Mittwoch, 7. Dezember 2016

[Rezension] "Die Magier Seiner Majestät" von Zen Cho

Erschienen bei Knaur am 2.11.2016 | Übersetzt von Julia Becker
Taschenbuch | 448 Seiten | ISBN: 978-3-426-51914-1 | 9,99 € | Kaufen

Zacharias Wythe hat mehr als ein Problem. Nicht genug damit, dass er sich als frisch ernannter »Königlicher Magier« mit mordlustigen Neidern auseinandersetzen muss – auch die Quelle seiner Macht, die Magie Englands, droht zu versiegen, und niemand weiß, warum das so ist. Alarmiert reist Zacharias ins Feen-Land, um dem mysteriösen Magieschwund auf den Grund zu gehen. Unterwegs trifft er auf die junge Waise Prunella Gentleman, die ihn mit ihrer schlagfertigen Art und ihrem magischen Talent bezaubert. Doch Prunella hütet ein Geheimnis, das die gesamte Magie Englands auf den Kopf stellen könnte …
(Quelle: Knaur)
Geschickt bringt Zen Cho in diesem Buch die „alten“ Probleme Englands, den Rassismus und die Herabstufung der Frau, mit der Magie und den damit verbundenen Problemen zusammen. Zunächst kam mir es ein wenig „überkorrekt“ vor: Ein schwarzer Magier, der auf viel Widerstand in den eigenen Reihen der Magier stößt und ein offensichtlich aus Indien stammendes Mädchen mit einer enormen Zauberkraft. Doch recht schnell wird klar, dass dies zwar die Grundproblematik der Geschichte darstellt, doch die Charaktere viel mehr sind als nur ihre Hautfarbe (was auch der Kern der Geschichte ist). Sie alle haben ihre besonderen Eigenarten und können oft genug als verschroben und skurril beschrieben werden. Insgesamt ist es ein sehr unterhaltsames und vielfältiges Buch, das von der Originalität der Charaktere und der dort vorkommenden Wesen lebt.

Doch auch die Welt, die Zen Cho in ihrem Debütroman „Die Magier Seiner Majestät“ erschafft, ist äußerst geistreich. Zwischen pompösen Kleidern, Abendgesellschaften und den Problematiken der Ungleichstellung der Menschen taucht die Magie auf und sorgt für noch viel mehr Abwechslung und Spaß.

Sprache

Zugegeben, Zen Cho ist es in diesem Buch gut gelungen, die eigentümliche, altmodische Sprache und Ausdrucksweise zu Papier zu bringen, doch ich hatte zu Beginn so einige Schwierigkeiten, in die Geschichte hinein zu kommen.  Die ungewohnten Formulierungen haben mich des Öfteren etwas aus der Bahn geworfen. Grammatikalisch sind sie einwandfrei, doch oft sind es sehr verschachtelte Sätze, in die man sich erst einmal einlesen muss, um den Zusammenhang zu verstehen. Sobald man sich aber an die Sprache gewöhnt hat, liest sich das Buch flüssig und kurzweilig.

Das Buch hat zwar an einigen Stellen seine Schwächen (zwischendurch war die Handlung etwas zu sehr gezogen), doch im Großen und Ganzen ist es äußerst abwechslungsreich und interessant. Ich hatte mir zu Beginn eine eher düstere Stimmung vorgestellt, doch das Buch ist voller Humor und Originalität, die mir das Lesen versüßt haben.
Ich kann das Buch guten Gewissens weiterempfehlen. Es bietet eine sehr unterhaltsame und lustige Geschichte, die mich im Nachhinein mehr überzeugt hat, als ich zuerst angenommen habe. 
Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen