Sonntag, 18. Juni 2017

[Gastrezension] "Dark Side" von Anthony O'Neill

Erschienen bei Knaur am 1.3.2017 | Übersetzt von Gerd Rottenecker
Klappenbroschur | 416 Seiten | ISBN: 978-3-426-51865-6 | 14,99 € | Kaufen

Diese Rezension wurde von Archer (auf Lovelybooks) geschrieben, 
die von mir das Buch im Austausch für eine Rezension erhalten hat.


Fletcher Brass ist der heimliche (unheimliche) König der dunklen Seite des Mondes. In dieser Region regiert die Gesetzlosigkeit, die Polizisten tun wenig mehr als wegzuschauen. Ausgerechnet dorthin kommt der aufrechte Cop Damien Justus, den die Bewohner dort Justice nennen. Er lernt schnell, dass kaum jemand die Wahrheit sagt, dass Brass sich nur an seine eigenen Regeln hält, welche unter anderem so nett klingen wie “Es ist gut, einen Rivalen zu haben. Noch besser ist es, ihm den Schädel einzuschlagen” und dass alle, die hier etwas zu sagen haben, versuchen, ihn an der Aufklärung von Morden zu hindern. Dabei sind nicht einmal die geringere Schwerkraft oder ein mordender Android das größte Problem. Doch Justus wäre nicht er, wenn er sich in irgendeiner Form aufhalten lassen würde.

O'Neill hat sich wirklich Mühe gegeben, so viel über Zukunftsvisionen zu recherchieren wie möglich. Zum großen Teil gelingt es ihm auch, das gut rüberzubringen, wobei mich persönlich seine Abschnitte, in denen er sich als Reisekaufmann betätigte und in diesem Ton einiges vom Mond beschrieb, eher genervt haben. Auch finde ich, hätte es nicht gebraucht, wirklich jeden einzelnen der meist kriminellen Opfer so ausgiebig zu beschreiben, besser wäre es gewesen, sich weiterhin auf die Dynamik zwischen Justus und den Rest des Mondes zu konzentrieren. Großartig fand ich jedoch, dass er es wirklich schaffte, mir Purgatory - die gesetzlose Stadt - nahezubringen und alles, was auf dem Mond mit der geringen Schwerkraft und den möglichen politischen und technischen Verwicklungen zu tun hat. Auch Justus ist ein interessanter Protagonist in seiner aufrechten, geradezu altmodischen Art, so dass ich eine Weile vermutete, er könne ebenfalls ein Android sein. Was mich allerdings wirklich (zynisch) amüsierte, war die Ähnlichkeit Fletcher Brass' mit all seinem Größenwahn, ja seinem Aussehen, seiner Art von Aussagen mit einem gewissen Herrn, der gerade sehr viel Macht in Amerika besitzt. Gegen ein Sequel hätte ich grundsätzlich nichts einzuwenden.
Wir bedanken uns beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Die Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Samstag, 17. Juni 2017

[Rezension] "Transition - Das Programm" von Luke Kennard

Erschienen bei Droemer am 3.4.2017 | Übersetzt von Karl-Heinz Ebnet
Hardcover | 336 Seiten | ISBN: 978-3-426-28167-3 | 19,99 € | Kaufen

„Verbessere dich selbst, und du verbesserst die Welt.“

Karl und Genevieve, beide Anfang 30, sind überqualifiziert und hoch verschuldet, wissen nicht weiter. Überraschend bekommt das junge Paar das verlockende Angebot, an einem Pilotprogramm namens Transition teilzunehmen. Dahinter steckt eine wohltätige Organisation, die desillusionierten Großstädtern wieder auf die Füße helfen will. Einzige Bedingung: Die Testpersonen müssen sechs Monate bei ihren Mentoren wohnen und sämtliche Anweisungen befolgen.
Während sich Genevieve voller Begeisterung in das Coaching stürzt, steht Karl dem ganzen Vorhaben skeptisch gegenüber. Was steckt wirklich hinter dieser ominösen Organisation, die jede Öffentlichkeit meidet? Und führt die permanente Selbstoptimierung tatsächlich zu etwas Gutem?
(Quelle: Droemer)
Die leichte dystopische Note des Buches hat mir gut gefallen und mir das Buch zu Beginn schmackhaft gemacht. Es bringt ein zusätzliches Element in die Geschichte, das sie für mich interessanter gemacht hat. „Transition“ kann allerdings auch ohne dieses Element funktionieren – und gerade das macht den Charme der Geschichte aus. Denn schnell wird die Aufmerksamkeit des Lesers auf das Projekt „Transition“ gelenkt, an dem der Protagonist Karl teilnimmt. Gemeinsam mit Karl erfährt man immer mehr darüber und fängt an zu zweifeln, ob „Transition“ tatsächlich so gut ist, wie es vorgibt zu sein.

Luke Kennards Schreibstil ist sehr leicht und angenehm. Mir konnte er Karls Gefühle gut vermitteln und hat mich so in die Geschichte mitnehmen können.

„Sie wohnten mit ihrem elektrischen Heizgerät und Multifunktions-Tischbackofen im ehemaligen Wintergarten einer viktorianischen Doppelhausvilla, teilten sich mit den übrigen Bewohnern auf ihrem Stockwerk Badezimmer und Küche, sowie das Gefühl, an einer wichtigen Abzweigung im Leben die falsche Entscheidung getroffen zu haben.“ – Seite 16

Ohne übermäßiges Drumherum und in einer recht nüchternen, manchmal auch etwas bildhaften Sprache, schaffte Kennard es, in mir ein Interesse an der Geschichte zu wecken, sodass ich gespannt Karls Leben und „Ermittlungen“ gegen das Programm verfolgt habe.

Das Einzige, was einen etwas faden Beigeschmack hinterlässt, ist das recht offene Ende. Doch es passt zum Buch, weshalb ich es kaum als Kritik äußern kann. Es führte nämlich dazu, dass auch noch einige Tage später meine Gedanken immer wieder um die Geschichte kreisten und diese Revue passieren ließen. 
Bei der Bewertung dieses Buches tue ich mich ein wenig schwer. Einerseits ist keine wirklich abgeschlossene Geschichte und sorgt somit ein wenig für Unzufriedenheit, andererseits habe ich die Handlung mit Spannung verfolgt und sie hat mich auch noch einige Tage später beschäftigt.

Da ich aber nicht wirklich etwas zu bemängeln habe, entscheide ich mich für 4 Sterne. „Transition – Das Programm“ ist kein Buch, was man unbedingt gelesen haben muss, doch ich bereue nicht, es gelesen zu haben. Deshalb kann ich es auch gerne weiterempfehlen.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Dienstag, 6. Juni 2017

[Rezension] "Papershape - DIY Wohndesigns aus Papier" von Anastasia Baron

Erschienen bei Knaur am 1.3.2017 | Hardcover | 160 Seiten 
ISBN: 9978-3-426-64667-0 | 19,99 € | Kaufen

Anastasia Baron zeigt in ihrem Buch, was sich mit Papier gestalten lässt, wenn man Fläche in Form verwandelt. Sie stellt 30 außergewöhnliche Papierplastiken vor, die sich perfekt zum Verschenken oder Dekorieren der Wohnung eignen. Durch intelligentes Schneiden, Falten und Verkleben entstehen farbenfrohe Blumen, Früchte und Tiere, stilvolle Wandbilder und prächtige Tischdekorationen im Low-Poly-Stil.
(gekürzt; Quelle: Knaur)
In diesem Buch sind 30 im Papierdesign entworfene Modelle zum Nachbasteln enthalten. Mehr als die Hälfte der Seiten dieses Hardcoverbuches sind die Druckvorlagen, die anderen sind Beispiele der fertigen Modelle und die Anleitung.

Die Anleitung ist sehr übersichtlich, einfach und verständlich gehalten. Gerade die dazugehörigen Bilder helfen zu verstehen, was genau gemacht werden muss. Auch die Informationen zu Materialien und den verschiedenen Papierstärken sind sehr hilfreich.

Bei den Druckvorlagen sind zusätzlich zum Namen auch die fertigen Maße und das Schwierigkeitslevel angegeben. Meiner Meinung nach wäre dies auch bei den Beispielbildern sinnvoll gewesen, damit man bereits dort eine Abschätzung treffen kann, wie groß und schwierig das Modell zu basteln ist.


Kritik

So sehr ich das Hardcoverformat grundsätzlich mag - hier ist es leider etwas fehl am Platz, denn die Druckvorlagen sind nicht zum Herausnehmen, wie man es vielleicht von manch anderen Bastelbüchern kennt, sondern im Einband eingefasst. Durch die recht kräftige Bindung ist es somit schwer, die Seiten gerade auf den Scanner aufzulegen. Zwar reichen die für den Druck relevanten Bereiche nie bis ganz ins Innere, aber unbequem ist es trotzdem.

In dem Buch wird empfohlen, die Seiten abzuscannen, auszudrucken und dann auf das gewünschte Papier abzupausen. Ich finde dies etwas aufwändig. Da wäre eine herausnehmbare Druck-/Abpausvorlage praktischer gewesen. Deshalb habe ich mir einen Schritt gespart und die Vorlagen direkt auf farbiges Papier gedruckt. Grundsätzlich kann ich das so empfehlen, allerdings habe ich mit farbigen Druckerpapier gearbeitet, welches nicht sehr viel g/m2 hat und deshalb sieht man bei den Figuren, die ich gebastelt habe, den Druck durch das Papier durchscheinen. Das Problem könnte man auch umgehen, indem man die Druckfarbe auf ein helleres Grau anpasst.

Das Buch ist schön gestaltet und die Anleitung ist übersichtlich und verständlich. Doch ich kann das Buch nur begrenzt empfehlen, weshalb es auch nur schwache 3 Sterne von mir erhält. Die Handhabung des Buches ist nämlich nicht sehr bastelfreundlich, da die Druckvorlagen nicht herausnehmbar und fest im Einband verarbeitet sind. Zudem sind 30 Modelle für ein Buch, dass 19,99 € kostet aus meiner Sicht etwas wenig. Man hätte das Preis-Leistungs-Verhältnis besser gestalten können.

Vor dem Kauf würde ich also dringend empfehlen hereinzuschauen und zu gucken, ob genug Modelle enthalten sind, die einem zusagen.
Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 


Sonntag, 4. Juni 2017

[Rezension] "Ana und Zak" von Brian Katcher

Erschienen bei dtv am 7.4.2017 | Übersetzt von Ute Mihr
Klappenbroschur/Ebook | 320 Seiten | ISBN: 978-3-423-65025-0 | 14,95/12,99 € | Kaufen


Ana und ihr jüngerer Bruder Clayton nehmen an derselben Quiz-Meisterschaft in Seattle teil wie Zak. Alles könnte gut sein, doch Mastergenie Clayton entwickelt sich zum kleinen Aas und haut heimlich abends vom Turnier ab, um sich auf der nahe stattfindenden großen Science-Fiction-Comic-Convention zu amüsieren. Für Ana und Zak, die ihn finden müssen, bevor der Morgen graut (alles andere hätte furchtbare Konsequenzen) beginnt eine Nacht zwischen Orks, Bogen schießenden Amazonen und wild gewordenen Wikingern. Eine verrückte Nacht, in der beide über sich hinauswachsen, ihre Masken fallen lassen sich zum ersten Mal so sehen, wie sie sind: verletzlich, wütend, voller Leben und randvoll mit Gefühlen füreinander.
(Quelle: dtv)
In diesem Buch begegnen sich zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Jugendliche: Ana, die Schulstreberin mit strengen Eltern und einem vorgeplanten Leben und ihr gegenüber: Zak, ein legerer Nerd, der es mit seiner Schullaufbahn eher nicht so ernst nimmt.
Obwohl das Buch recht klischeehaft beginnt, waren mir die Charaktere sofort sympathisch. Das liegt besonders daran, dass die Dialoge oft sehr lustig und unterhaltsam sind. Meist sind sogar die inneren Monologe, die man dank wechselnder Erzählperspektive als Leser mitbekommt, besonders mit Witz und Ironie bestückt.

Die Handlung konnte mich auch sehr schnell überzeugen. Die wahnwitzige Suche nach dem Bruder von Ana bei der Washingcon ist genau so, wie man sie sich vorstellt: Super unterhaltsam und faszinierend! Das Buch macht Spaß und zwar so richtig. Nicht nur die rasante Jagd und die auch manchmal etwas kitschige Liebesgeschichte sind toll, sondern auch die Action konnten mich total begeistern.

Sprache

Brian Katchers Buch liest sich sehr leicht und schnell, was gut zur Handlung passt. Besonders die lustigen Metaphern haben mir sehr gut gefallen. Sie sind so gekonnt mit Witz versehen, dass ich bei den Vergleichen, die Brian Katcher manchmal mit diesen Metaphern anstellte, herzhaft lachen musste.

"Man kann Zak zwar leichter folgen als dem Plot eines Vampirromans, aber ich hole nicht auf."  

Gut zu wissen

Die Idee zu diesem Roman beruht auf einem anderen Buch, wie Brian Katcher in einem Interview auf der Website des dtv verrät.

„Die Idee habe ich meiner Lektorin, Claudia Gabel, zu verdanken. Sie hat mich gefragt, ob ich ein ähnliches Buch wie ›Nick and Nora’s Infinite Playlist‹ von David Levithan [dt. „Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht“], schreiben könnte, nur dass meine Charaktere nicht cool wären, sondern Nerds.“

Dieses Jugendbuch macht Spaß und zeigt die schillernde und fröhliche Welt der Nerds und Geeks. Ich kann das Buch sehr empfehlen, vor allem jedem, der gerne Liebesgeschichten liest und auf kreative Settings steht.

Ich bin gespannt, ob Brian Katchers andere Werke ebenfalls ins Deutsche übersetzt werden. Für seine Bücher „Almost Perfect“ und „Playing with Matches“ wurde er sogar in den USA ausgezeichnet.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Freitag, 19. Mai 2017

[Rezension] "Auslöschung" von Jeff VanderMeer

Erschienen bei Knaur am 1.3.2017 | Übersetzt von Michael Kellner
Taschenbuch | 240 Seiten | ISBN: 978-3-426-51804-5 | 9,99 € | Kaufen

"Southern Reach" | 1. Auslöschung | 2. Autorität (2.5.17)  | 3. Akzeptanz (3.7.17)

Eine geheimnisvolle Flora und Fauna, ebenso makellos wie verstörend, hat ein Gebiet irgendwo an der amerikanischen Küste übernommen, seit vor 30 Jahren ein mysteriöses Ereignis stattgefunden hat. Und die entfesselte Natur dehnt sich unaufhaltsam aus. Doch was geschieht dort? Elf Expeditionen haben vergeblich versucht, Antworten zu finden, Karten zu zeichnen, das Fremde zu verstehen. Ihre Teilnehmer kehrten entweder gar nicht zurück oder auf eine unheimliche Weise verändert. Jetzt wird eine zwölfte Expedition entsandt. An ihrer Seite betritt der Leser Area X. Und kann sich weder der Faszination noch dem Grauen entziehen.
(Quelle: Knaur)
Auslöschung“ ist ein Roman, den ich schwer beschreiben kann. Er ist keinem Buch ähnlich, das ich gelesen habe, zumindest soweit ich mich erinnere.

Jeff VanderMeer beschreibt in seinem Buch ein geheimnisvolles Areal, wo die normalen Gesetze der Natur scheinbar nicht gelten und den ganzen Bereich zu einem mysteriösen, eigenartigen und manchmal auch ziemlich gruseligen Ort machen. Das Buch ist aus der Sicht einer Expeditionsteilnehmerin geschrieben, die Area X zusammen mit weiteren Teilnehmerinnen betritt.

