Samstag, 9. Juli 2016

[Rezension] "Geliebter Samurai" von An Lin

Per Selfpublishing im April 2016 erschienen | eBook (auch als Print erhältlich)
276 Seiten | ASIN: B01EP7CBB4 | 2,99 € (Amazon) | Kaufen (Amazon)

"Yuna und Yoshi" | 1. Geliebter Samurai | 2. noch nicht bekannt

Im 12. Jahrhundert haben sie sich heimlich geliebt: Prinzessin Yuna und der Samurai Yoshi. Doch als sie in unserer Zeit für eine zweite Chance wiedergeboren werden, schlagen ihre Herzen für unterschiedliche Welten: Yuna ist eine tüchtige Geschäftsfrau, und Yoshi zockt lieber Computerspiele, statt für die Schule zu lernen. Durch einen Zufall laufen sie sich über den Weg und stellen fest: Sie beide plagen seit einiger Zeit Träume von einander aus dem 12. Jahrhundert. Als sie diesen Träumen nachgehen, merken sie, dass diese mehr als nur Träume sind und ihnen auch im heutigen Zeitalter tödliche Gefahren drohen. 
Inhaltlich hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen. Die Mischung aus japanischem Mittelalter und dem heutigem Kyoto ist sehr spannend umgesetzt und auch das in Japan recht verbreitete Thema der Wiedergeburt kommt in diesem Buch gut zur Geltung. Außerdem werden einige japanische Höflichkeitsformen und deren Hintergründe erklärt und somit dem Leser ein Stückchen japanische Kultur nahegebracht.

Leider handelt die erwachsene Protagonistin Yuna oftmals sehr naiv. Vielleicht fehlt mir aber auch das Wissen über die heutige japanische Gesellschaft, um dies beurteilen zu können, aber da das Buch für ein deutsches Publikum geschrieben ist, möchte ich es an dieser Stelle erwähnen. Auch manche Probleme und Hindernisse in der Geschichte lösen sich zu einfach und zu schnell auf. Für mich hat es so leider stellenweise zu unrealistisch gewirkt.

An Lin verbindet Altes mit Neuem und entwickelt eine Liebesgeschichte, die Jahrhunderte übersteht und ihr Schicksal nach vielen Jahren zu vollenden versucht. Durch die Bedrohung und die tödlichen Gefahren bekommt das Buch einen zusätzlichen Action-Faktor, der dafür sorgt, dass das Buch nicht zu sehr zur Liebesschnulze wird.

Sprache


Die Schriftsprache in „Geliebter Samurai“ ist aus meiner Sicht nicht ganz gelungen. Viele Formulierungen sind zu salopp und Ausrufe enden oft mit „?!“. Diese Satzzeichenkombination ist sehr bildhaft, findet seinen Gebrauch aber eigentlich nur in Chats und informellen Nachrichten. In einem Buch sieht es eher befremdlich aus. Besonders, wenn es in solchen Mengen wie in „Geliebter Samurai“ auftritt. Auch Yunas Gedanken wirken meist zu „flippig“, zu ungeordnet. Alles in allem ist es eine Sprache, die zwar sehr gut zu tatsächlichen Gedanken und Konversationen passt, aber in einem Buch fehl am Platz wirkt. Bis zum Schluss bin ich daran immer wieder hängen geblieben.
Als ich mich ein wenig mit der Biographie der Autorin auseinandergesetzt habe, ist mir aufgefallen, dass sie aus der Manga-Branche kommt. Das Buch hat mich im Nachhinein tatsächlich etwas an einen Manga erinnert.
Meine sprachliche Kritik zu „Geliebter Samurai“ ist zwar sehr ausgeprägt, ändert aber nichts daran, dass das Buch spannend und kreativ ist. Ich denke, dass die Autorin Potential hat, tolle Bücher zu schreiben. Am Ende dieses Buches gibt es auch einen Cliffhanger, der mich sehr neugierig auf die Fortsetzung gemacht hat.

Wen also umgangssprachliche Formulierungen nicht stören und wer ungewöhnliche Liebesgeschichten mit einem Hauch Fantasy mag, kann ruhig zu diesem Buch greifen. Von mir gibt es deshalb eine eingeschränkte Empfehlung. 
Ich bedanke mich bei An Lin für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

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