Mittwoch, 16. August 2017

[Rezension] "Das Mondmalheur" von Anette Kannenberg

Erschienen bei CreateSpace im Juli 2014 | Ebook/Taschenbuch | 460 Seiten 
ISBN: 978-1500176044 | 2,99/13,90 € | Kaufen

"Das Dododilemma" | 1. Das Mondmalheur | 2. Der Sterbeschlamassel  | 3. Das Dododilemma (noch nicht erschienen)


Das Leben von Cornelius Wichgreve, Gra­vi­ta­tions­ex­per­te und Er­fin­der der hoch­ge­ju­bel­ten Sky­le­vi­tys, wird kom­plett durch­ein­an­der­ge­wor­fen, als der welt­weit füh­ren­de Mi­ne­ral­öl­konzern CosmOre Industries ihm ei­nen Job auf dem Mond an­bie­tet. Zu­sam­men mit dem so­zio­pho­ben Bak­te­rio­lo­gen Murray und dem selbst­er­nann­ten Luna­lo­gen Vladimir soll er dort den Ab­bau des neu ent­deck­ten Super­ele­ment­es Tutto­farium ver­ein­fa­chen. Doch als Murray plötz­lich nach Peru ver­setzt wird und ein Prakti­kant des­sen Auf­ga­ben über­nimmt, pas­siert das Un­glaub­li­che, und Cornelius wird in eine Ver­schwö­rung hin­ein­ge­zo­gen, die in eine welt­um­span­nen­de Ka­ta­strophe mün­det ...
(Quelle: Knaur)
Dieses Buch ist etwas Besonderes, da "Das Mondmalheur" sich von den Büchern des Mainstream abhebt und tolle Unterhaltung bietet. In einer leicht skurrilen und verrückten Art wird hier die Geschichte des Mondmalheurs erzählt.
Die Handlung ist wirklich ungewöhnlich und mit viel Humor und Sarkasmus präsentiert. Die Dialoge sind toll geschrieben und die Charaktere hatte ich sofort bildlich vor Augen und ins Herz geschlossen.

Die erste Hälfte des Buches hat mich voll und ganz überzeugt. Für diesen Teil würde ich sofort eine 5-Sterne-Bewertung abgeben. Die Handlung ist spannend und hat unvorhergesehene Wendungen.
Bei der zweiten Hälfte hat mich allerdings zeitweise die Begeisterung verlassen. Es blieb zwar weiterhin spannend und interessant, doch ich hatte das Gefühl, dass irgendwie die Luft raus war. Manche Passagen kamen mir recht langatmig vor.
Weiterhin bleibt die Ereignisdichte ziemlich hoch, doch mich erinnerte es eher an eine Aufzählung. In dem Buch gibt es so einige Protagonisten und meines Erachtens waren es einfach zu viele.
Nichtsdestotrotz habe ich weiterhin an den Seiten geklebt, da ich wissen wollte wie es weitergeht.

Sprache

Anette Kannenberg verwendet gut gewählte Formulierungen und Ausdrücke. Was mir besonders gefallen hat, war die präzise Beschreibung von wissenschaftlichen Vorgängen, die sehr authentisch wirkten.
Ich mag den Schreibstil gerne, da er sich gut lesen lässt und mich sofort in die Szenen eintauchen lassen hat. Gerade die Dialoge sind meiner Meinung nach eine große Stärke dieses Buches. Sie kommen witzig und authentisch daher, sodass ich mehr als einmal loslachen musste.

Cover

Das Cover ist interessant und aufmerksamkeitserregend. Tatsächlich war es auch der Grund, warum ich mir dieses Buch überhaupt näher angeschaut habe. Der Dodo vor dem Sternenhimmel hatte direkt meine Neugier geweckt. Welches Buch hat schon einen Dodo auf dem Cover?
Es sei noch kurz angemerkt, dass es mich etwas enttäuscht hat, dass der Dodo nur sehr kurz im Buch vorkam. Das wurde durch das Cover und die Beschreibung anders suggeriert. Aber auch dazu hat Annette Kannenberg schon eine Antwort: In Band drei wird es für alle Dodofans eine große Schar Dodos geben.

