Donnerstag, 31. August 2017

[Rezension + Buchgeplauder] Poes Entdecker und die Arbeit des Übersetzers


Heute ist der 150. Todestag des Franzosen Charles Baudelaire. 
Doch wer war Charles Baudelaire eigentlich? 

Er war Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber und wird als Wegbereiter der literarischen Moderne in Europa gesehen. Eines seiner eigenen Werke „Die Blumen des Bösen“ ist in den 90ern im dtv erschienen (*hier geht's zur Buchseite*).

Doch der Nachwelt ist er vor allem dafür bekannt, dass er die Werke des amerikanischen Autors Edgar Allan Poe ins Französische übersetzte und somit den Weg für den Ruhm Poes in Europa geebnet hat. Nun werden Poes Werke neu übersetzt und als fünfteilige Schmuckausgabe nach und nach veröffentlicht. Das Besondere daran ist, dass die Aufteilung der Geschichten den Ausgaben Baudelaires nachempfunden ist. 

Doch wieso sollte man Poes Werke neu übersetzen und wieso sollte man diese lesen? 


Übersetzt wurde die neue Ausgabe, die im März 2017 beim dtv erschienen ist, von Andreas Nohl, der bereits für seine Übersetzungen ausgezeichnet wurde. Ich hatte im Frühjahr die Möglichkeit, Andreas Nohl persönlich bei einer Lesung zu dem neu übersetzen Poe-Werk zu treffen. Dort hat er auch über Übersetzungen an sich geredet. Sein Ansatz war und ist, Poe möglichst naturgetreu ins Deutsche zu übertragen. Denn, so seine Worte, wirken einige alte Übersetzungen gezwungen altmodisch oder verstaubt. Dabei ist Poe erstaunlich schlicht. Eine Herausforderung für ihn war, diese Sprache so zu übersetzen, dass diese im Deutschen weder zu anspruchsvoll noch zu banal klingt. 
Meines Erachtens ist ihm dies ausgezeichnet gelungen. Die Stücke in „Unheimliche Geschichten“ lassen sich sehr flüssig lesen und übertragen trotzdem die vergangene Zeit authentisch. Andreas Nohl hatte bei der Lesung auch einige Vergleiche zum Original und zu anderen Übersetzungen dabei und ich kann bestätigen: Seine Übersetzung kommt am dichtesten an das Original heran. Als Poe-Neuling ist mir der Einstieg in seine Werke mit Andreas Nohls Übersetzung sehr gut gelungen und somit kann ich auch anderen, die Edgar Allan Poe noch nicht kennen, diese Ausgabe sehr empfehlen. Doch ich denke, dass auch Poe-Kenner diese Ausgabe schätzen werden, da sie einen frischen Wind in die Klassiker bringt.




"Unheimliche Geschichten" von Edgar Allan Poe
Erschienen beim dtv im März 2017
Übersetzt von Andreas Nohl
Hardcover mit transparentem Schutzumschlag | 424 Seiten 
ISBN: 978-3-423-28118-8 | 28,00 € | Kaufen

Mittwoch, 30. August 2017

[Rezension] "Der Sterbeschlamassel" von Anette Kannenberg

Erschienen bei CreateSpace im März 2016 | eBook/Taschenbuch| 310 Seiten
 ISBN: 978-1514262177 | 3,99/11,90 € | Kaufen

"Das Dododilemma" | 1. Das Mondmalheur | 2. Der Sterbeschlamassel  | 3. Das Dododilemma (noch nicht erschienen)

Knapp drei Monate nach dem Tod seines Vaters beschließt der junge Séamus, das Medizinstudium hinzuschmeißen, um Schriftsteller zu werden. Er zieht aufs Land in das verlassene Haus seiner Großeltern, wo er, abgeschnitten von der Außenwelt und mutterseelenallein mit sich und dem gespenstischen Charme der alten Villa, schnell Opfer seiner eigenen Fantasie wird. Doch schon bald sind es nicht mehr nur Hirngespinste, die ihn begeistert zu verfolgen scheinen.
(Quelle: Amazon)

„Der Sterbeschlamassel“ ist eine Fortsetzung, die ich schon seit einiger Zeit lesen wollte und endlich bin ich dazu gekommen. Vom Stil bleibt der zweite Teil ganz seinem Vorgänger treu: Voll mit quirligem und absurdem Humor. Wieder einmal nimmt auch die Wissenschaft einen nicht unwichtigen Teil des Geschehens ein, doch es bleibt alles gut verständlich und einfach. 

Diesmal begleitet der Leser Séamus, einen jungen Studenten, der gleichzeitig der Klon des bereits aus dem ersten Buch bekannten schrulligen Wissenschaftlers ist. Im Gegensatz zum ersten Buch, ist „Der Sterbeschlamassel“ kein Science-Fiction-Roman, sondern konzentriert sich eher auf das Genre des Grusels, Horrors und der Schauergeschichten. Doch wer bereits den ersten Teil gelesen hat weiß, dass man hier aber keinen klassischen Horror zu erwarten hat, sondern eine ironische Version, die sich selbst nicht ernst nimmt. Mit einem Augenzwinkern nimmt Anette Kannenberg die Klischees auf die Schippe. 
Wieder einmal konnte mich die Autorin mit ihrem ausgesprochen leichtem und sehr humorvollen Schreibstil überzeugen. Auch die Geschichte ist wieder sehr kreativ und bietet viele Facetten an. Tatsächlich ist „Der Sterbeschlamassel“ eine Fortsetzung, die keinerseits im Schatten des Mondmalheurs steht, sondern genauso ein herausragendes Werk ist. Ich bin sehr gespannt, was sich Anette Kannenberg für das dritte und letzte Buch „Das Dododilemma“ ausgedacht hat. Nun heißt es warten, bis endlich der dritte Band erscheint!

Ich kann die Bücher der Reihe wirklich nur wärmstens empfehlen. Sie sind skurril, lustig, kreativ und sehr liebevoll. Greift zu und lasst euch begeistern!


Ich bedanke mich bei Anette Kannenberg für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Samstag, 19. August 2017

[Rezension] "Rebellion" von Michael J. Sullivan

Erschienen bei Knaur am 3.4.2017 | Übersetzt von Marcel Aubron-Bülles
Taschenbuch | 528 Seiten | ISBN: 978-3-426-52033-8 | 9,99 € | Kaufen

"The first Empire" | 1. Rebellion | 2. Zeitenfeuer (1.3.18)  | 3.-6. bisher nur auf englisch angekündigt


Was geschieht, wenn du herausfindest, dass die Götter sterblich sind?


Seit Anbeginn der Zeit leben die Menschen im Schatten der Fhrey, ewig junger Wesen, die sie als Götter verehren. Die glanzvollen Städte der Fhrey und ihre Magie bleiben den Menschen jedoch verschlossen, ihre Clans fristen ein erbärmliches Dasein.

Als der junge Raithe mit seinem Vater in einem verbotenen Waldstück jagen und von einem Fhrey angegriffen wird, tut er das Undenkbare: Er schlägt zurück -  und tötet das Wesen, das er für einen Gott gehalten hat. Raithe flieht, doch dem Ruf eines Mannes, der einen Gott getötet hat, kann er nicht entkommen...
(Quelle: Knaur)
Mit „Rebellion“ hat Michael J. Sullivan eine spannende Fantasy-Welt erschaffen, die mit verschiedenen Völkern und Ideologien besetzt ist. Der Weltenentwurf und auch die Menschen und die anderen Wesen, die in der Welt umherstreifen, haben mir äußerst gut gefallen.

