Montag, 11. Juli 2016

{Montagsfrage} Krimis und Thriller


Entschuldigt bitte die Stille in der letzten Woche auf meinem Blog. Ich bin mitten in den Prüfungsvorbereitungen für dieses Semester und hab alle Hände voll zu tun. Diese Woche schreibe ich ganze fünf Prüfungen (auf drei Tage verteilt), das sorgt natürlich für genug Beschäftigung... 

Nun aber zur dieswöchigen Montagsfrage, die wie immer von Buchfresserchen veranstaltet wird:  

Montagsfrage: Wenn du einen Krimi/Thriller o.ä. liest, machst du dir selbst Gedanken darüber, wer der Mörder/Täter ist, oder lässt du dich prinzipiell vom Autor überraschen?


Ich lese eher wenig Krimis und Thriller (ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht mehr wirklich erinnern, wann ich das zum letzten Mal getan habe). Doch natürlich versuche ich selbst herauszufinden, wer der Täter ist. Ich suche nicht aktiv danach, aber ich lese das Buch aufmerksam nach Hinweisen durch und freue mich, wenn ich meine Vermutungen bestätigt sehe. Spannender ist es natürlich, wenn ich vollkommen auf der falschen Spur bin - Dann hat der Autor/ die Autorin gute Arbeit geleistet, um mich zu verwirren. 

Lest ihr oft Krimis und Thriller?
Rätselt ihr mit und versucht herauszufinden, wer der Täter ist? 

Samstag, 9. Juli 2016

[Rezension] "Geliebter Samurai" von An Lin

Per Selfpublishing im April 2016 erschienen | eBook (auch als Print erhältlich)
276 Seiten | ASIN: B01EP7CBB4 | 2,99 € (Amazon) | Kaufen (Amazon)

"Yuna und Yoshi" | 1. Geliebter Samurai | 2. noch nicht bekannt

Im 12. Jahrhundert haben sie sich heimlich geliebt: Prinzessin Yuna und der Samurai Yoshi. Doch als sie in unserer Zeit für eine zweite Chance wiedergeboren werden, schlagen ihre Herzen für unterschiedliche Welten: Yuna ist eine tüchtige Geschäftsfrau, und Yoshi zockt lieber Computerspiele, statt für die Schule zu lernen. Durch einen Zufall laufen sie sich über den Weg und stellen fest: Sie beide plagen seit einiger Zeit Träume von einander aus dem 12. Jahrhundert. Als sie diesen Träumen nachgehen, merken sie, dass diese mehr als nur Träume sind und ihnen auch im heutigen Zeitalter tödliche Gefahren drohen. 
Inhaltlich hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen. Die Mischung aus japanischem Mittelalter und dem heutigem Kyoto ist sehr spannend umgesetzt und auch das in Japan recht verbreitete Thema der Wiedergeburt kommt in diesem Buch gut zur Geltung. Außerdem werden einige japanische Höflichkeitsformen und deren Hintergründe erklärt und somit dem Leser ein Stückchen japanische Kultur nahegebracht.

Leider handelt die erwachsene Protagonistin Yuna oftmals sehr naiv. Vielleicht fehlt mir aber auch das Wissen über die heutige japanische Gesellschaft, um dies beurteilen zu können, aber da das Buch für ein deutsches Publikum geschrieben ist, möchte ich es an dieser Stelle erwähnen. Auch manche Probleme und Hindernisse in der Geschichte lösen sich zu einfach und zu schnell auf. Für mich hat es so leider stellenweise zu unrealistisch gewirkt.

An Lin verbindet Altes mit Neuem und entwickelt eine Liebesgeschichte, die Jahrhunderte übersteht und ihr Schicksal nach vielen Jahren zu vollenden versucht. Durch die Bedrohung und die tödlichen Gefahren bekommt das Buch einen zusätzlichen Action-Faktor, der dafür sorgt, dass das Buch nicht zu sehr zur Liebesschnulze wird.

Sprache


Die Schriftsprache in „Geliebter Samurai“ ist aus meiner Sicht nicht ganz gelungen. Viele Formulierungen sind zu salopp und Ausrufe enden oft mit „?!“. Diese Satzzeichenkombination ist sehr bildhaft, findet seinen Gebrauch aber eigentlich nur in Chats und informellen Nachrichten. In einem Buch sieht es eher befremdlich aus. Besonders, wenn es in solchen Mengen wie in „Geliebter Samurai“ auftritt. Auch Yunas Gedanken wirken meist zu „flippig“, zu ungeordnet. Alles in allem ist es eine Sprache, die zwar sehr gut zu tatsächlichen Gedanken und Konversationen passt, aber in einem Buch fehl am Platz wirkt. Bis zum Schluss bin ich daran immer wieder hängen geblieben.
Als ich mich ein wenig mit der Biographie der Autorin auseinandergesetzt habe, ist mir aufgefallen, dass sie aus der Manga-Branche kommt. Das Buch hat mich im Nachhinein tatsächlich etwas an einen Manga erinnert.
Meine sprachliche Kritik zu „Geliebter Samurai“ ist zwar sehr ausgeprägt, ändert aber nichts daran, dass das Buch spannend und kreativ ist. Ich denke, dass die Autorin Potential hat, tolle Bücher zu schreiben. Am Ende dieses Buches gibt es auch einen Cliffhanger, der mich sehr neugierig auf die Fortsetzung gemacht hat.