Meine negative Kritik mag zwar sehr ausgeprägt klingen, doch letztendlich hatte ich eine schöne Zeit mit dem Buch und würde es auf jeden Fall weiterempfehlen. Für fünf Sterne reicht es nur bedingt: Ich vergebe 4,5 Sterne, doch wegen der unterhaltsamen und kreativen Geschichte runde ich diese auf.

Wer sich für skurrile Sci-Fi-Literatur mit großem Unterhaltungswert begeistern kann, ist mit dem Mondmalheur auf jeden Fall gut beraten. Man muss jedoch kein Science-Fiction-Fan sein, um dieses Buch zu genießen.
Ich finde das Buch sprachlich sehr gut, lediglich die Handlung könnte noch etwas ausgereifter und besser präsentiert werden. Da Anette Kannenberg schon angekündigt hat, dass es Band 2 und 3 geben wird, habe ich Hoffnung auf Verbesserung in der Hinsicht.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Sonntag, 13. August 2017

[Rezension] "Hexenherz" von Monika Loerchner

Erschienen beim Acabus Verlag im März 2017 | Taschenbuch | 440 Seiten 
ISBN: 9783862824564 | 15,00 € | Kaufen

Europa, 1466: Als die Hexenverfolgung immer weiter um sich greift, schreitet die bisher geheime Elite der Hexen ein und offenbart: Jede Frau ist der Magie fähig!

550 Jahre später wächst die junge Hexe und staatstreue Gardistin Helena in einer Gesellschaft heran, in der die Vorherrschaft der Frauen unumstößlich scheint. Sie träumt davon, weiter im Dienst der höchsten Hexe, der Goldenen Frau, aufzusteigen. Doch als sie Opfer einer Intrige wird und fliehen muss, gerät sie in die Fänge von Rebellen. Denn auch das stärkste Regime hat seine Fehler – und seine Feinde …
(Quelle: acabus Verlag)
Fangen wir bei den positiven Aspekten des Buches an. Zu einem ist dort die sehr einfallsreiche, alternative Welt, die Monika Loerchner für „Hexenherz“ entworfen hat. Es spielt, wie sie selbst sagte, „nicht irgendwo, sondern hier, mitten in Deutschland“. Die Entwicklung hat eine ganz andere genommen, als wir sie kennen, da die Frauen Magie erlangten. Die Welt selbst erinnert stark an das Mittelalter, jedoch mit ganz anderen Werten und Strukturen. Besonders interessant ist der historische Aspekt, den Monika Loerchner zu Beginn jedes Kapitels einführt, wo bekannte historische Persönlichkeiten und Ereignisse ihren Gastauftritt bekommen.

Auch Werte wie Freundlichkeit, Güte und Anstand haben in „Hexenherz – Eisiger Zorn“ einen hohen Stellenwert. Eine weitere Besonderheit, die das Buch lesenswert macht, ist der Aspekt, ein Buch zu lesen, in dem es um eine herrschende Klasse von Frauen geht, die jedoch nicht weniger fehlerhaft als eine männliche ist.

Die Handlung des Buches konnte mich weitestgehend ebenfalls überzeugen. Recht schnell wird die Protagonistin Helena, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist, vor Probleme gestellt und die Handlung nimmt an Fahrt auf. Sie durchläuft auch eine starke Charakterwandlung, die jedoch ziemlich vorhersehbar und eher flach ablief. Und damit wären wir schon bei meinem ersten Kritikpunkt: Viele Entwicklungen gehen zu schnell und sind zu oberflächlich. Wie schnell Loyalität und Vertrautheit entstanden, erschien mir nicht realistisch und ich hätte mir an dieser Stelle mehr Tiefe und Emotionen gewünscht.

Sprache

Mein größter Kritikpunkt ist der Schreibstil des Buches. Wie bereits erwähnt ist das ganze Buch aus der ersten Person und zusätzlich noch bis auf wenige Ausnahmen durchgängig im Präsens geschrieben. Ich persönlich finde eine Präsens-Erzählform schwierig - gerade auch, weil es in der Kombination mit der Ich-Perspektive speziell in diesem Buch zu einer sehr hektischen, abrupten und springenden Sprache führte. Hier hat es mir so einige Male den Einstieg in das Buch erschwert.