Leider sind Vergleiche zu bereits bekannten und sehr berühmten Werken nicht von der Hand zu weisen. In den Rezensionen auf goodreads.com finden sich sehr häufig Vergleich zu „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin. Da ich nur die Serie kenne, kann ich da kein tatsächliches Statement zu abgeben, doch mir fielen viel stärkere Vergleich zu einem anderen, noch älteren und noch berühmteren Werk auf: „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien.

Viele verschiedene Personen unterschiedlicher Rassen finden alle ihren Weg in den gleichen Ort. Alle aus eigenen Gründen und Absichten. Gerade die Mischung der Völker kommt einem äußerst bekannt vor. Auch, dass der Held der Geschichte gar kein Held sein will und seinen Platz als dieser nicht einnehmen will, erinnert an Aragon aus „Der Herr der Ringe“. Auch die Fhrey, die Elben Michael J. Sullivans, zeigen mehr als große Ähnlichkeit zu denen von Tolkien.

Die vielen Fremdinspirationen könnte man dem amerikanischen Autor, der seine ersten Werke zunächst im Eigenverlag veröffentlichte, zwar vorwerfen, doch ich muss zugeben, dass mir diese Ähnlichkeiten nichts ausgemacht haben. Besonders die Passagen, wo die Protagonisten auf ihrem Weg begleitet werden, erinnerten mich stark an „Die Gefährten“, wo die Hobbits aus dem Auenland fliehen. Die Stimmung hat mich ähnlich stark mitgenommen und in die Handlung eintauchen lassen.

Sprache

Der Schreibstil des Buches ist sehr angenehm und ich habe oft gar nicht gemerkt, wie die Seiten nur dahinflogen. Am Ende des Buches findet sich auch ein Glossar, das die wichtigsten Fremdwörter erklärt. Dieses musste ich recht oft zu Rate ziehen, da teilweise zu wenig Erklärungen im Text zu finden waren. Doch das Glossar ist sehr hilfreich, sodass es mich nicht stark beim Lesen behindert hat (wie ich auch zuvor schon angemerkt habe).

Quelle: goodreads.com

Cover

Das deutsche Cover gefällt mir ziemlich gut. Es ist sehr klassisch gehalten, so wie viele High-Fantasy-Romane in Deutschland eben aussehen. Auch das Buch an sich liegt gut in der Hand und hat eine angenehme Größe.
Als ich allerdings das englische Cover gesehen habe, habe ich mich schon gewundert, warum dieses nicht auch für die deutsche Ausgabe genutzt wurde. Ich finde es deutlich ansprechender, kreativer und auch passender zum Inhalt.


„Rebellion“ ist ein spannender Auftakt von Michael J. Sullivans „The First Empire“-Saga, die auf goodreads.com derzeit mit 6 Bücher insgesamt angegeben ist.

Leider sind starke Anlehnungen an Tolkien und andere große Autoren der Fantasy zu finden. Das hat auf die Spannung des Buches und die Atmosphäre der Welt keinen Einfluss, doch 5 Sterne kann ich diesem Buch aufgrund dieser starken Ähnlichkeiten nicht geben.

Doch trotz dieser Ähnlichkeiten hatte ich viel Spaß an dem Buch und kann es kaum erwarten, die Geschichte weiterzulesen. Wer sich nicht an Ähnlichkeiten zu anderen Werken stört, sollte unbedingt in dieses Buch reinlesen. Meiner Meinung nach lohnt es sich dies zu tun, da man mit einer abenteuerlichen Geschichte belohnt wird.


Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Mittwoch, 16. August 2017

[Rezension] "Das Mondmalheur" von Anette Kannenberg

Erschienen bei CreateSpace im Juli 2014 | Ebook/Taschenbuch | 460 Seiten 
ISBN: 978-1500176044 | 2,99/13,90 € | Kaufen

"Das Dododilemma" | 1. Das Mondmalheur | 2. Der Sterbeschlamassel  | 3. Das Dododilemma (noch nicht erschienen)


