Freitag, 1. Juli 2016

[Rezension] "Red Rising - Im Haus der Feinde" von Pierce Brown

Erschienen bei Heyne am 13.06.2016 | Übersetzt von Bernhard Kempen 
Broschur | 576 Seiten | ISBN: 978-3-453-53442-1 | 12,99 € | Kaufen

"Red Rising" | 1. Red Rising (Rezension) | 2. Im Haus der Feinde | 3. Tag der Entscheidung

Da dies der zweite Teil ist, sind Spoiler zum ersten Teil nicht ausgeschlossen!
Immer war Darrow stolz darauf, als Minenarbeiter auf dem Mars den Planeten zu erschließen. Bis er herausfand, dass die Oberschicht, die Goldenen, längst in Saus und Braus leben und alle anderen ausbeuten. Unter Lebensgefahr schloss er sich dem Widerstand an und ließ sich selbst zum Goldenen verwandeln. Nun lebt er mitten unter seinen Feinden und versucht die ungerechte Gesellschaft aus ihrer Mitte heraus zum Umsturz zu bringen. Doch womit Darrow nicht gerechnet hat: auch unter den Goldenen findet er Freundschaft, Respekt und sogar Liebe. Zumindest so lange ihn niemand verrät. Und der Verrat lauert überall.
(Quelle: Heyne)
Nachdem mich der erste Teil der „Red Rising“-Trilogie begeistert hat, war klar, dass ich die Reihe auf jeden Fall weiterlesen werde. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Darrow weitergeht und ob er mit seiner Mission Erfolg haben wird.

Darrow, der eigentlich in der niedrigsten Farbe (=Kaste) geboren ist, wurde im ersten Teil durch eine Reihe von Ereignissen zu einem Goldenen gemacht, die die mächtigste und stärkste Kaste bilden. Nachdem er am Institut alle überrascht hat, dringt er in diesem Buch immer weiter in die Spitze der Gesellschaft vor und wird mächtiger und einflussreicher. Doch sein Weg ist gespickt von Schwierigkeiten jeder Art – Die größte drohende Gefahr: Verrat.

„Im Haus der Feinde“ beschreibt den weiteren Aufstieg Darrows in der Weltengesellschaft und seine Bemühungen, die Gesellschaft von innen heraus zu untergraben und für eine Revolution vorzubereiten. Er ist ein sehr ehrgeiziger und aufrichtiger Protagonist, der allerdings auch seine (teilweise recht dramatischen) Schwächen hat. Er handelt oft sehr impulsiv und unüberlegt, womit er sich selbst Steine in den Weg legt, aber nichtsdestotrotz hat er damit auch oftmals Erfolg.

Pierce Brown benutzt auch in diesem Buch bekannte Szenarien aus der antiken Geschichte und aus der aktuellen Literatur und Fernsehen. Das ist absolut nicht verwerflich, da es trotzdem neuartig kombiniert ist und eine spannende Handlung bildet. Gerade die Mischung aus der Antike und weit in der Zukunft liegenden Raumfahrt ist außergewöhnlich und faszinierend. Eines der wichtigsten Themen sind jedoch Darrows Beweggründe für sein Handeln und seinen Kampf – Das Streben nach Gerechtigkeit und Gleichheit für alle. Das ist zwar ein altes, aber immer noch sehr aktuelles Thema.

Was mir besonders gut an Pierce Browns Büchern gefällt, sind seine subtilen Cliffhanger zwischen den Kapiteln. Es wird bereits genug angedeutet, was passiert, aber er beendet die Kapitel oft mit einem dramatischen Satz, der für aufgeregtes Herzklopfen sorgt.

Wie auch den Vorgänger, kann ich „Im Haus der Feinde“ sehr empfehlen. Der zweite Teil der Trilogie steht dem ersten in nichts nach und konnte mich wieder vollkommen packen.

Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass mir das zweite Buch sogar ein klein wenig mehr gefallen hat, da die Handlung größere Schlachten, Intrigen und Dramen bot. Während das erste Buch eher ein Überlebenskampf war, ist das zweite Buch strategischer und somit auf subtilere, emotionalere Weise dramatisch.

Natürlich habe ich von „Im Haus der Feinde“ erwartet, dass die Handlung auf eine höhere politische und gesellschaftliche Ebene verlagert wird, doch ich hätte eher einen „Zwischenband“ erwartet, der auf den finalen, dritten Band vorbereitet. Doch ich wurde überrascht: Bereits dieses Buch wirkt, als würde sich hier bereits alles entscheiden. Pierce Brown hat aber natürlich noch ein Ass im Ärmel und lässt das Buch mit einem gewaltigen Cliffhanger enden. Deshalb bin ich wahnsinnig gespannt auf den dritten Teil „Tag der Entscheidung“, der am 12. September 2016 erscheint.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen