein totgeglaubter Fremder wieder in der Stadt ist: The Bourbon Kid, der bereits vor fünf Jahren ein großes Massaker veranstaltet hat…

Dieses Buch ist ein ziemlich besonderes Buch. Es mixt Elemente aus Fantasy, Western und der Realität. So war mir zunächst gar nicht bewusst, dass das Buch in unserer Zeit spielt, doch Erwähnungen von Handys, Porsche und Fernsehen machte es ziemlich schnell deutlich. Am Anfang versprach das Buch eine interessante Mischung aus Western und Thriller zu werden, doch je weiter man im Buch vorankommt, desto klarer wird, auch Fantasy und Mystery beigefügt wurden. Das führt zu einer sehr ausgefallenen und außergewöhnlichen Geschichte. Als Leser bleibt man die meiste Zeit im Dunkeln und erfährt erst nach und nach, was in Santa Mondega so vor sich geht. 

Ich hätte mir gewünscht, dass die Ausführungen und Detailfülle des Autors gekürzt worden wären, da sie in der ersten Hälfte recht ermüdend wirken. Doch in diesen Details und Anmerkungen kommt der Stil des Autors gut durch und gibt dem Buch das gewisse Etwas. Insofern kann ich mich im Nachhinein nicht darüber beschweren, doch während des Lesens hat es mich gestört. 

Ab der Hälfte wird das Buch richtig spannend und ich konnte es kaum noch zur Seite legen – Ich wollte unbedingt wissen was es mit „Dem Buch ohne Namen“ und dem „Auge des Mondes“ auf sich hatte. 

„Wie sich herausstellte, sollte das, was Jefe später in jener Nacht zustieß, der Katalysator für sämtliche sich daran anschließenden Ereignisse sein. Hauptsächlich jede Menge Mord und Totschlag“ – Seite 38

Dieses Zitat beschreibt wohl am besten, worauf man sich bei diesem Buch einlässt. Denn in diesem Buch wird nichts beschönigt und nichts ausgelassen: Es wird gemordet, gefoltert und gejagt. Normalerweise lese ich solche Bücher nicht, da ich in der Hinsicht einen schwachen Magen habe. Und auf den ersten 200 Seiten wurde dies vom Autor ziemlich ausgereizt. Nach der Hälfte nehmen die grausamen Morde und die Brutalität ein wenig ab und werden von Ermittlungen und der Suche nach dem Stein abgelöst. Erst zum Finale hin wird es wieder richtig blutig. 

„Das Buch ohne Namen“ ist ein spannender Mix aus Western, Mystery, Fantasy und Thriller. Nach und nach baut es seine Komplexität auf und man wird von der Handlung regelrecht gefesselt. Man sollte von diesem Buch allerdings keine große Tiefe erwarten und mit brutalen Morden in Romanen klar kommen. Es ist ein außergewöhnliches Buch, das den Genremix gekonnt umsetzt und eine packende Story bietet. Mir persönlich war die erste Hälfte aber zu ausführlich, sodass ich sogar kurz überlegt hatte das Buch abzubrechen. Die brutalen Morde sind ebenfalls sehr ausführlich beschrieben, was grundsätzlich zwar kein Problem ist, doch leider ist auch öfters unnötige Grausamkeit beschrieben, was mich dann doch gestört hat. 

Ich empfehle das Buch denjenigen, die auf der Suche nach etwas Außergewöhnlichem sind und auch vor roher Gewalt und Morden in Büchern nicht zurückschrecken. 

(Coverrechte liegen beim Verlag)

Kommentare:

  1. Seit ich gesehen habe, dass du das Buch gerade liest, warte ich gespannt auf deine Rezension. Freut mich dass es dir ebenso gefallen hat wie mir. Ich liebe schwarzen Humor und davon hat das Buch ja reichlich.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja genau! Mir war es zwar stellenweise doch etwas zu heftig, aber ich hatte wirklich Spaß mit dem Buch. Muss aber noch sehen, ob ich die Reihe weiterlesen werde oder nicht.

      Löschen
    2. Also ich persönlich fand den zweiten Band etwas schwächer, aber dir mag er sogar besser vorkommen. Mehr Komplexität, etwas weniger Gemetzel. Den 3. fand ich dann wieder besser und der 4. liegt noch auf meinen SUB.

      Löschen
    3. Oh, da machst du ihn mir aber wieder interessant!

      Löschen
  2. Huhu meine Liebe,

    Schön, dass das Buch so gut bei dir abgeschnitten hat. Ich habe letztes Jahr die komplette Reihe um den Bourbon-Kid gelesen und die Bücher sind mir mit jedem Band mehr ans Herz gewachsen. Meiner Meinung lohnt es sich da dran zu bleiben. Zumal du ja eh schon weißt, worauf du dich da einlässt ;P

    LG
    Steffi♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Toll, noch eine gute Meinung zu hören! Ich werde der Reihe dann wohl wirklich noch eine Chance geben! Allerdings werde ich das jetzt nicht dringend machen ...
      Liebe Grüße!

      Löschen