Diese Art der Erzählung unterstreicht die Mystik des Ortes, da die Biologin, wie sie sich nennt, selbst nichts über diesen Ort weiß und dem Leser so nur sehr eingeschränktes Wissen zur Verfügung steht. Die Biologin erforscht das Gebiet mit einer großen Faszination, obwohl sie sehr schnell merkt, dass etwas ganz seltsam an dem Ort ist. Doch wie magisch angezogen traut sie sich weiter vor und entdeckt Ungeheuerliches – und genau wie der Protagonistin geht es auch dem Leser. Ich konnte mich dieser gruseligen Faszination nicht entziehen und habe die seltsamen Pflanzen vor meinen Augen gesehen, die Umgebung gefühlt und auch den Wind beim Lesen auf meiner Haut gespürt. „Auslöschung“ ist ein Leseerlebnis der besonderen Art.

Im Nachhinein fasziniert es mich zudem sehr, dass Jeff VanderMeer in einem weitgehend handlungsarmen Buch enorm viel Spannung aufbauen kann, die mich ständig dazu bewegte, weiterlesen zu wollen.

Auslöschung“, der erste Teil der Southern-Reach-Trilogie, ist wie ein seltsamer Traum: abstrakt, von der normalen Welt losgelöst und auch oftmals schaurig. Ich bin wahnsinnig gespannt, wie es in „Autorität“ weitergeht und wer „Auslöschung“ gelesen hat, wird verstehen, warum ich so gespannt darauf bin. 

Ich kann das Buch jedenfalls sehr empfehlen, doch euch sollte klar sein, dass hier kein klassischer Abenteuer-Plot vorliegt und die Stimmung in diesem Buch doch sehr abstrakt ist. Es ist aber äußerst faszinierend, die Beschreibungen der Flora und Fauna zu lesen und all die Sonderbarkeiten zu entdecken. 

Von mir gibt es 4 Sterne, da mich das Buch größtenteils überzeugen konnte und mich sehr neugierig gemacht hat, wie alles aufgelöst wird. Doch manchmal war es eben auch zu abstrus und tatsächlich hätte ich gern die ein oder andere kleine Auflösung schon in diesem Buch gelesen. So aber bleibt die Hoffnung, dass „Auslöschung“ erst das Vorspiel war und die Folgebände mehr in die tatsächliche Handlung eintauchen. 

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Dienstag, 9. Mai 2017

[Rezension] "Schwerter und Schwindler" von Julia Knight

Erschienen bei Knaur am 1.3.2017 | Übersetzt von Juliane Pahnke
eBook/Taschenbuch | 400 Seiten | ISBN: 978-3-426-51994-3 | 9,99 € | Kaufen

"Die Gilde der Duellanten" | 1. Schwerter und Schwindler | 2. Legenden und Lügner  | 3. Fechter und Feiglinge


Der erste Roman der Fantasy-Trilogie "Die Gilde der Duellanten" spielt in einer Welt, die an die der drei Musketiere erinnert. Doch statt für Ehre und Gerechtigkeit zu kämpfen, müssen Kacha und ihr jüngerer Bruder Vocho sich seit kurzem als Wegelagerer durchschlagen. Obwohl sie als die Besten ihres Faches gelten, wurden sie aus der Gilde ausgestoßen – durch Vochos Schuld.

Als sich die Geschwister beim nächtlichen Überfall auf eine Kutsche einem Magier und einer Truhe mit geheimen Dokumenten gegenübersehen, geraten sie mitten hinein in eine tödliche Intrige. Hilfe naht ausgerechnet in Form von Dom, dem aufgeblasenen Sohn eines Grundbesitzers, der ein Auge auf Kacha geworfen hat …
(Quelle: Knaur)
Anhand der Verlagsbeschreibung nahm ich an, dass „Schwerter und Schwindler“ in einer vergangenen Zeit spielt. „Die Drei Musketiere“ kam mir dabei direkt in den Sinn. Das hat mich bereits neugierig gemacht und ich wollte das Buch gerne lesen. Doch was mich bereits nach wenigen Kapiteln viel mehr begeisterte, war das äußerst interessante Worldbuilding. Denn die Welt ist gar keine uns bekannte Vergangenheit, sondern eine eigenständige Fantasywelt mit einer Stadt, die sich mit Hilfe eines Uhrwerkmechanismus ständig neu formt! Klingt kurios? Es ist noch viel besser! Die Vorgänge, die die Stadt in Bewegung halten und auch die anderen Schauplätze sind so detailliert beschrieben, dass ich beim Lesen ein äußerst farbenfrohes und realistisches Bild der Orte vor Augen hatte. Die Autorin Julia Knight hat für „Schwerter und Schwindler“ eine neue und unverbrauchte Welt erschaffen, bei der es viel Spaß macht, sie zu entdecken.
Überraschenderweise wurde diese besondere Welt gar nicht in der Verlagsbeschreibung erwähnt, obwohl dies eine neue Zielgruppe auf das Buch aufmerksam machen könnte. Neben Steampunk-Elementen ist zudem auch Magie zu finden. Wie die funktioniert, verrate ich hier natürlich nicht – die Autorin hat sich da aber etwas Tolles einfallen lassen!

Natürlich geht es aber auch um’s Fechten! Die Kämpfe und auch die Gilde der Duellanten nehmen einen großen Platz in dem Buch ein und es hat sehr viel Spaß gemacht, darüber zu lesen und mehr von der Gilde, der Stadt und dem Land zu erfahren.

Die Handlung setzt direkt mit einer sehr spannenden Eröffnung ein und erst nach und nach  im Laufe des Buches erfährt man weitere Einzelheiten. Unter anderem, wie es dazu gekommen ist, dass Kacha und Vocho von der Gilde verstoßen wurden und wie sie überhaupt zu den größten Fechtern eben dieser Gilde geworden sind. Julia Knight schafft es dabei, ein gutes Mittelmaß zwischen Rückblicken und der aktuellen Handlung zu finden, sodass es durchweg spannend war und neue Details, Blickwinkel und Möglichkeiten eröffneten.

Cover

Und wieder sind Menschen drauf! Wer mich ein wenig kennt, weiß, dass ich von Menschen und vor allem Gesichtern auf Covern nicht viel halte. Und auch hier finde ich, dass das Cover dem Buch leider nicht gerecht wird. Allerdings muss ich zugeben, dass die abgebildeten Personen zumindest den Beschreibungen der Hauptcharaktere ähneln und somit ihre Daseinsberechtigung haben.

Eigentlich bin ich bei „Schwerter und Schwindler“ nicht mit allzu großen Erwartungen herangegangen, doch es konnte mich überraschen. Erwartet hatte ich eine spannende Geschichte im Stil von „Die drei Musketiere“, die in unserer Vergangenheit spielt und mir wurde, wortwörtlich, eine ganz andere Welt eröffnet: Eine Fantasywelt mit Magie und einer Stadt, die sich mit einem Zahnradsystem immer wandelt und alles in Bewegung hält.

Zwar hat das Buch auch ab und an seine Längen, in denen die Geschichte ruhig etwas schneller hätte vorangehen können, doch insgesamt kann ich „Schwerter und Schwindler“ weiterempfehlen. Gebt dem Buch eine Chance und lasst euch in eine ziemlich coole und ausgefallene Welt entführen!

Der zweite Teil erscheint unter dem Titel „Legenden und Lügner“ bereits am 3. Juli 2017 und „Fechter und Feiglinge“, der dritte Teil am 2. Oktober 2017.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Samstag, 29. April 2017

[Rezension] "Ghosts of Heaven" von Marcus Sedgwick

Erschienen bei dtv am 10.3.2017 | Übersetzt von Reinhard Tiffert
Klappenbroschur| 408Seiten | ISBN: 978-3-423-65027-4 | 16,95 € | Kaufen

Über das Schicksal, den Lauf des Universums und das Wunder Mensch in all seiner Abgründigkeit.

