Samstag, 17. Juni 2017

[Rezension] "Transition - Das Programm" von Luke Kennard

Erschienen bei Droemer am 3.4.2017 | Übersetzt von Karl-Heinz Ebnet
Hardcover | 336 Seiten | ISBN: 978-3-426-28167-3 | 19,99 € | Kaufen

„Verbessere dich selbst, und du verbesserst die Welt.“

Karl und Genevieve, beide Anfang 30, sind überqualifiziert und hoch verschuldet, wissen nicht weiter. Überraschend bekommt das junge Paar das verlockende Angebot, an einem Pilotprogramm namens Transition teilzunehmen. Dahinter steckt eine wohltätige Organisation, die desillusionierten Großstädtern wieder auf die Füße helfen will. Einzige Bedingung: Die Testpersonen müssen sechs Monate bei ihren Mentoren wohnen und sämtliche Anweisungen befolgen.
Während sich Genevieve voller Begeisterung in das Coaching stürzt, steht Karl dem ganzen Vorhaben skeptisch gegenüber. Was steckt wirklich hinter dieser ominösen Organisation, die jede Öffentlichkeit meidet? Und führt die permanente Selbstoptimierung tatsächlich zu etwas Gutem?
(Quelle: Droemer)
Die leichte dystopische Note des Buches hat mir gut gefallen und mir das Buch zu Beginn schmackhaft gemacht. Es bringt ein zusätzliches Element in die Geschichte, das sie für mich interessanter gemacht hat. „Transition“ kann allerdings auch ohne dieses Element funktionieren – und gerade das macht den Charme der Geschichte aus. Denn schnell wird die Aufmerksamkeit des Lesers auf das Projekt „Transition“ gelenkt, an dem der Protagonist Karl teilnimmt. Gemeinsam mit Karl erfährt man immer mehr darüber und fängt an zu zweifeln, ob „Transition“ tatsächlich so gut ist, wie es vorgibt zu sein.

Luke Kennards Schreibstil ist sehr leicht und angenehm. Mir konnte er Karls Gefühle gut vermitteln und hat mich so in die Geschichte mitnehmen können.

„Sie wohnten mit ihrem elektrischen Heizgerät und Multifunktions-Tischbackofen im ehemaligen Wintergarten einer viktorianischen Doppelhausvilla, teilten sich mit den übrigen Bewohnern auf ihrem Stockwerk Badezimmer und Küche, sowie das Gefühl, an einer wichtigen Abzweigung im Leben die falsche Entscheidung getroffen zu haben.“ – Seite 16

Ohne übermäßiges Drumherum und in einer recht nüchternen, manchmal auch etwas bildhaften Sprache, schaffte Kennard es, in mir ein Interesse an der Geschichte zu wecken, sodass ich gespannt Karls Leben und „Ermittlungen“ gegen das Programm verfolgt habe.

Das Einzige, was einen etwas faden Beigeschmack hinterlässt, ist das recht offene Ende. Doch es passt zum Buch, weshalb ich es kaum als Kritik äußern kann. Es führte nämlich dazu, dass auch noch einige Tage später meine Gedanken immer wieder um die Geschichte kreisten und diese Revue passieren ließen. 
Bei der Bewertung dieses Buches tue ich mich ein wenig schwer. Einerseits ist keine wirklich abgeschlossene Geschichte und sorgt somit ein wenig für Unzufriedenheit, andererseits habe ich die Handlung mit Spannung verfolgt und sie hat mich auch noch einige Tage später beschäftigt.

Da ich aber nicht wirklich etwas zu bemängeln habe, entscheide ich mich für 4 Sterne. „Transition – Das Programm“ ist kein Buch, was man unbedingt gelesen haben muss, doch ich bereue nicht, es gelesen zu haben. Deshalb kann ich es auch gerne weiterempfehlen.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

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