Dienstag, 7. November 2017

[Rezension] "Legenden und Lügner" von Julia Knight

Erschienen bei Knaur am 28.6.2017 | Übersetzt von Juliane Pahnke
eBook/TB | 400 Seiten | ISBN:  978-3-426-44070-4 | 9,99 € 

"Die Gilde der Duellanten" | 1. Schwerter und Schwindler | 2. Legenden und Lügner  | 3. Fechter und Feiglinge


Die Geschwister Vocho und Kacha stehen in dem Ruf, die besten Schwertkämpfer von Reyes zu sein. Doch seit sie die Pläne des dunklen Magiers Sabates vereitelt haben, scheint es so, als sei ihnen die ganze Welt auf den Fersen - und es ist mehr als ungewiss, ob die Schnelligkeit ihrer Klingen diesmal ausreichen wird, um sie zu retten ...
(Quelle: Knaur)
Vom ersten Buch „Schwerter und Schwindler“ wurde ich überraschenderweise sehr gepackt und mir gefiel die am Steampunk inspirierte Welt und die interessante Stadt, die mit Hilfe eines Uhrwerks betrieben wird. Auch die Schwertkämpfe waren actionreich und bildhaft, sodass mir als Leserin nicht langweilig wurde.

„Legenden und Lügner“ konnte mich hingegen leider absolut nicht überzeugen. Am Ende des ersten Teils mussten die Protagonisten Kacha und Vocho aus der uhrwerkbetriebenen Stadt fliehen und somit wurde ein überzeugender und für mich interessanter Aspekt aus dem Buch genommen. Dies wäre noch zu verkraften gewesen, wäre die Handlung weiterhin spannend gewesen und hätte eine Entwicklung dieser und der Protagonisten stattgefunden. Zwar sind auch die neuen Schauplätze interessant und haben ihre Besonderheiten, doch diese können nicht ansatzweise mit denen aus dem ersten Teil mithalten. Hinzu nahm die Übersichtlichkeit des Buches für mich immer mehr ab; Oftmals gab es Orts- und Zeitwechsel, die nur in einem Nebensatz eingeführt wurden und meines Erachtens hätten deutlicher sein können. So kam es, dass ich einen großen Teil meiner Lesezeit versuchte, zu verstehen, wo und wann die geschilderte Handlung stattfindet. Auch die Protagonisten blieben eher farblos. Zwar gab es tatsächlich Entwicklungen in ihren Charakterzügen, doch diese waren vorhersehbar und sehr flach.

Ein Beispiel (frei nacherzählt):
Vocho denkt: „Früher konnte ich Kacha immer vertrauen, doch jetzt bin ich mir nicht mehr sicher. Ich habe das Gefühl, sie hat sich verändert und verheimlicht mir etwas.“ 
Kacha denkt: „Vocho hat sich seit dem Vorfall verändert. Früher konnte ich mich immer darauf verlassen, dass er meinen Rücken stärkt, doch nun bin ich mir nicht mehr so sicher.“
Leider ging mir dieses weinerliche Hin- und Her ziemlich schnell auf die Nerven. Das Problem aus meiner Sicht war, dass man die Gedanken beider im Buch lesen konnte und sich kein Misstrauen von Seiten des Lesers entwickeln konnte, weil dieser immer wusste, dass diese Vorwürfe schwachsinnig sind. Der Lesespaß litt entsprechend zunehmend darunter.

„Die Gilde der Duellanten“ hätte eine außergewöhnliche Reihe werden können, die Magie, Steampunk und klassische Fechtkämpfe verbindet. Zwar überzeugte mich der erste Teil, doch der Zweite enttäuschte mich dafür umso mehr. Die Geschichte hat Potential, das sich aber in farblosen Charakteren, platten Handlungsverläufen und undurchsichtigen Orts- und Zeitwechseln verliert.

Ich breche Reihen ungerne ab, doch diese Trilogie ist für mich hier beendet. Vielleicht verbessert sich ja einiges im dritten Teil, doch nachdem ich bereits nach 100 Seiten von „Legenden und Lügner“ der Geschichte überdrüssig war, lasse ich meine Finger von „Fechter und Feiglinge“.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

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