Ob England zur Zeit der Hexenverfolgung oder ein junger Arzt in den USA in einem Irrenhaus, ob die Welt in vielen hundert Jahren oder zu Beginn der Menschheit – Marcus Sedgwick erzählt von Menschen und ihrem Leben, ihren Wunden und Träumen und davon, was uns alle miteinander verbindet.

Ein moderner Schauerroman.
Abgründig, verstörend, betörend.
(Quelle: dtv)
Vier Geschichten und ein Roman. 24 Möglichkeiten, ihn zu lesen“ – Diese Ankündigung hat mich direkt neugierig gemacht. Normalerweise gehe ich davon aus, dass solche Sprüche nur ein geschickter Werbekniff sind, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und ich muss zugeben, dass es hier zumindest bei mir gut funktioniert hat. Aber auch folgender Satz hat mich sehr neugierig gemacht: „Über das Schicksal, den Lauf des Universums und das Wunder Mensch in all seiner Abgründigkeit.“ 

In „Ghosts of Heaven“ bekommt der Leser vier Geschichten vorgelegt, die alle etwa 100 Seiten lang sind. Der Verlag gibt an, dass alle Geschichten unabhängig voneinander gelesen werden können, in einer Reihenfolge, die man sich selbst aussucht. Deshalb die Aussage, dass man 24 Möglichkeiten hat, das Buch zu lesen – Je nach dem in welcher Reihenfolge man die Geschichten liest, ergeben sich neue Kombinationen. Im Buch sind sie chronologisch geordnet, also nach dem Zeitraum, in dem die Geschichten spielen. Die erste Geschichte beginnt in einer weit, weit entfernten Vergangenheit, die zweite im Mittelalter zur Zeit der Hexenverfolgung, die dritte im frühen 20. Jahrhundert und die letzte mehrere hundert Jahre in der Zukunft.

Alle Geschichten sind auch einzeln als eBook erhältlich.

Kann man die Geschichten tatsächlich in beliebiger Reihenfolge lesen?  


Dies kann ich schlecht mit einem schlichten Ja oder Nein beantworten. Die Geschichten sind nämlich alle in sich abgeschlossen und benötigen nicht das Wissen der anderen Geschichten, um verstanden zu werden. Dennoch würde ich empfehlen, „Der gnädigste Platz in der Hölle“ und „Schicksalslied“ eher am Schluss zu lesen. Dort wird nämlich am Rande auf die anderen Geschichten Bezug genommen und eine davon wird so detailliert beschrieben, dass man dann schon weiß, wie sie endet.

Wie sind sie verbunden?  


Natürlich bleibt der Vergleich zu „Cloud Atlas“ nicht aus, er wird ja sogar offiziell zur Werbung genutzt. Ich habe „Cloud Atlas“ nicht selbst gelesen, sondern nur den Film geguckt und kann zumindest in dem Zusammenhang sagen, dass dieser Vergleich berechtigt ist. Ich finde sogar, dass in „Ghosts of Heaven“ die Verbindung zwischen den Geschichten sogar noch ein wenig stärker ausgeprägt ist. Denn es gibt ein Thema, das sich durch das ganze Buch zieht und sogar vor dem Vorwort bereits erklärt wird.

Ich empfehle sehr, „Schicksalslied“ als letzte Geschichte zu lesen, da dort zum Schluss ein Bogen geschlagen wird zum Beginn des Buches, was ich sehr, sehr toll fand, da es so passend und kreativ umgesetzt ist.

Sprache


Was ich besonders hervorheben will, ist, wie sich die Geschichten stilistisch voneinander unterscheiden. So ist die erste Geschichte „Flüstern im Dunkeln“ ungewöhnlich geschrieben: Es gibt keine Dialoge, der ganze Text ist kursiv geschrieben und ähnelt von der Darstellung einem Gedicht. Hier setzt Marcus Sedgwick sehr eindrucksvoll die Optik und Sprache des Textes ein, um den Eindruck zu verstärken, eine Geschichte aus der Zeit der Höhlenmalerei zu lesen.

Auch die anderen Geschichten sind zwar vom Schreibstil ähnlich, haben aber alle eine kleine Besonderheit, an der man merkt, dass es sich um eine andere Geschichte handelt.
Ein Buch, in dem es um Obsession, versteckte Zeichen und den Menschen an sich geht.

Ich kann dieses Buch weiterempfehlen - es liest sich gut und die Geschichten sind spannend. Der Inhalt der Geschichten ist oft düster, sodass mir manches Mal ein Schauer über den Rücken gelaufen ist.

Eine kleine Warnung für Fans von Happy Ends muss ich an dieser Stelle leider aussprechen, denn die Geschichten haben keine. Also Finger weg von diesem Buch, wenn ihr ein schönes, glückliches Ende braucht!

Da ich die Geschichten in der im Buch vorliegenden, chronologischen Reihenfolge gelesen habe, kann ich leider keine Aussage darüber treffen, wie sich die Geschichte in einer anderen Reihenfolge entfaltet, würde aber sehr empfehlen, die Chronologie einzuhalten, da gerade in „Der gnädigste Platz in der Hölle“ große Spoiler zu „Die Hexe im Wasser“ enthalten sind. Zudem hat man, wenn man das Buch in der vorgegebenen Reihenfolge liest, eine Reise quer durch die Menschheitsgeschichte hinter sich.
Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

Sonntag, 9. April 2017

[Rezension] "Die Ewigen" (Sammelband) von Chriz Wagner

Erschienen bei acabus am 13.2.2017 | Taschenbuch | 320 Seiten 
ISBN: 9783862824595 | 15,00 € | Kaufen

"Die Ewigen" | 1. Die Gärten von Rom | 2. Der Bruderpakt  | 3. Die Zeichen der Schuld | 4. Von sterbenden Engeln | 5. Das Gedächtnis der Welt | (weitere sind in Planung)
- Alle Teile auch einzeln als eBook erhältlich -

