Sonntag, 6. März 2016

[Rezension] "Morgens leerer, abends voller" von Thobias Keller

Erschienen bei dtv am 22.01.2015 | Taschenbuch 
 336 Seiten | ISBN: 978-3-423-21619-7 | 9,95 € | Kaufen

Bei Fabian Dreher, 28 und Lehrer, läuft's gerade gar nicht rund. Seine Freundin Tine kehrt früher als geplant von ihrem Selbstfindungstrip aus Mexiko zurück: als Radikal-Veganerin mit radikalem Kurzhaarschnitt und ›Poseidon‹ im Gepäck, einem arroganten, fetten Kater. Und dann diese Wette mit Erzfeind Frühling: Im Vollsuff hat Fabian mit seinem Lehrer-Kollegen gewettet, in der Lernstandserhebung mit seinen Schülern besser abzuschneiden. Hier geht es nicht nur um die Ehre, sondern auch um Fabians Auto, seinen Job und die Verbeamtung. Und nicht zuletzt um Fabians schwierige - äh, besondere - 9a, mit der er sich durch die bekloppte Wette in eine fatale Abhängigkeit begeben hat. 
(Quelle: dtv)
„Schon wieder ein Lehrerbuch?!“ - Das könnte man zunächst wohl denken, wenn man dieses Buch sieht. Doch so ganz stimmt das nicht. Während viele der seit einiger Zeit beliebten Lehrerbücher reale Berichte aus den heutigen Schulen liefern, ist „Morgens leerer, abends voller“ ein Roman, dem zwar einige reale Begebenheiten als Grundlage dienen, hauptsächlich aber ein fiktives Werk ist. 

Als Leser begleitet man als den jungen Lehrer Fabian, der alles andere als motiviert und glücklich in seinem Job ist. Als wäre das nicht genug, muss er sich mit vielen Schwierigkeiten herumschlagen, die alle auf einmal auf seinem Weg auftauchen. Dies macht das Buch sehr spannend und unterhaltsam. Einige dieser Ereignisse und Probleme scheinen zwar etwas weit hergeholt zu sein, doch sie bieten dem Leser eine sehr ereignisreiche und etwas abgedrehte Geschichte. 

Die Entwicklung des Protagonisten Fabian ist sehr spannend zu verfolgen und man fiebert regelrecht mit, ob er sein Leben in den Griff bekommt oder nicht. Teilweise sind ihm aber so viele Unglücke passiert, dass es mir zu dramatisch und zu traurig vorkam. Allerdings ist es auch genau das, was das Buch so abwechslungsreich macht. 

„Morgens leerer, abends voller“ ist Tobias Kellers erster Roman und das merkt man dem Buch auch etwas an. Es gibt Passagen wie zum Beispiel die vielen Fußball-Geschichten, die schlichtweg zu ausführlich und somit sehr anstrengend zu lesen waren. Ebenfalls könnte man, obwohl es eine fiktive Geschichte ist, an dem Realitätsbezug bzw. an der realistischen Umsetzung zweifeln. Mich hat es aber nicht gestört. Über diese kleinen Fehler und Mängel kann ich letztendlich hinwegsehen, da mir das Buch gut gefallen hat und ich viel Spaß damit hatte – Es war teilweise sogar eine regelrechte Achterbahnfahrt der Gefühle. Auch die Protagonisten hat der Autor gut ausgearbeitet. Fabian war zwar von Anfang an kein Held, sondern eher ein Anti-Held, doch trotzdem fühlte ich mit ihm mit und hoffte, dass es für ihn gut ausging. Besonders gut haben mir auch die Schüler der 9a gefallen, die Fabian im Buch unterrichtet. Die verschiedenen Charaktere und Eigenarten waren anschaulich und sympathisch dargestellt, sodass man die Klasse als Leser schnell ins Herz schließen konnte. 

Besonderheiten 


Viele Kapitel dieses Buches beginnen mit einem Gedicht. Ich mag so etwas meist nicht so gerne, doch hier war ziemlich schnell klar, dass diese Gedichte einen Bezug zur Geschichte haben und sie so sehr passend ergänzen.  

Später im Buch kommt ein Rap vor, der ziemlich cool geschrieben ist und bei dem ich sehr lachen musste. Sehr kreativ!
„Morgens leerer, abends voller“ ist ein unterhaltsamer, wenn auch nicht ganz realistischer Roman über einen Lehrer einer Gesamtschule. Tobias Keller geht in seinem Buch über die gewöhnlichen Unterrichtsgeschichten hinaus und zeigt dem Leser auch die private Seite eines Lehrers, der wohlgemerkt aber zunächst ein eher untypischer und unsympathischer Lehrer ist. 

Trotz der einigen verbesserungsfähigen Passagen, ist das Buch eine schöne Lektüre und ich denke, dass Tobias Keller das Potenzial hat, noch bessere Bücher zu schreiben. Für ein Debüt ist „Morgens leerer, abends voller“ nämlich recht gut und ich kann es weiterempfehlen. 

Ich denke, dass gerade Lehramtsstudenten an diesem Buch Spaß haben könnten, aber auch Leute, die vor kurzem die Schule beendet haben oder selbst Kinder in dem Alter haben. 

Ich bedanke mich bei Thobias Keller und dem dtv für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

(Coverrechte liegen beim Verlag)

Kommentare:

  1. Für mich, als zukünftige Lehrerin, eäre das sicher etwas! :D
    Schöne Rezi. )))


    Liebe Grüße
    Tanya

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön! Schau es dir ruhig mal an, wenn es dir in die Finger kommt :)
      Für Nebenbei ist es eine schöne Lektüre.

      Löschen
  2. Schönes Layout xD Ich hab für meine Rezi nach anderen Beiträgen gesucht, um sie unter meiner zu verlinken und dem Leser nochmehr Meinungen bereitzustellen. Deine Layout ist so schön kompakt und sehr durchdacht :)

    AntwortenLöschen