Sonntag, 18. Juni 2017

[Gastrezension] "Dark Side" von Anthony O'Neill

Erschienen bei Knaur am 1.3.2017 | Übersetzt von Gerd Rottenecker
Klappenbroschur | 416 Seiten | ISBN: 978-3-426-51865-6 | 14,99 € | Kaufen

Diese Rezension wurde von Archer (auf Lovelybooks) geschrieben, 
die von mir das Buch im Austausch für eine Rezension erhalten hat.


Fletcher Brass ist der heimliche (unheimliche) König der dunklen Seite des Mondes. In dieser Region regiert die Gesetzlosigkeit, die Polizisten tun wenig mehr als wegzuschauen. Ausgerechnet dorthin kommt der aufrechte Cop Damien Justus, den die Bewohner dort Justice nennen. Er lernt schnell, dass kaum jemand die Wahrheit sagt, dass Brass sich nur an seine eigenen Regeln hält, welche unter anderem so nett klingen wie “Es ist gut, einen Rivalen zu haben. Noch besser ist es, ihm den Schädel einzuschlagen” und dass alle, die hier etwas zu sagen haben, versuchen, ihn an der Aufklärung von Morden zu hindern. Dabei sind nicht einmal die geringere Schwerkraft oder ein mordender Android das größte Problem. Doch Justus wäre nicht er, wenn er sich in irgendeiner Form aufhalten lassen würde.

O'Neill hat sich wirklich Mühe gegeben, so viel über Zukunftsvisionen zu recherchieren wie möglich. Zum großen Teil gelingt es ihm auch, das gut rüberzubringen, wobei mich persönlich seine Abschnitte, in denen er sich als Reisekaufmann betätigte und in diesem Ton einiges vom Mond beschrieb, eher genervt haben. Auch finde ich, hätte es nicht gebraucht, wirklich jeden einzelnen der meist kriminellen Opfer so ausgiebig zu beschreiben, besser wäre es gewesen, sich weiterhin auf die Dynamik zwischen Justus und den Rest des Mondes zu konzentrieren. Großartig fand ich jedoch, dass er es wirklich schaffte, mir Purgatory - die gesetzlose Stadt - nahezubringen und alles, was auf dem Mond mit der geringen Schwerkraft und den möglichen politischen und technischen Verwicklungen zu tun hat. Auch Justus ist ein interessanter Protagonist in seiner aufrechten, geradezu altmodischen Art, so dass ich eine Weile vermutete, er könne ebenfalls ein Android sein. Was mich allerdings wirklich (zynisch) amüsierte, war die Ähnlichkeit Fletcher Brass' mit all seinem Größenwahn, ja seinem Aussehen, seiner Art von Aussagen mit einem gewissen Herrn, der gerade sehr viel Macht in Amerika besitzt. Gegen ein Sequel hätte ich grundsätzlich nichts einzuwenden.
Wir bedanken uns beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Die Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Samstag, 17. Juni 2017

[Rezension] "Transition - Das Programm" von Luke Kennard

Erschienen bei Droemer am 3.4.2017 | Übersetzt von Karl-Heinz Ebnet
Hardcover | 336 Seiten | ISBN: 978-3-426-28167-3 | 19,99 € | Kaufen

„Verbessere dich selbst, und du verbesserst die Welt.“

Karl und Genevieve, beide Anfang 30, sind überqualifiziert und hoch verschuldet, wissen nicht weiter. Überraschend bekommt das junge Paar das verlockende Angebot, an einem Pilotprogramm namens Transition teilzunehmen. Dahinter steckt eine wohltätige Organisation, die desillusionierten Großstädtern wieder auf die Füße helfen will. Einzige Bedingung: Die Testpersonen müssen sechs Monate bei ihren Mentoren wohnen und sämtliche Anweisungen befolgen.
Während sich Genevieve voller Begeisterung in das Coaching stürzt, steht Karl dem ganzen Vorhaben skeptisch gegenüber. Was steckt wirklich hinter dieser ominösen Organisation, die jede Öffentlichkeit meidet? Und führt die permanente Selbstoptimierung tatsächlich zu etwas Gutem?
(Quelle: Droemer)
Die leichte dystopische Note des Buches hat mir gut gefallen und mir das Buch zu Beginn schmackhaft gemacht. Es bringt ein zusätzliches Element in die Geschichte, das sie für mich interessanter gemacht hat. „Transition“ kann allerdings auch ohne dieses Element funktionieren – und gerade das macht den Charme der Geschichte aus. Denn schnell wird die Aufmerksamkeit des Lesers auf das Projekt „Transition“ gelenkt, an dem der Protagonist Karl teilnimmt. Gemeinsam mit Karl erfährt man immer mehr darüber und fängt an zu zweifeln, ob „Transition“ tatsächlich so gut ist, wie es vorgibt zu sein.