Thyri und Simon sind unsterblich. Auf ihrer Reise durch die Jahrtausende verloren sie sich aus den Augen. Ihre Geschichten führen uns vorbei an mystischen Orten und magischen Begebenheiten auf der Suche nach dem Grund für ihr ewiges Leben.
Dieser Sammelband enthält fünf Erzählungen aus den Memoiren der EWIGEN.
In „Die Gärten von Rom“ erzählt Simon, weshalb im Jahr 11 n. Chr. Roms Grünanlagen von Kindern nicht mehr betreten werden durften.
„Der Bruderpakt“ wird von den Brüdern Renz zum Verhängnis. Und die grausame Beichte dahinter kreuzt im Jahr 1891 Simons Lebensweg.
„Die Zeichen der Schuld“ und der Kampf um Gut und Böse führen den Leser zurück zu den biblischen Anfängen der Menschheit.
Thyri berichtet in „Von sterbenden Engeln“, wie sich im Jahr 1645 die dunklen Schatten des Mittelalters um Schrattenthal zusammenzogen.
Und was geschah, als 1933 der Codex Sinaiticus, die älteste Bibelübersetzung der Welt, seinen Weg in die London Museum Library fand, erzählt Thyri in „Das Gedächtnis der Welt“.
(Quelle: acabus Verlag)
Ich habe bereits vor dem Erscheinen des Sammelbandes zwei Geschichten der EWIGEN gelesen: „Die Zeichen der Schuld“ und „Das Gedächtnis der Welt“.  Dazu habe ich Rezensionen geschrieben, die ihr hier auf dem Blog nachlesen könnt.
Wie ich es auch nicht anders erwartet habe, konnten mich auch die restlichen Geschichten um DIE EWIGEN von Chriz Wagner überzeugen. Thyri und Simon sind zwar nach diesen fünf Geschichten immer noch ein Rätsel, doch als Leser hat man mehr über deren mysteriöse Geschichte erfahren und einen Einblick in das Leben vergangener Zeiten bekommen. Jedoch sollte man nicht erwarten, dass bereits alle Geheimnisse gelüftet werden, da noch weitere Geschichten geplant sind.
Die Geschichten bieten unterschiedliche Szenarien in unterschiedlichen Zeitaltern, was dem Sammelband Vielfältigkeit verleiht. Was aber immer vorhanden ist: die dunklen Mächte und der Schauer, der einem über den Rücken läuft, wenn die geheimnisvollen Geschehnisse ihren Lauf nehmen. Chriz Wagner versteht es, Spannung aufzubauen und Grusel zu erzeugen.
Durchschnittlich sind die Geschichten 60 Seiten lang – für mich also gut für Zwischendurch geeignet, wenn ich mal mit der Bahn fahre oder auch so mal eine Stunde Zeit habe.  
Der Sammelband mit den „Erinnerungen an die Unsterblichkeit“ konnte an meine Begeisterung für „Die Zeichen der Schuld“ anknüpfen. Ich habe die Geschichten regelrecht verschlungen und freue mich schon sehr auf die Fortsetzungen!
Wer gerne mysteriöse Geschichten mit etwas Grusel liest und den verschiedene Epochen der Vergangenheit reizen, sollte unbedingt in dieses Buch hineinlesen! Ich kann es nur empfehlen. Allen voran die Kurzgeschichten „Die Zeichen der Schuld“ und „Die Gärten von Rom“.
Die Kurzgeschichten sind auch einzeln als eBook beim Acabus Verlag und Online-Shops wie Amazon, Thalia, etc. erhältlich. Der Autor kündigt auch im Nachwort weitere 5 Kurzgeschichten an, die in nächster Zeit erscheinen werden. Auch ein zweiter Sammelband ist geplant, wobei dieser natürlich erst später erscheint. 

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Montag, 3. April 2017

[Rezension] "Die Berufene" von M. R. Carey (Buch + Film)

Erschienen bei Knaur am 1.10.2014 | Übersetzt von  Charlotte Lungstraß-Kapfer und Momo Evers 
Klappenbroschur | 512 Seiten | ISBN: 978-3-426-51513-6 | 14,99 € | Kaufen


Ein Parasit, der die Menschen in fleischfressende „Hungernde“ verwandelt, hat die Menschheit befallen. Die Überlebenden haben sich verschanzt und hoffen auf eine Heilung.

Um diese Heilung zu finden, forscht Dr. Cladwell in einer entlegenen Militärbasis an Kindern. Das Besondere an den Kindern: sie sind alle infiziert, scheinen aber ein Bewusstsein und Intelligenz zu besitzen. Eine von ihnen ist Melanie, ein schlaues, wissbegieriges Mädchen. Wie auch die anderen Kinder, weiß sie nicht, was sie ist und wieso sie in den unterirdischen Räumen gehalten werden. Sie kennt kein anderes Leben. Doch eines Tages wird die Militärbasis von den „Hungernden“ angegriffen und nur eine kleine Gruppe kann sich retten – unter ihnen Melanie und Dr. Cladwell. Auf dem Weg zum Hauptquartier stoßen sie auf immer mehr Informationen über den Parasiten und es stellt sich die Frage: Wie gefährlich ist Melanie wirklich und kann die Menschheit überhaupt gerettet werden?

Die Geschichte handelt natürlich von einer Zombie-Apokalypse und hat dementsprechend auch mehr als genug klischeehafter Gruselmomente, doch jenseits dieser Klischees sind mir besonders die Ausarbeitung und Wandlungen der Charaktere positiv aufgefallen. Außerdem wird zusätzlich Spannung erzeugt, da man unbedingt wissen will: Sind die infizierten Kinder gefährlich? Was wird aus der Welt? Gibt es eine Heilung? Und auch immer wieder die Frage: Wann ist ein Mensch ein Mensch?
Ich habe den Film zuerst gesehen und anschließend das Buch gelesen. Dies war eine Reihenfolge, die für mich gut funktioniert hat und die ich so auch weiterempfehlen kann.
Was ich auch dazu sagen kann: Solltet ihr das Buch zuerst lesen, dann werdet ihr wohl den Film trotzdem gucken können, ohne euch ständig über Änderungen zu ärgern.

Unterschiede zwischen Buch und Film

Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Buch und Film - ein Buch hat nun einmal mehr Freiheit, den Stoff ausführlich und im Detail zu besprechen, während ein Film grob gesehen zeitlich beschränkt ist.
Eine große Änderung ist die Hautfarbe der Protagonistin Melanie. Im Buch wird sie als sehr, sehr blass bzw. hellhäutig beschrieben, was direkt auf der ersten Seite als Ironie dargestellt wird, da der Name Melanie „die Dunkle“ bedeutet. Stilistisch besonders wirkungsvoll wurde dies im Film aufgegriffen, indem sie als Kontrast mit Sennia Nanua besetzt wurde. Sie hat Melanie großartig dargestellt und ihr so viel Charakter, Tiefe und Emotionen gegeben, dass ich beim Lesen des Buches immer sie vor Augen hatte.
Eine weitere Änderung sind die „Schrottwühler“ -  eine Gruppe von Menschen, die sich nicht in den sicheren Bastionen der Menschen verschanzt haben, sondern tagtäglich für ihr Überleben in der „Wildnis“ kämpfen müssen. Diese haben im Buch eine nicht ganz unwichtige Rolle, doch im Film wurden diese einfach rausgelassen. Eine Kürzung, die im Film aber nicht auffällt und auch nicht tragisch ist.
Im Großen und Ganzen halten sich die Unterschiede aber in Grenzen und schränken den Zuschauer nicht wirklich ein. Der Leser hat aber ganz klar den Vorteil, dass gerade der wissenschaftliche Hintergrund im Buch besser ausgeführt und erklärt wird.

Das Buch bekommt von mir 5 Sterne, da es mich überzeugt hat und ich die Geschichte gerne gelesen habe. Durch die Perspektivenwechsel im Buch erfährt man als Leser viel mehr über die persönlichen Hintergründe der Protagonisten und auch über deren Wandlung im Laufe des Buches. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen und würde es jederzeit wieder lesen wollen!

Der Film bekommt von mir „nur“ 4 Sterne. Er wird dem Buch gerecht und ist eine tolle Verfilmung mit guter Besetzung. Jedoch fehlten einige Erklärungen und wissenschaftlichen Hintergründe. Dafür gibt es einen Stern Abzug, doch ansonsten konnte mich der Film ebenfalls überzeugen.
Der Film hat (zumindest in Deutschland) keine wirkliche Publicity bekommen. Sogar als der Film gerade erst erschien, lief er in Hamburg nur in einem großen Kino (um 23:30 Uhr) und in zwei kleinen Kinos 1-2 Mal die Woche, was ich für so einen guten Film sehr schade finde.

Man merkt dem Buch und dem Film definitiv an, dass sie gemeinsam entworfen und geschrieben wurden. Trotz der Änderungen wirken sie sehr stimmig. Ich kann euch nur empfehlen: Schaut euch den Film an oder lest das Buch! Am besten macht ihr einfach beides ;)

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar und die Tickets für den Film. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Montag, 20. Februar 2017

{Auslosung} "Such's dir aus" - Gewinnspiel



Heute ist es soweit und die drei Gewinner des Gewinnspiels stehen fest!


DayDreaming gewinnt "Glück ist, wenn man trotzdem liebt"

Shouting D. gewinnt "Die Magier Seiner Majestät

Greta Oehler gewinnt "Perfekt ist jetzt

Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit den Büchern!