Das Leben von Cornelius Wichgreve, Gra­vi­ta­tions­ex­per­te und Er­fin­der der hoch­ge­ju­bel­ten Sky­le­vi­tys, wird kom­plett durch­ein­an­der­ge­wor­fen, als der welt­weit füh­ren­de Mi­ne­ral­öl­konzern CosmOre Industries ihm ei­nen Job auf dem Mond an­bie­tet. Zu­sam­men mit dem so­zio­pho­ben Bak­te­rio­lo­gen Murray und dem selbst­er­nann­ten Luna­lo­gen Vladimir soll er dort den Ab­bau des neu ent­deck­ten Super­ele­ment­es Tutto­farium ver­ein­fa­chen. Doch als Murray plötz­lich nach Peru ver­setzt wird und ein Prakti­kant des­sen Auf­ga­ben über­nimmt, pas­siert das Un­glaub­li­che, und Cornelius wird in eine Ver­schwö­rung hin­ein­ge­zo­gen, die in eine welt­um­span­nen­de Ka­ta­strophe mün­det ...
(Quelle: Amazon)
Dieses Buch ist etwas Besonderes, da "Das Mondmalheur" sich von den Büchern des Mainstream abhebt und tolle Unterhaltung bietet. In einer leicht skurrilen und verrückten Art wird hier die Geschichte des Mondmalheurs erzählt.
Die Handlung ist wirklich ungewöhnlich und mit viel Humor und Sarkasmus präsentiert. Die Dialoge sind toll geschrieben und die Charaktere hatte ich sofort bildlich vor Augen und ins Herz geschlossen.

Die erste Hälfte des Buches hat mich voll und ganz überzeugt. Für diesen Teil würde ich sofort eine 5-Sterne-Bewertung abgeben. Die Handlung ist spannend und hat unvorhergesehene Wendungen.
Bei der zweiten Hälfte hat mich allerdings zeitweise die Begeisterung verlassen. Es blieb zwar weiterhin spannend und interessant, doch ich hatte das Gefühl, dass irgendwie die Luft raus war. Manche Passagen kamen mir recht langatmig vor.
Weiterhin bleibt die Ereignisdichte ziemlich hoch, doch mich erinnerte es eher an eine Aufzählung. In dem Buch gibt es so einige Protagonisten und meines Erachtens waren es einfach zu viele.
Nichtsdestotrotz habe ich weiterhin an den Seiten geklebt, da ich wissen wollte wie es weitergeht.

Sprache

Anette Kannenberg verwendet gut gewählte Formulierungen und Ausdrücke. Was mir besonders gefallen hat, war die präzise Beschreibung von wissenschaftlichen Vorgängen, die sehr authentisch wirkten.
Ich mag den Schreibstil gerne, da er sich gut lesen lässt und mich sofort in die Szenen eintauchen lassen hat. Gerade die Dialoge sind meiner Meinung nach eine große Stärke dieses Buches. Sie kommen witzig und authentisch daher, sodass ich mehr als einmal loslachen musste.

Cover

Das Cover ist interessant und aufmerksamkeitserregend. Tatsächlich war es auch der Grund, warum ich mir dieses Buch überhaupt näher angeschaut habe. Der Dodo vor dem Sternenhimmel hatte direkt meine Neugier geweckt. Welches Buch hat schon einen Dodo auf dem Cover?
Es sei noch kurz angemerkt, dass es mich etwas enttäuscht hat, dass der Dodo nur sehr kurz im Buch vorkam. Das wurde durch das Cover und die Beschreibung anders suggeriert. Aber auch dazu hat Annette Kannenberg schon eine Antwort: In Band drei wird es für alle Dodofans eine große Schar Dodos geben.

Meine negative Kritik mag zwar sehr ausgeprägt klingen, doch letztendlich hatte ich eine schöne Zeit mit dem Buch und würde es auf jeden Fall weiterempfehlen. Für fünf Sterne reicht es nur bedingt: Ich vergebe 4,5 Sterne, doch wegen der unterhaltsamen und kreativen Geschichte runde ich diese auf.