Trotz des sehr guten und neuen Weltenentwurfs, der moralischen Werte und der spannenden Handlung, kann ich dem Buch nicht mehr als 3,5 Sterne geben. Zu sehr hat mich der Erzählstil gestört und mir den Einstieg in die Geschichte erschwert.
Monika Loerchner besitzt Potenzial und Kreativität. Ich denke, dass sie gute Chancen hat, eine gute Autorin zu werden, doch mit „Hexenherz – Eisiger Zorn“ konnte sie mich nur eingeschränkt überzeugen. Eine Empfehlung dieses Buches ist meinerseits deshalb nur bedingt möglich.


Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Donnerstag, 10. August 2017

{Monatsrückblick} Eine Reise in den Norden


Hallo liebe Waldbesucher,

heute gibt es hier einen Monatsrückblick der etwas anderen Art. Die Idee ist aber nicht meine eigene, sondern von Anka von Ankas Geblubber (*Hier* seht ihr ihr erstes Video mit diesem Format). Da ich keine Videos drehe, werde ich die vorgegebenen 10 Fragen nicht alle beantworten, sondern etwas reduzieren.

Aber warum mache ich diesen Monatsrückblick ausgerechnet jetzt? Nun, ein Grund ist, dass es seit Jahresanfang keine Monatsrückblicke hier im Bücherwald bei TinyHedgehog gab. Ein anderer ist, dass ich im Juli zwei Wochen auf Reisen war und Ankas Monatsrückblick genau dies für die gelesenen Bücher thematisiert. "Warum also nicht beides verbinden?", habe ich mir gedacht.

Kurz möchte ich euch aber auch von meinen Reisen erzählen. Ich war nämlich zwei Wochen in Schottland. Dort hab ich aber nicht nur Urlaub gemacht, sondern war mit meinem Uni-Kurs dort auf Exkursion. Ich studiere Geowissenschaften und im Rahmen unseres Studiums muss ein geologischer Kartierkurs absolviert werden. Deshalb war ich 10 Tage lang im Norden Schottlands unterwegs und hab mir verschiedene Gesteine angeguckt ;) Wir hatten unglaublich gutes Wetter, was für Schottland schon recht ungewöhnlich ist und uns allen stets gute Laune bereitet hat. Natürlich war es auch anstrengend, aber der Ausblick auf die Landschaft dort belohnte einen für die Mühen. Es ist wunderschön dort und ich würde jederzeit gerne wieder dorthin reisen!
Nach diesen 10 Tagen Exkursion bin ich noch ein paar Tage in Edinburgh geblieben, um mir die Stadt anzugucken und einen Freund aus England zu treffen. Und auch die Stadt konnte mich verzaubern! Sie ist zwar nicht unbedingt sauber und restauriert, aber mit ihren kleinen Gassen und engen Häusern hat sie einen ganz eigenen gemütlichen Charme. Während meiner Zeit dort bin ich natürlich auch an den Orten vorbeigekommen, die die Harry Potter-Reihe inspiriert haben. Und tatsächlich fühlte es sich ein bisschen so an, als würde man durch die Winkelgasse laufen!

Doch kommen wir nun zu meinem Monatsrückblick:

Bevor ich mit der ersten Frage beginne, möchte ich euch gerne zum Mitraten auffordern, welche Bücher ich wohl gelesen habe. Die Hinweise für die Bücher sind in verschiedenen Farben dargestellt. Schreibt mir doch gerne in die Kommentare, ob ihr Bücher erkannt habt!

Wohin bin ich in meinen Büchern gereist?