Bitte meldet euch bis zum 25. Februar 2017 bei mir mit eurer Adresse, damit ich eure Gewinne losschicken kann! Dazu könnt ihr mir entweder eine Email schreiben (tinyhedgehog[at]outlook[dot]de) oder mir auf Facebook eine Nachricht schicken (https://www.facebook.com/tinyhedgehog/).

Wenn sich bis zum 25. einer der Gewinner nicht gemeldet hat, wird der Platz neu ausgelost.

An alle anderen: Seid nicht traurig! Es wird nicht das letzte Gewinnspiel auf diesem Blog sein!


Samstag, 18. Februar 2017

[Rezension] "Die rote Löwin" von Thomas Ziebula

Erschienen bei Bastei Lübbe am 13.10.2017 | Taschenbuch | 736 Seiten 
ISBN: 978-3-404-17476-8 | 10,00 € | Kaufen

Anno 1205. Nach dem Tod ihrer Eltern sind Runja und ihr Bruder auf sich allein gestellt. In Magdeburg geraten sie in die Fänge des machthungrigen Domdekans Laurenz. Dieser sieht in Runja die einmalige Gelegenheit, seinen Rivalen Pirmin auszuschalten. Denn Runja hat verblüffende Ähnlichkeit mit dessen toter Frau. Während er ihren Bruder als Geisel hält, zwingt Laurenz Runja in den Orden der Vollstrecker, wo sie zur Mörderin ausgebildet wird. Doch das Schicksal will es, dass sie sich in Pirmin verliebt. Nun muss sie sich zwischen dem Leben ihres Bruders und dem ihres Geliebten entscheiden.
(Quelle: Bastei Lübbe)
Normalerweise lese ich keine historischen Romane – nicht aus dem Grund, dass ich sie nicht mag, sondern eher, weil ich immer wieder lieber zu anderen Genres greife. Somit bin ich ein Neuling in diesem Genre.

Doch wie komme ich zu diesem Buch? Ich kenne den Autor Thomas Ziebula von seiner High-Fantasy-Reihe „Kalypto“, die er unter seinem Pseudonym Tom Jacuba veröffentlicht hat. Er sagte mir, „Die rote Löwin“ sei, was den Stil und den Actionanteil angeht, ähnlich wie „Kalypto“ geschrieben und somit wagte ich den Versuch. Außerdem hat das Cover mich ein wenig in dieser Entscheidung bestärkt: Obwohl ich kein Freund von Gesichter auf Covern bin, sprach es mich sehr an. Es wirkt düster, gefährlich und geheimnisvoll und vermittelte somit all das, was ich in diesem Buch letztendlich auch vorgefunden habe.

„Die rote Löwin“ ist nichts für schwache Nerven – es geht dort zum Teil sehr brutal zu. Die Kämpfe, Schlachten und Hinrichtungen werden in all ihrer Brutalität dargestellt und erzeugen eine beängstigende Stimmung. Ein Lob an dieser Stelle an den Autor, der diese Stellen so überzeugend und authentisch vermitteln konnte.

Obwohl ein Zeitraum von etwa drei Jahren mit der Geschichte abgedeckt wird, hatte ich nicht das Gefühl, dass das Buch zu sehr in die Länge gezogen wurde. An manchen Stellen war die Handlung gemächlicher, an anderen preschte sie voran, doch in meinen Augen genau im richtigen Maß.
Die Geschichte um Runja ist sehr spannend zu lesen und hat mir sehr gut gefallen. Ihre Beweggründe und Gefühle konnte ich gut nachempfinden – als Protagonistin ist sie sehr gut ausgearbeitet und sehr vielfältig.

Dass ich dem Buch aber keine volle Punktzahl gebe hat mit einem anderen Grund zu tun: Die vielen sexuellen Szenen in dem Buch. Ich verstehe ja, dass „Die rote Löwin“ ein Roman für ein erwachsenes Publikum ist, doch die Menge an sexuellen Szenen war mir persönlich schlicht zu viel. Besonders gestört hat mich die unnötige Detaildichte dieser Szenen – würde ich einen Erotikroman lesen wollen, hätte ich zu solch einem gegriffen. Schade um das Buch – es wäre nämlich auf jeden Fall auch ohne diesen Inhalt ausgekommen, ohne dass die Authentizität oder die Handlung darunter gelitten hätte.

„Die rote Löwin“ lässt mich zwiegespalten zurück: Einerseits hat mir die Handlung und die Protagonistin sehr gut gefallen und ist die 5 Sterne allemal wert. Andererseits war das Übermaß an sexuellen Handlungen und ihren Details für mich zu viel. Deshalb bekommt das Buch von mir eine Bewertung von 3,5 Sternen und nur eine bedingte Empfehlung.

Ich bedanke mich beim Verlag und Thomas Ziebula für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Donnerstag, 16. Februar 2017

[Rezension] "Dornen und Rosen" von Sarah J. Maas

Erschienen bei dtv am 10.2.2017 | Übersetzt von Alexandra Ernst
Hardcover | 480 Seiten | ISBN: 978-3-423-76163-5 | 18,95 € | Kaufen

"Das Reich der sieben Höfe" | 1. Dornen und Rosen | 2. A Court of Mist and Fury (dt. vrmtl. Herbst 2017) | 3. A Court of Wings and Ruins (engl. Ausgabe am 2.5.2017)

Die junge Jägerin Feyre muss für ihre Familie und sich sorgen. Doch bei einer Jagd tötet sie einen Wolf – Eine Tat, die ihr Leben verändern wird. Denn der Wolf gehörte zum Reich der Fae - den unsterblichen und gefürchteten Fae... Und kurz darauf wird Feyre von einem großen, grausamen Fae, der eher einem Biest gleicht, ins Land der Fae geholt. Und dort ist nichts, wie es scheint. Nach und nach findet sie heraus, dass der Hof ihres Entführers von einem Fluch belegt ist und als sie erfährt, dass sie wohl die Einzige ist, die das aufhalten kann, ist es schon fast zu spät. Und ein großer Kampf beginnt. Ein Kampf, um ihre Liebe zu beweisen und die Fae zu retten.

Als ich das erste Mal von diesem Buch las, kam mir sofort die Geschichte „Die Schöne und das Biest“ in den Sinn. Denn auch in „Dornen und Rosen“ geht es um ein Mädchen, das bei einem „Biest“ leben muss und dabei feststellt, dass hinter der gefährlichen Fassade mehr steckt, als nur ein wildes Tier. Sarah J. Maas hat sich klar an der beliebten Geschichte bedient, sie jedoch spannend neu erzählt und in eine Welt der unsterblichen Fae versetzt.

Zudem sind nicht nur das menschliche Mädchen Feyre und der unsterbliche High Fae Tamlin, der sie entführt hat, ausführlich beschrieben und im Fokus der Erzählung, sondern auch den Nebencharakteren wird ein spannender Hintergrund zuteil. Zugegeben, es gibt nicht viele Nebencharaktere, doch die, die es gibt, sind alle auf ihre Art und Weise besonders und wichtig. Mir persönlich hat Rhysand als Nebencharakter am meisten gefallen und ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser in den folgenden Büchern eine noch prägnantere Rolle einnehmen wird.

Feyre hat mir als Protagnistin gut gefallen. Sie ist mutig, eigensinnig und manchmal ziemlich frech, was für den einen oder anderen Lacher gesorgt hat. Besonders ihr Verhältnis zu Tamlin ist geprägt von spitzen Bemerkungen und witzigen Kontern.

„Aha. Der Suriel hat dir also nichts Wichtiges erzählt, ja?“ [...]„Nun, er hat mir zum Beispiel erzählt, dass du es gernhast, wenn man dich bürstet, und dass ich dich mit Leckerchen abrichten kann, wenn ich es klug anstelle.“
(Seite 189)
Eine positive Überraschung für mich war, dass „Dornen und Rosen“ nicht nur eine Liebesgeschichte ist, sondern eben noch so Einiges mehr. Es gibt nämlich einige Kämpfe und Dramen zu überwinden und anstatt nur das arme kleine Mädchen zu sein, erhebt sich Feyre als starke Frau, die für ihren Geliebten und die Freiheit aller kämpft. Eine schöne Botschaft, die in unsere heutige Zeit passt.