Wer sich für skurrile Sci-Fi-Literatur mit großem Unterhaltungswert begeistern kann, ist mit dem Mondmalheur auf jeden Fall gut beraten. Man muss jedoch kein Science-Fiction-Fan sein, um dieses Buch zu genießen.
Ich finde das Buch sprachlich sehr gut, lediglich die Handlung könnte noch etwas ausgereifter und besser präsentiert werden. Da Anette Kannenberg schon angekündigt hat, dass es Band 2 und 3 geben wird, habe ich Hoffnung auf Verbesserung in der Hinsicht.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Sonntag, 13. August 2017

[Rezension] "Hexenherz" von Monika Loerchner

Erschienen beim Acabus Verlag im März 2017 | Taschenbuch | 440 Seiten 
ISBN: 9783862824564 | 15,00 € | Kaufen

Europa, 1466: Als die Hexenverfolgung immer weiter um sich greift, schreitet die bisher geheime Elite der Hexen ein und offenbart: Jede Frau ist der Magie fähig!

550 Jahre später wächst die junge Hexe und staatstreue Gardistin Helena in einer Gesellschaft heran, in der die Vorherrschaft der Frauen unumstößlich scheint. Sie träumt davon, weiter im Dienst der höchsten Hexe, der Goldenen Frau, aufzusteigen. Doch als sie Opfer einer Intrige wird und fliehen muss, gerät sie in die Fänge von Rebellen. Denn auch das stärkste Regime hat seine Fehler – und seine Feinde …
(Quelle: acabus Verlag)
Fangen wir bei den positiven Aspekten des Buches an. Zu einem ist dort die sehr einfallsreiche, alternative Welt, die Monika Loerchner für „Hexenherz“ entworfen hat. Es spielt, wie sie selbst sagte, „nicht irgendwo, sondern hier, mitten in Deutschland“. Die Entwicklung hat eine ganz andere genommen, als wir sie kennen, da die Frauen Magie erlangten. Die Welt selbst erinnert stark an das Mittelalter, jedoch mit ganz anderen Werten und Strukturen. Besonders interessant ist der historische Aspekt, den Monika Loerchner zu Beginn jedes Kapitels einführt, wo bekannte historische Persönlichkeiten und Ereignisse ihren Gastauftritt bekommen.

Auch Werte wie Freundlichkeit, Güte und Anstand haben in „Hexenherz – Eisiger Zorn“ einen hohen Stellenwert. Eine weitere Besonderheit, die das Buch lesenswert macht, ist der Aspekt, ein Buch zu lesen, in dem es um eine herrschende Klasse von Frauen geht, die jedoch nicht weniger fehlerhaft als eine männliche ist.

Die Handlung des Buches konnte mich weitestgehend ebenfalls überzeugen. Recht schnell wird die Protagonistin Helena, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist, vor Probleme gestellt und die Handlung nimmt an Fahrt auf. Sie durchläuft auch eine starke Charakterwandlung, die jedoch ziemlich vorhersehbar und eher flach ablief. Und damit wären wir schon bei meinem ersten Kritikpunkt: Viele Entwicklungen gehen zu schnell und sind zu oberflächlich. Wie schnell Loyalität und Vertrautheit entstanden, erschien mir nicht realistisch und ich hätte mir an dieser Stelle mehr Tiefe und Emotionen gewünscht.

Sprache

Mein größter Kritikpunkt ist der Schreibstil des Buches. Wie bereits erwähnt ist das ganze Buch aus der ersten Person und zusätzlich noch bis auf wenige Ausnahmen durchgängig im Präsens geschrieben. Ich persönlich finde eine Präsens-Erzählform schwierig - gerade auch, weil es in der Kombination mit der Ich-Perspektive speziell in diesem Buch zu einer sehr hektischen, abrupten und springenden Sprache führte. Hier hat es mir so einige Male den Einstieg in das Buch erschwert.