Zunächst einmal bin ich auf eine abenteuerliche Reise nach Irland aufgebrochen. Dabei handelt es sich um ein zukünftiges Irland! Und ich habe sogar Zeit im Jenseits verbracht. Nach diesem etwas gruseligen, aber sehr unterhaltsamen Trip auf die Insel hat es mich nach London in England verschlagen. Das ist zwar nicht weit weg, aber es könnte unterschiedlicher nicht sein. Auch London zeigte sich mir von einer zukünftigen Seite mit einem sehr zweifelhaften Justizsystem. Doch bevor ich meinen Aufenthalt dort beendete, habe ich mir eine kurze Auszeit genommen. In dieser Auszeit habe ich mich dann in ein neues Abenteuer gestürzt und bin von England aus zunächst in die Vergangenheit und dann in eine weit, weit entfernte Zukunft gereist, wo sich seltsame Gestalten herumtrieben. Auch den Untergang der Erde habe ich so miterlebt. Nach dieser atemberaubenden Reise bin ich wieder nach London zurückgekehrt und habe die dortigen Ereignisse bis zum Schluss mitverfolgt. Ohne großen Zwischenstop ging es dann direkt weiter - diesmal in ein völlig fremdes Land mit dem Namen Fennbirn.

Wen habe ich auf meinen Reisen kennengelernt?


Bei meiner Reise in das zukünftige Irland habe ich einen Studenten getroffen, der aus der wuseligen Stadt raus auf's Land gezogen ist, um ein wenig den Kopf freizubekommen. Das besondere an ihm: er ist ein genetischer Klon eines sehr wichtigen Wissenschaftlers, der (in der Geschichte) die Zerstörung der Erde verhindert hat! Zusammen mit ihm habe ich auch ein etwas esoterisches Mädchen kennengelernt, dass einen Dodo als Haustier hat. Während die Ereignisse, bei denen ich sie begleitete, zwar recht schaurig und gruslig waren,  war es doch auch sehr unterhaltsam und lustig. Im Gegensatz dazu waren die Umstände, unter denen ich ein anderes junges Mädchen traf alles andere als lustig. Denn als ich sie kennenlernte, hatte sie nur noch 7 Tage zu leben, bevor sie höchstwahrscheinlich hingerichtet werden würde. Trotz ihrer Angst, hat sie mich mit ihrem Mut und ihrem Willen, etwas zu verändern, beeindruckt. Anschließend traf ich auf einen Mann, der nur Der Zeitreisende genannt wurde. Auch ihn traf ich in London, allerdings in der Vergangenheit. Und wie sein Name schon verrät, hat er mich auf eine wahnsinnig spannende Reise durch die Zeit mitgenommen. Dabei sind wir in die Zukunft gereist und haben sogar das Ende der Erde gesehen. Zu guter Letzt begegnete ich drei Mädchen, die gerade erst 16 geworden sind. Die drei Schwestern könnten aber unterschiedlicher nicht sein, da ihr Leben bisher nur daraus bestand, sie zu den Stärksten zu machen, da sie nach ihrem 16. Geburtstag zwei Morde begehen müssen. Mit diesem sehr außergewöhnlichen und vielfältigen Trio endete meine Reise durch den Juli. 

Wo hat es mir am meisten gefallen?


Diese Frage ist nicht gerade einfach zu beantworten, da es mir tatsächlich überall sehr gut gefallen hat. Doch müsste ich mich für ein Buch entscheiden, so würde ich die drei Schwestern wählen. Ihre Geschichte konnte mich vollkommen begeistern und da ihre Geschichte noch nicht zu Ende erzählt wurde, warte ich gespannt darauf, was sie wohl noch alles zu bewältigen haben. 


Auflösung


Hier nun die Auflösung zu meinen gelesenen Büchern. 




"Der Sterbeschlamassel" von Anette Kannenberg 
"Marthas Widerstand" von Kelly Drewery
"Die Zeitmaschine" von H.G. Wells
"Der Schwarze Thron - Die Schwestern" von Kendra Blake




Nun würde ich gerne noch von euch wissen, was ihr von dieser Art von Monatsrückblick haltet? Gerne würde ich nämlich auch in den nächsten Monaten versuchen, dieses Format beizubehalten, wobei es natürlich etwas kürzer ausfallen würde, da mein persönlicher Reisebericht ja dann wegfällt.