Sprache

Die Protagonistin Feyre liebt es zu malen, doch während ihres Lebens bei ihrer armen Familie hatte sie keine Möglichkeiten dazu. Diese Liebe für Motive und Farben spiegelt sich auch in der Sprache des Buches wider: Der Frühlingshof des High Fae Tamlin wird äußerst detailliert und farbenfroh beschrieben. Den Farben wird besondere Aufmerksamkeit zuteil, da viele Farbschattierungen benannt und oft erwähnt werden. Ich finde es toll, wenn Autoren auch auf solche Art Bezug zum Inhalt der Geschichte nehmen. So wird die Welt und die Protagonistin Feyre dem Leser gut nahegebracht.

Cover

Ich muss zugeben, ich habe ein kleines Problem mit dem Cover: Es spricht nämlich eine jüngere Zielgruppe an, als die Geschichte selbst. Es wirkt so mädchenhaft, so zart und verspielt. Dass sich zwischen diesen Klappen eine zarte Liebesgeschichte versteckt, stimmt zwar, aber eben auch viel Grausamkeit, Kämpfe und Dunkelheit, die vor allem die zweite Hälfte des Buches prägen.
Eine schöne Idee hingegen ist der transparente Schutzumschlag, auf dem einzelne Illustrationen zu sehen sind, die zusammen mit dem eigentlichen Buch ein Bild formen.

Das Einzige, was ich an diesem Buch bemängeln kann, ist die Ansprache der falschen Zielgruppe. Denn inhaltlich ist das Buch äußerst lesenswert! Besonders für Liebhaber von „Die Schöne und das Biest“ und erwachsener Fantasy. Die Protagonistin Feyre ist im Buch 19 Jahre alt und ich empfehle das Buch auch eher an die Altersgruppe ab 16 Jahren. Denn Sarah J. Maas hat nicht nur eine schöne, leidenschaftliche Liebesgeschichte geschrieben, sondern auch düstere, manchmal brutale Szenen eingebaut, die für ältere Jugendliche und Erwachsene gedacht sind.

Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und ich überlege die ganze Zeit, wie es wohl weitergeht. Der dtv hat bei Twitter geschrieben, dass die Fortsetzung wohl schon im Herbst dieses Jahres erscheinen wird! Mal sehen, ob ich es noch so lange aushalte oder zur englischen Ausgabe greife, denn ich vermute, dass es ähnlich actionreich und dramatisch wird, wie in „Dornen und Rosen“

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Samstag, 11. Februar 2017

{GEWINNSPIEL} "Such's dir aus"



Überraschung! Es gibt (endlich) wieder ein Gewinnspiel bei Tiny Hedgehog! 


Das Besondere an diesem Gewinnspiel: Es wird gleich 3 Gewinner geben! Jeder Gewinner bekommt ein Buch seiner Wahl geschenkt.

Welche Bücher stehen denn zur Wahl? 

Die 6 Bücher, die ihr auch oben auf dem Bild erkennen könnt. Das heißt im Konkreten:

"Mr. Sapien träumt vom Menschsein" von Ariel S. Winter

In diesem Buch nimmt ein alter Roboter sich eine Auszeit außerhalb der Stadt und kommt bei einer ziemlich ungewöhnlichen Familie unter. Nach und nach entdeckt er die Geheimnisse und Abgrunde der speziellen Roboter-Familie und erfährt auch, was Menschlichkeit bedeutet.
Mehr dazu in meiner Rezension: *Hier lang*

"Die Magier Seiner Majestät" von Zen Cho

Eine an die Vergangenheit anmutende Welt voller Magie. Der neue Magier Seiner Majestät ist ein Außenseiter der Gesellschaft und seine Stellung scheint in Gefahr zu sein. Hinzu kommt, dass die Quelle der Magie Englands zu versiegen droht. Er begibt sich auf eine Reise, um diesem Schwund auf die Schliche zu kommen und trifft dabei ein ganz besonderes Mädchen. Prunella Gentleman birgt zudem ein Geheimnis, das Auswirkungen auf ganz England haben könnte.
Mehr dazu in meiner Rezension: *Hier lang*

"Echo Boy" von Matt Haig

Audreys Eltern werden von einem Echo, einem künstlichem Menschen einem sogenannten "Echo" getötet. Sie entkommt nur knapp und kommt daraufhin bei ihrem Onkel unter, wo sie Daniel trifft. Daniel ist ein Echo, doch auf gewisse Weise ist er ganz anders als die anderen Echos. Und er ist sich sicher, dass Audrey noch immer in Lebensgefahr schwebt.
Mehr dazu in meiner Rezension: *Hier lang*


"Irrlichtfeuer" von Julia Lange

Alba möchte mit mechanischen Schwingen über die Stadt fliegen. Doch damit diese Schwingen funktionieren, braucht sie Irrlicht-Gas. Dies ist aber alles andere als einfach zu besorgen, da es auch magische Fähigkeiten auslöst, sofern man die Vergiftung überlebt. Ein Handelsgut, um das auch die Gangs der Stadt kämpfen. Alba wird schließlich mitten in einen Volks-Aufstand um Macht und Magie hineingezogen und stellt sie vor die Frage, welchen Preis sie zu zahlen bereit ist, um ihr Ziel zu erreichen.
Mehr dazu in meiner Rezension: *Hier lang*


"Glück ist wenn man trotzdem liebt" von Petra Hülsmann

Es gibt Dinge, die Isabelle absolut heilig sind: ihre Daily Soap. Ihre Arbeit in einem schönen Blumenladen. Und das tägliche Mittagessen im Restaurant gegenüber. Überraschungen in ihrem geregelten Leben kann sie gar nicht leiden. Doch dann wird "ihr" Restaurant von dem ambitionierten Koch Jens übernommen - und der weigert sich nicht nur, ihr Lieblingsgericht zuzubereiten, sondern sorgt auch sonst für Chaos in Isabelles wohlgeordneter Welt. Während sie alles wieder in ruhige Bahnen zu lenken versucht, ahnt sie aber schon bald, dass es vielleicht gerade die Überraschungen sind, die ihr Leben reicher machen. (Quelle: Bastei Lübbe)


"Perfekt ist jetzt" von Tim Tharp

Bisher ist er damit ganz gut gefahren. Auch mit dem Whiskey, mit dem er regelmäßig seine Limo verdünnt – beziehungsweise umgekehrt. Bis er eines Morgens in einem fremden Vorgarten aufwacht – ohne Auto, ohne Erinnerung, dafür mit einem Mädchen, das sich über ihn beugt. Das Mädchen ist so ganz anders als alle Freundinnen, die Sutter je hatte: unscheinbar, Typ Streberin. Sie braucht dringend Hilfe, findet Sutter – und übernimmt den Job mal schnell selbst … (Quelle: dtv)
Mehr dazu in meiner Rezension: *Hier lang*


Alle Bücher bis auf "Glück ist, wenn man trotzdem liebt", wurden einmal vorsichtig gelesen und weisen keine Schäden auf. Das Buch von Petra Hülsmann ist komplett ungelesen.


Wie mache ich mit? 

Nun, zunächst einmal verrätst du mir in den Kommentaren, welche drei Bücher aus den genannten dich am meisten interessieren (ab besten in absteigender Reihenfolge).
Dann schreibst du noch kurz dazu ob du mir über GFC, G+ oder bloglovin' folgst.

Ihr könnt ein zusätzliches Los erwerben, wenn ihr dem Gewinnspielbeitrag auf Facebook einen Like verpasst, mir auf Facebook folgt und auch dort erzählt, welche drei Bücher ihr gerne gewinnen würdet. >Hier entlang>

Somit könnt ihr insgesamt 2 Lose erwerben. 