Luke Kennards Schreibstil ist sehr leicht und angenehm. Mir konnte er Karls Gefühle gut vermitteln und hat mich so in die Geschichte mitnehmen können.

„Sie wohnten mit ihrem elektrischen Heizgerät und Multifunktions-Tischbackofen im ehemaligen Wintergarten einer viktorianischen Doppelhausvilla, teilten sich mit den übrigen Bewohnern auf ihrem Stockwerk Badezimmer und Küche, sowie das Gefühl, an einer wichtigen Abzweigung im Leben die falsche Entscheidung getroffen zu haben.“ – Seite 16

Ohne übermäßiges Drumherum und in einer recht nüchternen, manchmal auch etwas bildhaften Sprache, schaffte Kennard es, in mir ein Interesse an der Geschichte zu wecken, sodass ich gespannt Karls Leben und „Ermittlungen“ gegen das Programm verfolgt habe.

Das Einzige, was einen etwas faden Beigeschmack hinterlässt, ist das recht offene Ende. Doch es passt zum Buch, weshalb ich es kaum als Kritik äußern kann. Es führte nämlich dazu, dass auch noch einige Tage später meine Gedanken immer wieder um die Geschichte kreisten und diese Revue passieren ließen. 
Bei der Bewertung dieses Buches tue ich mich ein wenig schwer. Einerseits ist keine wirklich abgeschlossene Geschichte und sorgt somit ein wenig für Unzufriedenheit, andererseits habe ich die Handlung mit Spannung verfolgt und sie hat mich auch noch einige Tage später beschäftigt.

Da ich aber nicht wirklich etwas zu bemängeln habe, entscheide ich mich für 4 Sterne. „Transition – Das Programm“ ist kein Buch, was man unbedingt gelesen haben muss, doch ich bereue nicht, es gelesen zu haben. Deshalb kann ich es auch gerne weiterempfehlen.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Dienstag, 6. Juni 2017

[Rezension] "Papershape - DIY Wohndesigns aus Papier" von Anastasia Baron

Erschienen bei Knaur am 1.3.2017 | Hardcover | 160 Seiten 
ISBN: 9978-3-426-64667-0 | 19,99 € | Kaufen

Anastasia Baron zeigt in ihrem Buch, was sich mit Papier gestalten lässt, wenn man Fläche in Form verwandelt. Sie stellt 30 außergewöhnliche Papierplastiken vor, die sich perfekt zum Verschenken oder Dekorieren der Wohnung eignen. Durch intelligentes Schneiden, Falten und Verkleben entstehen farbenfrohe Blumen, Früchte und Tiere, stilvolle Wandbilder und prächtige Tischdekorationen im Low-Poly-Stil.
(gekürzt; Quelle: Knaur)
In diesem Buch sind 30 im Papierdesign entworfene Modelle zum Nachbasteln enthalten. Mehr als die Hälfte der Seiten dieses Hardcoverbuches sind die Druckvorlagen, die anderen sind Beispiele der fertigen Modelle und die Anleitung.

Die Anleitung ist sehr übersichtlich, einfach und verständlich gehalten. Gerade die dazugehörigen Bilder helfen zu verstehen, was genau gemacht werden muss. Auch die Informationen zu Materialien und den verschiedenen Papierstärken sind sehr hilfreich.

Bei den Druckvorlagen sind zusätzlich zum Namen auch die fertigen Maße und das Schwierigkeitslevel angegeben. Meiner Meinung nach wäre dies auch bei den Beispielbildern sinnvoll gewesen, damit man bereits dort eine Abschätzung treffen kann, wie groß und schwierig das Modell zu basteln ist.


Kritik

So sehr ich das Hardcoverformat grundsätzlich mag - hier ist es leider etwas fehl am Platz, denn die Druckvorlagen sind nicht zum Herausnehmen, wie man es vielleicht von manch anderen Bastelbüchern kennt, sondern im Einband eingefasst. Durch die recht kräftige Bindung ist es somit schwer, die Seiten gerade auf den Scanner aufzulegen. Zwar reichen die für den Druck relevanten Bereiche nie bis ganz ins Innere, aber unbequem ist es trotzdem.

In dem Buch wird empfohlen, die Seiten abzuscannen, auszudrucken und dann auf das gewünschte Papier abzupausen. Ich finde dies etwas aufwändig. Da wäre eine herausnehmbare Druck-/Abpausvorlage praktischer gewesen. Deshalb habe ich mir einen Schritt gespart und die Vorlagen direkt auf farbiges Papier gedruckt. Grundsätzlich kann ich das so empfehlen, allerdings habe ich mit farbigen Druckerpapier gearbeitet, welches nicht sehr viel g/m2 hat und deshalb sieht man bei den Figuren, die ich gebastelt habe, den Druck durch das Papier durchscheinen. Das Problem könnte man auch umgehen, indem man die Druckfarbe auf ein helleres Grau anpasst.