Wen also umgangssprachliche Formulierungen nicht stören und wer ungewöhnliche Liebesgeschichten mit einem Hauch Fantasy mag, kann ruhig zu diesem Buch greifen. Von mir gibt es deshalb eine eingeschränkte Empfehlung. 
Ich bedanke mich bei An Lin für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Freitag, 1. Juli 2016

[Rezension] "Red Rising - Im Haus der Feinde" von Pierce Brown

Erschienen bei Heyne am 13.06.2016 | Übersetzt von Bernhard Kempen 
Broschur | 576 Seiten | ISBN: 978-3-453-53442-1 | 12,99 € | Kaufen

"Red Rising" | 1. Red Rising (Rezension) | 2. Im Haus der Feinde | 3. Tag der Entscheidung

Da dies der zweite Teil ist, sind Spoiler zum ersten Teil nicht ausgeschlossen!
Immer war Darrow stolz darauf, als Minenarbeiter auf dem Mars den Planeten zu erschließen. Bis er herausfand, dass die Oberschicht, die Goldenen, längst in Saus und Braus leben und alle anderen ausbeuten. Unter Lebensgefahr schloss er sich dem Widerstand an und ließ sich selbst zum Goldenen verwandeln. Nun lebt er mitten unter seinen Feinden und versucht die ungerechte Gesellschaft aus ihrer Mitte heraus zum Umsturz zu bringen. Doch womit Darrow nicht gerechnet hat: auch unter den Goldenen findet er Freundschaft, Respekt und sogar Liebe. Zumindest so lange ihn niemand verrät. Und der Verrat lauert überall.
(Quelle: Heyne)
Nachdem mich der erste Teil der „Red Rising“-Trilogie begeistert hat, war klar, dass ich die Reihe auf jeden Fall weiterlesen werde. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Darrow weitergeht und ob er mit seiner Mission Erfolg haben wird.

Darrow, der eigentlich in der niedrigsten Farbe (=Kaste) geboren ist, wurde im ersten Teil durch eine Reihe von Ereignissen zu einem Goldenen gemacht, die die mächtigste und stärkste Kaste bilden. Nachdem er am Institut alle überrascht hat, dringt er in diesem Buch immer weiter in die Spitze der Gesellschaft vor und wird mächtiger und einflussreicher. Doch sein Weg ist gespickt von Schwierigkeiten jeder Art – Die größte drohende Gefahr: Verrat.

„Im Haus der Feinde“ beschreibt den weiteren Aufstieg Darrows in der Weltengesellschaft und seine Bemühungen, die Gesellschaft von innen heraus zu untergraben und für eine Revolution vorzubereiten. Er ist ein sehr ehrgeiziger und aufrichtiger Protagonist, der allerdings auch seine (teilweise recht dramatischen) Schwächen hat. Er handelt oft sehr impulsiv und unüberlegt, womit er sich selbst Steine in den Weg legt, aber nichtsdestotrotz hat er damit auch oftmals Erfolg.

Pierce Brown benutzt auch in diesem Buch bekannte Szenarien aus der antiken Geschichte und aus der aktuellen Literatur und Fernsehen. Das ist absolut nicht verwerflich, da es trotzdem neuartig kombiniert ist und eine spannende Handlung bildet. Gerade die Mischung aus der Antike und weit in der Zukunft liegenden Raumfahrt ist außergewöhnlich und faszinierend. Eines der wichtigsten Themen sind jedoch Darrows Beweggründe für sein Handeln und seinen Kampf – Das Streben nach Gerechtigkeit und Gleichheit für alle. Das ist zwar ein altes, aber immer noch sehr aktuelles Thema.

Was mir besonders gut an Pierce Browns Büchern gefällt, sind seine subtilen Cliffhanger zwischen den Kapiteln. Es wird bereits genug angedeutet, was passiert, aber er beendet die Kapitel oft mit einem dramatischen Satz, der für aufgeregtes Herzklopfen sorgt.

Wie auch den Vorgänger, kann ich „Im Haus der Feinde“ sehr empfehlen. Der zweite Teil der Trilogie steht dem ersten in nichts nach und konnte mich wieder vollkommen packen.

Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass mir das zweite Buch sogar ein klein wenig mehr gefallen hat, da die Handlung größere Schlachten, Intrigen und Dramen bot. Während das erste Buch eher ein Überlebenskampf war, ist das zweite Buch strategischer und somit auf subtilere, emotionalere Weise dramatisch.

Natürlich habe ich von „Im Haus der Feinde“ erwartet, dass die Handlung auf eine höhere politische und gesellschaftliche Ebene verlagert wird, doch ich hätte eher einen „Zwischenband“ erwartet, der auf den finalen, dritten Band vorbereitet. Doch ich wurde überrascht: Bereits dieses Buch wirkt, als würde sich hier bereits alles entscheiden. Pierce Brown hat aber natürlich noch ein Ass im Ärmel und lässt das Buch mit einem gewaltigen Cliffhanger enden. Deshalb bin ich wahnsinnig gespannt auf den dritten Teil „Tag der Entscheidung“, der am 12. September 2016 erscheint.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.