Teilnahmeschluss ist Sonntag, der 19. Februar 2017 um 23:59! 

Die Gewinner werden am 20. Februar 2017 sowohl hier auf meinem Blog als auch auf Facebook bekannt gegeben und melden sich mit ihrer Postanschrift bis zum 25.2.17 per Email bei mir. Sollte sich ein/e Gewinner/in bis Ablauf dieser Frist nicht gemeldet haben, wird ein/e neue/e Gewinner/in ausgelost.

Ich wünsche euch allen viel Glück!



Teilnahmebedingungen
- Ihr müsst meinem Blog folgen. Bitte gebt in eurem Teilnahmekommentar an, bei welcher Plattform ihr mir folgt(GFC, G+ oder Bloglovin)
- Für ein zweites Los folgt mir auf Facebook, setzt unter dem Gewinnspielbeitrag dort ein Like und nennt mir die 3 Titel, die euch interessieren. 
- Teilnahme nur bis zum genannten Datum (19.2.17 23:59)
- Teilnahme ab 18 Jahren.
- Versand in alle Länder der EU (bitte gebt direkt mit an, ob ihr von außerhalb Deutschlands kommt!)
- Der Gewinner muss eine gültige Postadresse haben. 
- Für der Verlust oder Schaden auf dem Postweg kann ich nicht haften und auch keinen Ersatz schicken. 
- Ausgelost wird per Papierlos
- Die Gewinner werden am 20.2.2017 bekannt gegeben und haben bis zum 25.2.17 Zeit sich zu melden. Sollte sich ein/e Gewinner/in nicht gemeldet haben, wird neu ausgelost. 
- Mit der Teilnahme bestätigt ihr, dass euer Name öffentlich genannt werden darf. 
- Eure Email-Adresse wird nur zur Kommunikation genutzt, eure Postadresse nur zum Versand des Buches. Beides wird nicht an Dritte weitergegeben! 
- Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
- Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

Mittwoch, 8. Februar 2017

[Rezension] "Die Drei Sonnen" von Cixin Liu

Erschienen bei Heyne am 12.12.2016 | Übersetzt von Martina Hasse
Klappenbroschur | 592 Seiten | ISBN: 978-3-453-31716-1 | 14,99 € | Kaufen

"Three-Body-Trilogie" | 1. Die drei Sonnen 2. Der dunkle Wald (2018)  | 3. Death's End (bisher nur auf Englisch)


China, Ende der 1960er-Jahre: Während im ganzen Land die Kulturrevolution tobt, beginnt eine kleine Gruppe von Astrophysikern, Politkommissaren und Ingenieuren ein streng geheimes Forschungsprojekt. Ihre Aufgabe: Signale ins All zu senden und noch vor allen anderen Nationen Kontakt mit Außerirdischen aufzunehmen. Fünfzig Jahre später wird diese Vision Wirklichkeit – auf eine so erschreckende, umwälzende und globale Weise, dass dieser Kontakt das Schicksal der Menschheit für immer verändern wird.
(Quelle: Heyne)
„Die Drei Sonnen“ wurde vorab schon groß mit „Die Sensation aus China“ beworben. Das Buch gewann 2015 den „Hugo Award“, der als einer der wichtigsten Preise in der Science-Fiction-Literatur gilt. Chixin Liu ist der erste chinesische Autor, der mit diesem Preis ausgezeichnet wurde. Dies alles bewirkte, dass ich große Erwartungen an das Buch hatte. Normalerweise bin ich sehr vorsichtig und beäuge solche Lobpreisungen skeptisch. Doch ich kann sagen, dass dieses Buch diese Lobpreisungen verdient! Es ist ein wahrlich großartiger Roman, der zwar seine Schwächen hat, aber auf voller Linie überzeugen kann.
Doch eines nach dem anderen...


Genre und Einleitung

Das Buch wird dem Genre „Hard-Science-Fiction“ zugeordnet. Ein Genre, das vor allem durch seine detaillierten wissenschaftlichen Aspekte hervorsticht. Es bedient sich an der „Hard Science“, den harten Fakten. Dies sollte man unbedingt wissen, bevor man mit dem Lesen beginnt. Trotz vieler wissenschaftlicher Begriffe wird es nie über-komplex. Da mich für Physik und Astronomie im Speziellen interessiere, kann ich allerdings nicht ganz objektiv beurteilen, wie es einem Leser ohne Hintergrundwissen ergehen würde.


Der Anhang

Der Anhang in diesem Buch ist sehr ausführlich. Es gibt ein Glossar, in dem sehr viele Begriffe, Orte und historische Ereignisse erklärt werden. Man muss diesen Glossar nicht nutzen, doch ich habe immer gerne darin geblättert, um über die Geschichte hinaus informiert zu sein. Es ist zudem chronologisch und nicht alphabetisch angeordnet ist. Die Begriffe werden also in der Reihenfolge aufgeführt, wie sie im Buch auftauchen (mit Seitenzahl!). Zudem enthält der Anhang auch eine Erklärung, wie die chinesischen Namen ausgesprochen werden und ein wenig chinesische Geschichte. Auch das Nachwort des Autors ist ausführlich und sehr lesenswert!

Die Handlung

Zunächst beginnt die Handlung in unserer Vergangenheit, in der Zeit der chinesischen Kulturrevolution. Diese Zeit wird sehr beängstigen, realistisch und kritisch beschrieben. Für mich war es ein sowohl lehrreicher als auch erschreckender Teil. Tatsächlich wurde mir bewusst, wie wenig ich eigentlich über die Geschichte Chinas wusste.
Später springt die Handlung in die Gegenwart begleitet den Protagonisten Wang Miao. Der Wissenschaftler gerät so manches Mal in brenzlige, beängstigende Situationen. Zusammen mit Wang Miao den Geheimnissen auf die Spur zu kommen, war sehr abenteuerlich. Der Autor Cixin Liu hat sich spannende und aufregende Sachen ausgedacht, die das Buch einzigartig machen.


Mein einziger Kritikpunkt ist, dass Gewalt für meinen Geschmack manchmal zu brutal und detailliert geschildert wurde. Doch diese Stellen nehmen nur einen Bruchteil des Buches ein, sodass es mich im Nachhinein auch nicht stark gestört hat.

Was dem Buch zusätzlichen Charme verleiht, ist der Handlungsort China. Er ist unverbraucht und interessant. Cixin Liu streut immer mal wieder Informationen zu Chinas Vergangenheit, seiner Gegenwart und seiner Art ein, die dem Buch zusätzlichen Reiz verschaffen.

Das Buch „Die Drei Sonnen“ ist außergewöhnlich und (endlich mal wieder) ein SF-Werk, in dem es um eine Alieninvasion geht, die den Menschen alles andere als freundlich gesinnt ist. Dabei sind die Außerirdischen sehr kreativ ausgearbeitet und ungewöhnlich. Auch die Probleme, die auf der Erde im Laufe des Buches auftauchen sind sehr gut konzipiert.

„Die Drei Sonnen“ kann ich nur wärmstens jeden SF-Fan an’s Herz legen. Das Buch ist voll mit Details, Wissenschaft und der über alles stehenden Angst der Alieninvasion. Zwar war mir die Schilderungen stellenweise zu brutal, doch der restliche (überwiegende) Teil des Buches gleicht das mehr als aus. Ich bin begeistert!

Ich hatte unglaublich viel Freude an diesem Buch und kann es kaum erwarten, dass „Der dunkle Wald“, der zweite Teil der Trilogie, erscheint. Leider wird dies erst im Juni 2018 der Fall sein, doch sofern man den Informationen im Internet Glauben schenken darf, soll bereits dieses Jahr eine Verfilmung zum ersten Teil erscheinen.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.