Das Buch ist schön gestaltet und die Anleitung ist übersichtlich und verständlich. Doch ich kann das Buch nur begrenzt empfehlen, weshalb es auch nur schwache 3 Sterne von mir erhält. Die Handhabung des Buches ist nämlich nicht sehr bastelfreundlich, da die Druckvorlagen nicht herausnehmbar und fest im Einband verarbeitet sind. Zudem sind 30 Modelle für ein Buch, dass 19,99 € kostet aus meiner Sicht etwas wenig. Man hätte das Preis-Leistungs-Verhältnis besser gestalten können.

Vor dem Kauf würde ich also dringend empfehlen hereinzuschauen und zu gucken, ob genug Modelle enthalten sind, die einem zusagen.
Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 


Sonntag, 4. Juni 2017

[Rezension] "Ana und Zak" von Brian Katcher

Erschienen bei dtv am 7.4.2017 | Übersetzt von Ute Mihr
Klappenbroschur/Ebook | 320 Seiten | ISBN: 978-3-423-65025-0 | 14,95/12,99 € | Kaufen


Ana und ihr jüngerer Bruder Clayton nehmen an derselben Quiz-Meisterschaft in Seattle teil wie Zak. Alles könnte gut sein, doch Mastergenie Clayton entwickelt sich zum kleinen Aas und haut heimlich abends vom Turnier ab, um sich auf der nahe stattfindenden großen Science-Fiction-Comic-Convention zu amüsieren. Für Ana und Zak, die ihn finden müssen, bevor der Morgen graut (alles andere hätte furchtbare Konsequenzen) beginnt eine Nacht zwischen Orks, Bogen schießenden Amazonen und wild gewordenen Wikingern. Eine verrückte Nacht, in der beide über sich hinauswachsen, ihre Masken fallen lassen sich zum ersten Mal so sehen, wie sie sind: verletzlich, wütend, voller Leben und randvoll mit Gefühlen füreinander.
(Quelle: dtv)
In diesem Buch begegnen sich zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Jugendliche: Ana, die Schulstreberin mit strengen Eltern und einem vorgeplanten Leben und ihr gegenüber: Zak, ein legerer Nerd, der es mit seiner Schullaufbahn eher nicht so ernst nimmt.
Obwohl das Buch recht klischeehaft beginnt, waren mir die Charaktere sofort sympathisch. Das liegt besonders daran, dass die Dialoge oft sehr lustig und unterhaltsam sind. Meist sind sogar die inneren Monologe, die man dank wechselnder Erzählperspektive als Leser mitbekommt, besonders mit Witz und Ironie bestückt.

Die Handlung konnte mich auch sehr schnell überzeugen. Die wahnwitzige Suche nach dem Bruder von Ana bei der Washingcon ist genau so, wie man sie sich vorstellt: Super unterhaltsam und faszinierend! Das Buch macht Spaß und zwar so richtig. Nicht nur die rasante Jagd und die auch manchmal etwas kitschige Liebesgeschichte sind toll, sondern auch die Action konnten mich total begeistern.

Sprache

Brian Katchers Buch liest sich sehr leicht und schnell, was gut zur Handlung passt. Besonders die lustigen Metaphern haben mir sehr gut gefallen. Sie sind so gekonnt mit Witz versehen, dass ich bei den Vergleichen, die Brian Katcher manchmal mit diesen Metaphern anstellte, herzhaft lachen musste.

"Man kann Zak zwar leichter folgen als dem Plot eines Vampirromans, aber ich hole nicht auf."  

Gut zu wissen

Die Idee zu diesem Roman beruht auf einem anderen Buch, wie Brian Katcher in einem Interview auf der Website des dtv verrät.

„Die Idee habe ich meiner Lektorin, Claudia Gabel, zu verdanken. Sie hat mich gefragt, ob ich ein ähnliches Buch wie ›Nick and Nora’s Infinite Playlist‹ von David Levithan [dt. „Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht“], schreiben könnte, nur dass meine Charaktere nicht cool wären, sondern Nerds.“

Dieses Jugendbuch macht Spaß und zeigt die schillernde und fröhliche Welt der Nerds und Geeks. Ich kann das Buch sehr empfehlen, vor allem jedem, der gerne Liebesgeschichten liest und auf kreative Settings steht.

Ich bin gespannt, ob Brian Katchers andere Werke ebenfalls ins Deutsche übersetzt werden. Für seine Bücher „Almost Perfect“ und „Playing with Matches“ wurde er sogar in den USA ausgezeichnet.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.