Trotz des sehr guten und neuen Weltenentwurfs, der moralischen Werte und der spannenden Handlung, kann ich dem Buch nicht mehr als 3,5 Sterne geben. Zu sehr hat mich der Erzählstil gestört und mir den Einstieg in die Geschichte erschwert.
Monika Loerchner besitzt Potenzial und Kreativität. Ich denke, dass sie gute Chancen hat, eine gute Autorin zu werden, doch mit „Hexenherz – Eisiger Zorn“ konnte sie mich nur eingeschränkt überzeugen. Eine Empfehlung dieses Buches ist meinerseits deshalb nur bedingt möglich.


Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Donnerstag, 10. August 2017

{Monatsrückblick} Eine Reise in den Norden


Hallo liebe Waldbesucher,

heute gibt es hier einen Monatsrückblick der etwas anderen Art. Die Idee ist aber nicht meine eigene, sondern von Anka von Ankas Geblubber (*Hier* seht ihr ihr erstes Video mit diesem Format). Da ich keine Videos drehe, werde ich die vorgegebenen 10 Fragen nicht alle beantworten, sondern etwas reduzieren.

Aber warum mache ich diesen Monatsrückblick ausgerechnet jetzt? Nun, ein Grund ist, dass es seit Jahresanfang keine Monatsrückblicke hier im Bücherwald bei TinyHedgehog gab. Ein anderer ist, dass ich im Juli zwei Wochen auf Reisen war und Ankas Monatsrückblick genau dies für die gelesenen Bücher thematisiert. "Warum also nicht beides verbinden?", habe ich mir gedacht.

Kurz möchte ich euch aber auch von meinen Reisen erzählen. Ich war nämlich zwei Wochen in Schottland. Dort hab ich aber nicht nur Urlaub gemacht, sondern war mit meinem Uni-Kurs dort auf Exkursion. Ich studiere Geowissenschaften und im Rahmen unseres Studiums muss ein geologischer Kartierkurs absolviert werden. Deshalb war ich 10 Tage lang im Norden Schottlands unterwegs und hab mir verschiedene Gesteine angeguckt ;) Wir hatten unglaublich gutes Wetter, was für Schottland schon recht ungewöhnlich ist und uns allen stets gute Laune bereitet hat. Natürlich war es auch anstrengend, aber der Ausblick auf die Landschaft dort belohnte einen für die Mühen. Es ist wunderschön dort und ich würde jederzeit gerne wieder dorthin reisen!
Nach diesen 10 Tagen Exkursion bin ich noch ein paar Tage in Edinburgh geblieben, um mir die Stadt anzugucken und einen Freund aus England zu treffen. Und auch die Stadt konnte mich verzaubern! Sie ist zwar nicht unbedingt sauber und restauriert, aber mit ihren kleinen Gassen und engen Häusern hat sie einen ganz eigenen gemütlichen Charme. Während meiner Zeit dort bin ich natürlich auch an den Orten vorbeigekommen, die die Harry Potter-Reihe inspiriert haben. Und tatsächlich fühlte es sich ein bisschen so an, als würde man durch die Winkelgasse laufen!

Doch kommen wir nun zu meinem Monatsrückblick:

Bevor ich mit der ersten Frage beginne, möchte ich euch gerne zum Mitraten auffordern, welche Bücher ich wohl gelesen habe. Die Hinweise für die Bücher sind in verschiedenen Farben dargestellt. Schreibt mir doch gerne in die Kommentare, ob ihr Bücher erkannt habt!

Wohin bin ich in meinen Büchern gereist?


