Sonntag, 15. Januar 2017

[Rezension] "Echo Boy" von Matt Haig

Erschienen bei dtv am 9.12.2016 | Übersetzt von Violeta Topalova
Taschenbuch | 400 Seiten | ISBN: 978-3-423-71712-0 | 11,95 € | Kaufen

Audrey lebt in einer Welt, die von moderner Technik bestimmt wird und in der künstliche Menschen, die sogenannten »Echos«, darauf programmiert sind, jeden Befehl ihres Besitzers auszuführen. Eines Tages passiert das Unfassbare: Ein scheinbar defekter Echo tötet Audreys Eltern. Mit knapper Not kann sie entkommen und findet Unterschlupf bei ihrem Onkel. Dort trifft sie auf Daniel.

Daniel ist ein Echo – und er fühlt sich zu Audrey hingezogen, etwas, das eigentlich nicht sein kann. Doch er will sie beschützen. Denn Audrey schwebt noch immer in Lebensgefahr...
(Quelle: dtv)
Als ich mir den Klappentext zu „Echo Boy“ durchgelesen habe, war ich sofort interessiert, auch wenn der Text zunächst etwas kitschig-romantisch klang. Ich lese selten Liebesgeschichten, doch ab und zu finde ich so etwas schön. Das Buch konnte mich dann aber noch viel mehr überzeugen, da es im Buch zwar eine Liebesgeschichte gibt, die auch wichtig für die Protagonisten, die Handlung und die großen Fragen im Buch ist, doch sie ist zart und unscheinbar im Hintergrund. Das Augenmerk des Buches liegt viel eher in der aktiven Handlung, in der es um Verschwörungen, Geheimnisse und die Technik der Zukunft geht. Für mich ist das Buch also sehr ideal.

Die Welt

Matt Haigs Zukunftswelt ist sehr geprägt von Technik und Robotern. Viele Teile Europas sind überschwemmt oder zu unerträglich heißen Wüsten geworden. Die neuste Errungenschaft sind sogenannte Echos, die zwar wie Roboter sind, jedoch einen fast menschlichen Körper haben.
Die Welt hat mir ausgesprochen gut gefallen, vor allem auch, da Matt Haig auf die vielen kleinen Dinge eingeht, die neu in dieser Welt sind und die mich bei Science-Fiction-Romanen immer sehr interessieren. Doch keine Angst! Er tut dies im Rahmen der Geschichte und zusammen mit der Protagonistin Audrey erkundet man diese Welt.

Die Liebesgeschichte

Wie bereits erwähnt, ist die Liebesgeschichte in diesem Buch eher im Hintergrund und weniger präsent, als man von der Beschreibung her vermuten könnte. Sie ist aber Dreh- und Angelpunkt der großen Fragen des Buches: Was macht uns menschlich und kann eine „Maschine“ fühlen? Die Liebesgeschichte dafür zu benutzen, ist keine neue Erfindung, doch Matt Haig hat ein sympathisches Protagonisten-Duo erschaffen, das diese Geschichte mit Leben füllt. An einer Stelle hatte ich jedoch zu bemängeln, dass es zu plötzlich kam, dass die Verliebtheit hereinbrach. Gerade wegen der Hintergrundgeschichte kam es etwas falsch vor. Aber da die Liebesgeschichte nur den Hintergrund bildete und die Action im Vordergrund stand, konnte ich leicht darüber hinwegsehen.

„Echo Boy“ hat mir trotz einiger kleiner „Schönheitsfehler“ sehr gut gefallen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, die Welt der Zukunft, wie Matt Haig sie sich ausgedacht hat, zu erkunden und zusammen mit Audrey und Daniel die vielen Geheimnisse zu lüften. Es war zudem auch sehr spannend und warf grundsätzliche Fragen über Menschlichkeit auf. Das Buch bietet zudem noch Potential für eine Fortsetzung, die aber nicht notwendig ist – das Buch ist in sich abgeschlossen.
Gerade Jugendlichen kann ich das Buch sehr empfehlen! Es ist von allem etwas dabei: Liebe, Action, Philosophie und die Faszination neuer Welten.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

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