Zunächst einmal bin ich auf eine abenteuerliche Reise nach Irland aufgebrochen. Dabei handelt es sich um ein zukünftiges Irland! Und ich habe sogar Zeit im Jenseits verbracht. Nach diesem etwas gruseligen, aber sehr unterhaltsamen Trip auf die Insel hat es mich nach London in England verschlagen. Das ist zwar nicht weit weg, aber es könnte unterschiedlicher nicht sein. Auch London zeigte sich mir von einer zukünftigen Seite mit einem sehr zweifelhaften Justizsystem. Doch bevor ich meinen Aufenthalt dort beendete, habe ich mir eine kurze Auszeit genommen. In dieser Auszeit habe ich mich dann in ein neues Abenteuer gestürzt und bin von England aus zunächst in die Vergangenheit und dann in eine weit, weit entfernte Zukunft gereist, wo sich seltsame Gestalten herumtrieben. Auch den Untergang der Erde habe ich so miterlebt. Nach dieser atemberaubenden Reise bin ich wieder nach London zurückgekehrt und habe die dortigen Ereignisse bis zum Schluss mitverfolgt. Ohne großen Zwischenstop ging es dann direkt weiter - diesmal in ein völlig fremdes Land mit dem Namen Fennbirn.

Wen habe ich auf meinen Reisen kennengelernt?


Bei meiner Reise in das zukünftige Irland habe ich einen Studenten getroffen, der aus der wuseligen Stadt raus auf's Land gezogen ist, um ein wenig den Kopf freizubekommen. Das besondere an ihm: er ist ein genetischer Klon eines sehr wichtigen Wissenschaftlers, der (in der Geschichte) die Zerstörung der Erde verhindert hat! Zusammen mit ihm habe ich auch ein etwas esoterisches Mädchen kennengelernt, dass einen Dodo als Haustier hat. Während die Ereignisse, bei denen ich sie begleitete, zwar recht schaurig und gruslig waren,  war es doch auch sehr unterhaltsam und lustig. Im Gegensatz dazu waren die Umstände, unter denen ich ein anderes junges Mädchen traf alles andere als lustig. Denn als ich sie kennenlernte, hatte sie nur noch 7 Tage zu leben, bevor sie höchstwahrscheinlich hingerichtet werden würde. Trotz ihrer Angst, hat sie mich mit ihrem Mut und ihrem Willen, etwas zu verändern, beeindruckt. Anschließend traf ich auf einen Mann, der nur Der Zeitreisende genannt wurde. Auch ihn traf ich in London, allerdings in der Vergangenheit. Und wie sein Name schon verrät, hat er mich auf eine wahnsinnig spannende Reise durch die Zeit mitgenommen. Dabei sind wir in die Zukunft gereist und haben sogar das Ende der Erde gesehen. Zu guter Letzt begegnete ich drei Mädchen, die gerade erst 16 geworden sind. Die drei Schwestern könnten aber unterschiedlicher nicht sein, da ihr Leben bisher nur daraus bestand, sie zu den Stärksten zu machen, da sie nach ihrem 16. Geburtstag zwei Morde begehen müssen. Mit diesem sehr außergewöhnlichen und vielfältigen Trio endete meine Reise durch den Juli. 

Wo hat es mir am meisten gefallen?


Diese Frage ist nicht gerade einfach zu beantworten, da es mir tatsächlich überall sehr gut gefallen hat. Doch müsste ich mich für ein Buch entscheiden, so würde ich die drei Schwestern wählen. Ihre Geschichte konnte mich vollkommen begeistern und da ihre Geschichte noch nicht zu Ende erzählt wurde, warte ich gespannt darauf, was sie wohl noch alles zu bewältigen haben. 


Auflösung


Hier nun die Auflösung zu meinen gelesenen Büchern. 




"Der Sterbeschlamassel" von Anette Kannenberg 
"Marthas Widerstand" von Kelly Drewery
"Die Zeitmaschine" von H.G. Wells
"Der Schwarze Thron - Die Schwestern" von Kendra Blake




Nun würde ich gerne noch von euch wissen, was ihr von dieser Art von Monatsrückblick haltet? Gerne würde ich nämlich auch in den nächsten Monaten versuchen, dieses Format beizubehalten, wobei es natürlich etwas kürzer ausfallen würde, da mein persönlicher Reisebericht ja dann wegfällt.